Buchbesprechung: „Künstliche Intelligenz. Eine Einführung.“ Von Jerry Kaplan

geschätzter Leseaufwand: 3 Minuten

Renzension des Buches Künstliche Intelligenz von Jerry KaplanDas Thema Künstliche Intelligenz nimmt auf meinem Blog mehr und mehr Platz ein, da erschien es mir eine gute Gelegenheit, das nachfolgende Buch ein wenig genauer in Augenschein zu nehmen. Herausgekommen ist eine sehr persönliche Betrachtung, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

Titel: Künstliche Intelligenz
Autor: Jerry Kaplan
Verlag: mitp Verlags GmbH & Co. KG
Umfang: ca. 200 Seiten
Preis: 21,99 Euro

Was ich an dem Buch mag

Fragen-Antwort-Spiel als Konzept

Die erste Besonderheit, die mir an dem KI-Buch von Jerry Kaplan aufgefallen ist: Sämtliche Kapitel gestalten sich mithilfe zahlreicher Fragen und der dazu passenden Antworten. Damit erreicht der Autor einen sehr schnellen Einstieg in das Thema Künstliche Intelligenz, da sich jeder Leser* genau das Themenfeld heraussuchen kann, das ihn* am drängendsten beschäftigt:

Was ist Künstliche Intelligenz?
Welchen Ansatz haben frühe KI-Forscher gewählt?
Haben Computer Gefühle?
Nehmen uns Roboter die Arbeitsplätze weg?
etc.

Diesen Ansatz finde ich wirklich schlau, denn er bewirkt zweierlei: Zum einen kann man als Leser an jeder beliebigen Stelle des Buches einsteigen, was die Hemmschwelle deutlich absenkt, sich solch einem komplexen Thema überhaupt erst einmal zu widmen. Und zum anderen zeigt der Autor mit dieser Herangehensweise, dass er sich mit dem Thema KI in mannigfaltiger Art und Weise auseinandergesetzt hat. Und deshalb auch alle wichtigen Fragen UND Antworten kennt.

Anschauliche und unterhaltsame Sprache

Natürlich gefällt mir als Schreiberling, wenn ein Autor sein Thema nicht nur anschaulich, sondern auch unterhaltsam und gut verständlich darstellen kann. Das ist auch mein Anspruch an meine eigenen Texte, umso mehr habe ich mich beim Lesen des Buches von Jerry Kaplan gut unterhalten und gut informiert gefühlt („[…] nur die Lady Gaga der Informatik ist, eine wild und farbenfroh kostümierte Dame […]“).

Wenngleich mir die ein oder andere Formulierung zu abstrakt erscheint und ich glaube, dass der ein oder andere Leser damit ein wenig überfordert sein könnte. Vielleicht hat das einfach nur mit der Übersetzung zu tun, die sich möglicherweise nicht nah genug am Original orientiert. Aber das ist nur eine Vermutung meinerseits und soll nicht die Sprachkünste des Autors und des Übersetzers diskreditieren.

Ganzheitliche Betrachtung des Themas Künstliche Intelligenz

Viele Fachbücher zum Thema KI verfolgen einen eher technologischen Ansatz. Der ist zwar für Informatiker, Wissenschaftler und andere Experten relevant, Einsteigern und Neulingen der Künstlichen Intelligenz ist damit allerdings nicht geholfen. Umso interessanter ist der Ansatz von Jerry Kaplan, der sich ganz bewusst gegen die technische Herangehensweise und sich für die ganzheitliche Betrachtung des Themas KI entschieden hat. Und wie die bisher erschienenen Rezensionen belegen, war das eine sehr gute Entscheidung.

Denn nichts lässt Jerry in seinem Buch aus: Ob die Geistesgeschichte der KI, die philosophischen Ansätze, rechtliche Fragen, die Auswirkungen der KI auf uns alle oder die aktuellen und zukünftigen Auswirkungen auf die Gesellschaft – zu all diesen Themenbereichen finden sich die passenden Fragen und Antworten, mit denen sich KI-Interessierte heute so beschäftigen.

Was mir an dem Buch aufgefallen ist

Wie bereits erwähnt, verfolgt das Buch „Künstliche Intelligenz“ einen eher untechnischen Ansatz, da die Leser nicht mit unnötigem Fachchinesisch überfordert werden soll. Allerdings – und das ist wohl dem technischen „Background“ des Autors geschuldet – verfällt Jerry Kaplan an der ein oder anderen Stelle doch in fachspezifische Terminologien und Informationen, die der Laie – und selbst ich als IT-Kenner – nicht ohne weiteres verstehen kann.

So findet man beispielsweise Sätze wie „So bereitete die nichteuklidische Geometrie von Bernard Riemann die Bühne für Einsteins Theorien zur Raumkrümmung.“ Daher kann es bei der Lektüre dieses Buches sicherlich nicht schaden, wenn man über gewisse Grundkenntnisse der Informatik und andere technische Disziplinen verfügt. Unbedingt erforderlich ist es allerdings nicht.

Wem ich das Buch empfehle

„Künstliche Intelligenz“ von Jerry Kaplan kann ich Jedem guten Gewissens empfehlen, der sich mit dem Thema KI ein wenig befassen will, ohne allzu sehr in die Materie einsteigen zu wollen. Und trotz dieses Ansatzes, den das Buch erfolgreich verfolgt, bleiben die Inhalte und weitergehenden Informationen nicht auf der Strecke.

Somit lassen sich viele Fragen mithilfe des Werkes von Jerry Kaplan sehr gut beantworten. Für weiterführende, eigene Gedanken und Einsichten zum Themenkomplex KI.

*Disclaimer: Wenn ich von „der Leser“ schreibe, meine ich selbstverständlich auch alle Leserinnen, die diesen Beitrag als hoffentlich lesenswert erachtet haben. Ich wollte damit niemanden ausgrenzen oder unberücksichtigt lassen.