Die USA und China tun es schon länger, jetzt will auch die Europäische Kommission laut eines im Netz aufgetauchten Papiers die Weichen für eine breite Unterstützung der Künstlichen Intelligenz in allen Bereichen stellen. Die Rede ist von diversen Maßnahmen, die mit insgesamt 600 Euro gefördert werden sollen. Dazu gehören folgende Projekte:

„KI on demand“

Vor allem kleine und mittlere Unternehmen sollen über einen neu zu schaffenden Service namens „KI on demand“ vereinfachten Zugang zu notwendigen Ressourcen und erforderlichem Know-how erlangen. Teile dieser KI-Plattform sind unter anderem Datenarchive, Rechenzeit samt Cloud Computing und Supercomputer sowie diverse Tools. Geplanter EU-Zuschuss: 50 Millionen Euro.

KI-Exzellenz-Zentren und Innovationshubs

Diese zentral aufgestellten Zentren sollen vor allem der Bereitstellung von Trainingsdaten dienen, die für Machine- und Deep-Learning-Algorithmen zwingend notwendig sind. Dazu sollen auch Datenressourcen der öffentlichen Verwaltung auf Basis des Open-Data-Ansatzes gehören. Geplanter EU-Zuschuss: 350 Millionen Euro.

KI-Forschung und -Entwicklung

Unterstützende Maßnahmen im Bereich Forschung und Entwicklung sieht das Kommissionspapier ebenfalls vor. Damit sollen neue und erforderliche KI-Techniken (weiter-)entwickelt werden. Dazu gehört unter anderem das Forschungsprogramm „Horizont 2020“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Geplanter EU-Zuschuss: 200 Millionen Euro.

Für einen verantwortungsvollen Umgang mit KI

Bei allen Chancen und Möglichkeiten, die der Künstlichen Intelligenz seitens der EU-Kommission eingeräumt werden, sieht die Exekutive der Europäischen Union auch die Risiken, die mit der KI einher gehen. Dazu zählen Aspekte wie Sicherheit, Haftung, Datenschutz, Diskriminierung und den Einfluss auf die öffentliche Meinung, wie zum Beispiel Fake News, die von KI-Algorithmen gezielt gesteuert und verteilt werden, um so den Ausgang von Wahlen zu beeinflussen.

Aus diesen und weiteren Gründen sieht das KI-Paper der Kommission eine Charta für KI-Ethik vor, die mithilfe zahlreich involvierter Parteien und Interessenträger ausführlich diskutiert und verabschiedet werden soll. Hierzu soll auf bestehende Standards zurückgegriffen und diese an aktuelle Techniken und Technologien wie dem Internet der Dinge angepasst werden.

Einfluss von KI auf das Arbeitsleben

Was der EU-Kommission ebenfalls bewusst ist, sind die arbeitsrelevanten Vorbehalte gegenüber KI, speziell im Bereich Roboter. Daher wird ab Ende 2018 ein Gruppe von Experten genau diesen Bereich genauer untersuchen und eine Empfehlung aussprechen, wie Arbeitsmarkt und KI in Einklang gebracht werden können. Aber auch die Fertigkeiten und Fähigkeiten in Sachen Künstliche Intelligenz sollen transparenter gemacht werden, und das mithilfe einer Studie, die noch bis Juni 2018 gestartet werden soll. Das geht schließlich uns alle an.