Im Siemens DEC Inkubator entstehen gemeinsam mit Atos und Google innovative Ideen

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Der Begriff “Innovation” wird oft recht leichtfertig und ohne konkrete Beispiele genutzt. Dabei ist es immer noch der Treibstoff, der Unternehmen antreibt, weil sie sich von innovativen Lösungen und Produkten Vorteile gegenüber den Mitbewerbern versprechen. Aber immer noch stehen leider Aspekte wie das traditionelle Silodenken und das Festhalten an Top-Button-Ansätzen vielen innovativen Ansätzen im Weg.

Wie gut, dass es hierzulande auch anders geht. So ist es nämlich Siemens in Zusammenarbeit mit Google und Atos gelungen, neue Pfade zu beschreiten und gemeinsam eine Innovationsplattform zu schaffen, die sich DEC Inkubator nennt (Digital Enablement Center). Damit ist es Siemens in relativ kurzer Zeit gelungen, eine Community um sich zu scharen, die auf Basis unterschiedlichster technologischer Ansätze bereits Dutzende von Anwendungsfällen entwickeln und realisieren konnte. Das reicht von Siemens-internen Use Cases bis hin zu externen Services, die Siemens weltweit anbietet.

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Innovation “made by Siemens”: Echtzeitübersetzungen, 5G-Projekte, KI-gesteuerte Qualitätssicherung

Das Spektrum umfasst zahlreiche Anwendungsfälle. Diese erstrecken sich von der Digitalisierung des Telefonkanals mittels Spracherkennung und Künstlicher Intelligenz über Echtzeitübersetzungen während einer Videokonferenz bis hin zur Entlastung von Supportteams, und das mithilfe von intelligenten Chatbots. Aber auch das automatisierte Übersetzen von Schulungs- und Produktvideos konnte auf diesem Weg erreicht werden. Dazu leisten im Wesentlichen die Google-Tools “Translation” und “Text-to-Speech” einen wichtigen Beitrag. Damit lassen sich internationalisierte Inhalte deutlich schneller und besser publizieren als bisher. Zudem ließen sich Anwendungsfälle im Bereich 5G-Mobilität evaluieren und umsetzen. Spannend ist aber auch die Machine-Learning-Bibliothek “Google Cloud AutoML”, die dank der integrierten KI-Algorithmen ganz neue Ansätze und Wege im Bereich Qualitätssicherung erlauben.

Google Cloud Speech-to-Text im Callcenter

Minimum Viable Products beschleunigen Entwicklungszyklen

Interessant am Siemens-Inkubator-Ansatz ist also die Möglichkeit, Technologietrends auszuprobieren, so wie sie vom Markt in Zeiten der digitalen Transformation gefordert werden. Im Vordergrund stehen dabei sogenannte MVPs, also Minimum Viable Products. Diese Lösungsansätze werden meist mit äußerst geringem Aufwand entwickelt und realisiert, damit daraus möglichst schnell erste Versionen resultieren. Der Vorteil an dieser Herangehensweise ist das unmittelbare Einbeziehen der Community, die schnell und konkret wertvolles Feedback zum entwickelten Produkt liefert. Damit lassen sich Lösungen schaffen, die sich am Markt orientieren und die Bedürfnisse der Kunden bestmöglich widerspiegeln.

Siemens, Atos und Google – eine nahezu zwangsläufige Kooperation

Für das Realisieren der Inkubator-Produkte spielt die Cloud im Allgemeinen und damit die spezielle Cloud-Kompetenz des Dienstleistungsunternehmens Atos eine wesentliche Rolle. Für die Wahl seitens Siemens für diesen IT-Partner gab vor allem die jahrelange Erfahrung in Sachen Cloud Computing den Ausschlag. Ob das die Mitte November 2020 angekündigte Atos OneCloud ist oder der Umzug von zahlreichen SAP-Anwendungen in die Google Cloud oder das Projekt “Atos Database Hotel” – der französische IT-Experte beweist mit jedem Cloud-Projekt, wie viel Innovation in diesem Unternehmen zu stecken scheint.

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Siemens schwört für den Inkubator auf die Google Cloud und Atos

Das waren insgesamt betrachtet ausreichende Gründe für Siemens, bei ihrer Innovationsplattform auf das Team Google und Atos zu setzen. Oder wie es Juraj Dollinger-Lenharcik im unten eingebetteten Video beschreibt:

“Die Cloud-Technologie betrachten wir als Brandbeschleuniger für unsere Inkubation, als einen Werkzeugkasten von schier unendlichen Möglichkeiten. So sind wir bei Google Cloud im Bereich AutoML fündig geworden, womit wir bereits zahlreiche Use Cases realisieren konnten. Damit lassen sich bestimmte Services über Ländergrenzen hinweg einfach und unkompliziert an mehreren Orten gleichzeitig implementieren.”

Siemens DEC Inkubator ist eine Teamleistung – und der Community

Die beschriebenen Herangehensweisen geben Siemens, Google und Atos recht. So haben die drei Unternehmen innerhalb kürzester Zeit eine Community aufgebaut, die bereits mehrere hundert Teilnehmer umfasst, mit deren Hilfe schon mehr als 100 Anwendungsfälle identifiziert werden konnten, woraus sich einige dutzende MVPs ableiten und realisieren ließen. Das erlaubt Siemens, in regelmäßigen Abständen neue Ideen zu entwickeln, aus denen innovative Lösungen und Produkte hervorgehen.

Atos-Berater entwerfen und entwickeln mit und für Siemens

Hierzu trägt Atos einen wesentlichen Teil bei. So gehen Siemens-Mitarbeiter mit ihren Ideen auf das Siemens DEC Inkubator-Team zu, weil sie neue Kunden-Services schaffen oder vorhandene Prozesse verbessern wollen. Daraus resultieren Gespräche zwischen Siemens, Atos und Google mit dem Ziel, die gewünschten Anwendungen bestmöglich zu verstehen. Am Ende steht eine mögliche Lösungsarchitektur, über die sich Atos-Berater Gedanken gemacht haben. Diese schließt bestimmte Google Cloud-Komponenten ein, wie zum Beispiel AutoML, Text-to-Speech, Natural Language und andere mehr.

Google Cloud AutoML Vision

Diese gemeinsame Arbeit mündet in einem ersten Proof-of-Value, woraus sich am Ende in enger Abstimmung mit den Siemens SMEs die erste Version des Anwendungsfall ergibt. Zusätzlich helfen die Atos-Experten bei der Berechnung des konkreten Business Case. Dabei wird die Machbarkeit der Anwendung sowie die Entwicklungs- samt Betriebskosten im Kontext des geplanten Produktivbetriebs evaluiert.

Videointerview mit Juraj Dollinger-Lenharcik zum Siemens DEC Inkubator

Disclaimer: Diesen Blogbeitrag habe ich im Auftrag von Atos und Google verfasst.