Am 24.9.2018 war es soweit: Da wurde die dritte Ausbaustufe des Supercomputers mit der Bezeichnung SuperMUC-NG am Leibniz Rechenzentrum in Garching bei München in Betrieb genommen. Warum der neue Rechner für das LRZ und seine Kunden wichtig ist und ob KI-Anwendungen darauf zum Laufen kommen werden, darüber habe ich mit einem der verantwortlichen Köpfe, Prof. Dr. Dieter Kranzlmüller, gesprochen.

Profiteure des SuperMUC-NG: Wissenschaftler mit hohem Rechenbedarf

Schon bei SuperMUC und SuperMUC 2 stand eine möglichst große Bandbreite an Anwendern und Anwendungen im Vordergrund. So verteilten sich beispielsweise beim SuperMUC etwa 7,5 Milliarden Rechenzyklen auf 700 verschiedene Nutzer, die ihrerseits die Charakteristik des Supercomputers am LRZ in Garching mitbestimmen.

Natürlich sind dabei möglichst hohe Leistungswerte wichtig, und davon hat der SuperMUC-NG eine ganze Menge zu bieten. Trotz dieser enormen Rechenleistung ist der LRZ-Rechner ein äußerst energieeffizienter Supercomputer, der dank seiner Heißwasserkühlung im Gegensatz zu vielen anderen Supercomputern wesentlich ressourcenschonender mit Strom umgeht.

Hierfür beschreitet das LRZ Garching – wie bereits bei seinen Vorgängern – ganz eigene Wege: So wird zum einen die Abwärme des SuperMUC-NG zum Beheizen der LRZ-Gebäude genutzt, und zum anderen sorgen Absorptionskältemaschinen dafür, dass das heiße Kühlwasser der SuperMUC-NG-Kühlung in kaltes Wasser umgewandelt wird. Damit wird das scheinbar nutzlose Abwasser in den Wasserkreislauf rücküberführt und kann so ein zweites Mal genutzt werden.

Der SuperMUC-NG stellt einen logischen Evolutionssprung dar

Zwei Gründe sprachen für die dritte Ausbaustufe des SuperMUC: Zum einen war es in diesem Fall sinnvoller, eine neue Anlage wie den SuperMUC-NG bauen zu lassen als das „alte“ System mithilfe neuer Komponenten „upzugraden“. Das wirkt sich nämlich auf die möglichen Leistungswerte und auf die Betriebskosten äußerst positiv aus. Zudem führen neue Wissenschaftsbereiche dazu, dass immer mehr Anwender immer mehr Rechenleistung benötigen. Und auch hier bietet der SuperMUC-NG deutlich verbesserte Werte, und das nicht nur in absoluten Zahlen, sondern auch relativ, wenn man sich das Preis-Leistungsverhältnis ansieht.

Der SuperMUC-NG ist noch nicht vollends KI-tauglich

Für das Thema Künstliche Intelligenz ist der SuperMUC-NG noch nicht vollständig ausgerüstet. So setzt das LRZ Garching für Machine Learning und Deep Learning eigene neuronale Systeme ein, die mit den komplexen KI-Berechnungen einfach besser zurecht kommen als die im SuperMUC-NG verbauten Komponenten. Allerdings bietet der riesige Speicher des LRZ-Supercomputers ausreichend Platz für die großen Datenmengen, die bei KI-Anwendungen anfallen. Damit leistet der SuperMUC-NG dann doch einen wichtigen KI-Beitrag.

Aber, und da wagte Herr Kranzlmüller einen Ausblick, wird der nächste SuperMUC wohl seine eigenen KI-Komponenten aufweisen, womit dann Berechnungen und Daten auf einem einzigen System stattfinden bzw. gespeichert werden können.

Die Zusammenarbeit mit den Hardware-Lieferanten des SuperMUC-NG: sehr zufriedenstellend

Da solch ein System wie der SuperMUC-NG stets eine über viele Jahre angelegte Kooperation darstellt, kommt es für den Erfolg solch einer Installation maßgeblich auf eine kontinuierliche und partnerschaftliche Zusammenarbeit an. Und diese war im Falle des neuen LRZ-Supercomputers von großem Vertrauen geprägt. Und klar, es ging alles pünktlich vonstatten, andernfalls wäre der heutige Start des SuperMUC-NG nicht möglich gewesen.

Das komplette Interview mit Prof. Dr. Kranzlmüller vom LRZ Garching