Hannover Messe 2020: Das digitale Erwachen der Maschinen

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Mit der Hannover Messe 2020 entsteht ein neues Hallenkonzept, in dem der neue Ausstellungsbereich „Digital Ecosystems“ eine zentrale Rolle einnimmt und die „Digital Factory“ ablöst. Wo bis vor kurzem noch Prozesse und Techniken separat betrachtet wurden, steht auf der Hannover Messe 2020 eine ganzheitliche Betrachtung von Abläufen und Lösungen im Vordergrund.

Um dies besser abbilden zu können, werden in den für die digitalen Ecosysteme neu konzipierten Hallen 14 bis 17 eine Reihe relevanter und interessanter Themenbereiche entstehen.

> Predictive Maintenance

> Machine Learning

> MES (Manufacturing Execution System)

> Logistics (WMS und TMS)

> Data Analytics

> CAD (Computer-aided Design)

> PLM (Product Lifecycle Management)

> Businessplattformen

> ERP (Enterprise Resource Planning) für die Echtzeitüberwachung

> Virtual Reality / Augmented Reality

> Industrial Security

Sieht man sich diese Liste genauer an, fällt eines schnell auf: Einzelne, wenn nicht sogar alle Teilbereiche werden aufgrund der zugehörigen Anwendungen und Technologien immer mehr verschmelzen. Wenn man  also zum Beispiel von Maschine Learning spricht, kommt man schnell auf das Thema Predictive Maintenance, also der software-gesteuerten und vorausschauenden Instandhaltung. Mit diesen Maßnahmen bei Wartung und Instandhaltung können Unternehmen Produktionsausfälle verhindern und enorme Kosten sparen.

Logistische Systeme funktionieren nur mit den richtigen Daten und IT-Systemen

Die Bereiche MES, Data Analytics und Logistik wachsen ebenfalls enger zusammen, denn das eine kann ohne das andere nicht bestehen bzw. funktionieren. Oder anders gesagt: Ein Manufacturing Execution System (auch Produktionsleitsystem genannt) kann nur dann zuverlässig arbeiten, wenn sein zukünftiges Verhalten mithilfe geeigneter Data-Analytics-Methoden vorausschauend bewertet und beurteilt wird.

Um dann immer wieder eingreifen zu können, wenn es um Verbesserungen und Kontrolle bei der Prozesssteuerung geht. Oder wie es Thomas Möller von der Hannover Messe erklärt: „Bei den aktuellen MES-Systemen geht es nicht nur um die Fehleranalysen der einzelnen Maschinen, sondern auch um die Datenaggregation, aus der sich neue Geschäftsmodelle ableiten oder einfach nur Optimierungspotentiale ermitteln lassen.“

Produktionsplanung und -steuerung auf einer einzigen Plattform

Das Verschmelzen der genannten Teildisziplinen der Hannover Messe 2020 lässt sich auch sehr gut an den Beispiele CAD, PLM und Businessplattformen erläutern. Dort, wo noch in den vergangenen Jahren Unternehmen wie AutoCAD vor allem auf die digitale Abbildung eines Werkstücks oder Maschinenteils fokussiert waren, bilden heute Firmen wie Dassault Systèmes mit ihren Software-Plattformen die komplette Wertschöpfungskette ab. Also von der Konstruktion über die Bauteilbeschaffung bis hin zur Qualitätskontrolle.

Doch mehr noch: Auch Zulieferer und Geschäftspartner werden in diese Form der Kollaboration eingebunden, für ein bestmögliches Ergebnis. Entscheidend hierbei ist nämlich, was am Ende dabei herauskommt.

Oder wie es Annegret Cox von Dassault Systèmes formuliert: „Wir sind ja kein reiner CAD- oder PLM-Anbieter. Wir bilden vielmehr den kompletten Produktentwicklungsprozess ab. Dazu gehören die ersten Ideen genauso wie die Produktionsvorbereitungen und der Verkauf des Produktes, und das alles auf einer einzigen Plattform.“

Mit Enterprise Resource Planning-Tools die Fertigung besser planen und steuern

Interessant ist auch der Bereich ERP (Enterprise Resource Planning), wo mithilfe geeigneter Beispiele und Use Cases demonstriert werden soll, wie Maschinenbauer und andere Unternehmen ein Werkzeug einsetzen, das ursprünglich zu ganz anderen Zwecken konzipiert wurde.

So wird beispielsweise das sogenannte Predicitve ERP immer wichtiger. Damit lassen sich Vorhersagen zu möglichen Ereignissen und notwendigen Maßnahmen treffen. Und mit den dazu passenden Analytics-Prognosemodellen können dann Entscheidungen getroffen werden, und zwar mittels Simulation von Szenarien, in denen auch komplexe Einflüsse berücksichtigt werden können.

Virtuellen Welten in der Fabrik zu Schulungzwecken

Virtual Reality und Augmented Reality kommt immer häufiger im industriellen Umfeld zum Einsatz. Dort, wo heute einzelne Bereiche einer Fabrik zu Schulungszwecken gesperrt werden müssen, ist man morgen in der Lage, dank der passenden VR- und AR-Brille samt Software neue Funktionen einer Maschine virtuell zu erläutern und Mitarbeiter auf diesem Weg mit relativ geringem Aufwand zu schulen. Das war bis vor kurzem noch undenkbar.

Mit Sicherheit ein neues Konzept: Alle Security-Anbieter auf engstem Raum

Da fehlt nur noch ein Bereich, der in Zeiten von Emotet und Co. immer bedeutender wird: Industrial Security. Gerade im industriellen Umfeld, wo die Vernetzung der Geräte und Fertigungsmaschinen erheblich zugenommen hat und weiter zunimmt, ist die Gefahr eines digitalen Angriffs permanent vorhanden. So zeigen regelmäßig Angriffe auf Firmen und Behörden, dass vor dieser Gefahr im Grunde niemand gefeit ist.

Wer also wissen will, welche Maßnahmen erforderlich sind, um sich bestmöglich vor Hackern zu schützen, sollte zur Hannover Messe kommen. Genauer gesagt zwischen die Hallen 15 und 16, wo ein neu geschaffener Bereich entsteht.

Oder wie es Max Schulenburg von der Hannover Messe sagt: „An unserer Security kommt wie im echten Leben keiner vorbei. Denn zwischen den beiden Hallen – also quasi in einem Nadelöhr – werden die namhaften Security-Unternehmen zu finden sein. Und da wollen wir alle Besucher durchleiten.“

Disclaimer: Dieser Beitrag erschien originär im Auftrag der Hannover Messe AG auf deren zugehörigen Webseite.