Scott Tease über das weltweite Lenovo HPC-Geschäft

[Videoblog] Scott Tease über das weltweite HPC-Geschäft von Lenovo

Scott Tease verantwortet das weltweite HPC-Geschäft bei Lenovo (High-Performance Computing) und hat demzufolge eine ganze Menge zu diesem Thema zu sagen. Aus diesem Grund habe ich mit ihm während der International Supercomputing Conference 2018 ein Videointerview geführt. Darin spricht er über das HPC-Business von Lenovo im Allgemeinen, über die Besonderheiten der Warmwasser-Kühlungstechnologie Lenovo Neptune und über einen aktuellen HPC-Trend.

Lenovo stellt den führenden HPC-Anbieter dar

Betrachtet man die zweimal jährlich erscheinenden Top-500-Liste der 500 schnellsten Supercomputer der Welt, taucht dort Lenovo aktuell öfter auf als alle anderen Anbieter von Superrechnern, nämlich genau jedes vierte Mal. Das entspricht rein rechnerisch knapp 25 Prozent, worauf Lenovo mächtig stolz ist.  Das gilt ganz besonders für die Vielzahl an unterschiedlichen Konfigurationen, die das Unternehmen an seine Kunden verkauft.

So bekommen diese Firmen genau den Supercomputer, den sie für ihre Zwecke benötigen. Ob das der SuperMUC-NG mit seiner Warmwasser-gekühlten Anlage ist, der Marconi-Supercomputer in Italien, der MareNostrum4 des Barcelona Supercomputing Center oder der Niagara, der leistungsstärkste Supercomputer in Kanada mit gut 3 Petaflops – diese und andere Lenovo-Kunden setzen Supercomputing-System ein, die auf sie abgestimmt wurden.

Doch nicht nur bei Großkunden wie dem Leibniz-Rechenzentrum ist Lenovo gut im Geschäft. Denn auch mit kleineren Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen, die nicht unbedingt einen Supercomputer der Marke SuperMUC-NG brauchen, macht Lenovo aktuell gute Abschlüsse. So profitieren all diejenigen, die nur kleinere Recheneinheiten im Server benötigen, genauso von der zugrunde liegenden Lenovo Supercomputing-Technik.

Lenovo Neptun: Warmwasserkühlung zu diversen Zwecken

Bereits seit 2012 arbeitet Lenovo gemeinsam  mit dem Leibniz-Rechenzentrum an einem Kühlungssystem, das auf der Warmwassertechnik basiert. Dabei handelte es sich um den ersten SuperMUC, der von dieser seinerzeit noch ziemlich neuen Technik profitierte. Das Ziel damals (und heute) war eine deutliche Reduktion der Stromkosten, die solch ein Supercomputing verantwortet. Und genau diese Ideen und Konzepte, die daraus entstanden sind, werden heute unter der Bezeichnung Lenovo Neptun zusammengefasst. Gemeint ist damit eine Warmwasserkühlung für Großrechner, die Lenovo in den nächsten Jahren in einer Vielzahl von HPC-Systemen verbauen will.

Neben dieser direkten Warmwasserkühlung hat Lenovo aber auch kleinere Wärmeableitersysteme in petto. Dazu gehört zum Beispiel Rear Door Heat eXchanger. Damit lässt sich ebenfalls sehr effizient die Wärme eines Rechnersystems ableiten. Der Supercomputer MareNostrum4 des Barcelona Supercomputing Center setzt beispielsweise auf diese Technik. Dabei handelt es sich um eine Art Heizung, die anstelle der Serverrack-Tür am Rechner angebracht wird.

Darüber hinaus hat Lenovo eine Kühlungstechnik namens Thermal Transfers Module (TTM) im Programm. Damit lassen sich ganz im Sinne von Lenovo Neptun Systeme mithilfe von warmen Wasser kühlen, allerdings nicht auf System-, sondern auf CPU-Ebene. Dabei handelt sich um ein Hybridsystem, das einerseits die klassische Luftzirkulierung und andererseits die neuartige Warmwasserkühlung einsetzt. TTM kommt vor allem in kleineren Rechnereinheiten zum Einsatz, in denen aus Platzgründen Techniken wie Lenovo Neptun keine Option ist. Dies sorgt für mehr Rechnerleistung bei weniger Abwärme – und für weniger Lärm.

Aktuelle HPC-Trend: GPU statt CPU

Einer der wesentlichen HPC-Trends betrifft die Prozessortechnik, die verstärkt in Supercomputern zum Einsatz kommt. So findet nämlich gerade eine Transformation vom traditionell CPU-lastigen Rechnermodell hin zu GPU-Systemen steht. Das bedeutet konkret, dass vor allem Spezialanwendungen mehr und mehr von der Multicore-Architektur der Hochleistungsgrafikkarten wie einer NVIDIA V100 profitieren. Dazu gehört beispielsweise das riesige Themenfeld der Künstlichen Intelligenz, das aufgrund seiner hohen Rechneranforderungen verstärkt auf GPUs setzen wird. HPC at its best, sozusagen.

Das komplette Interview mit Scott Tease (auf Englisch)

Antigoni Chrysostomou über HPC in Deutschland

[Videoblog] Antigoni Chrysostomou über das Lenovo HPC-Geschäft

Während der International Supercomputing Conference 2018 habe ich dieses Interview mit Antigoni Chrysostomou von der Lenovo Data Center Group über das HPC-Geschäft in Deutschland geführt. Darin spricht sie über das

Der deutsche HPC-Markt im weltweiten Vergleich: echt stark!

Betrachtet man den hiesigen HPC-Markt (High-Performance Computing), kann man ihm durchaus bescheinigen, wettbewerbsfähig zu sein. Das liegt vor allem an der hohen Zahl an Forschungsinstituten, die sich in Deutschland tummeln, da diese einen großen Bedarf an viel und noch viel mehr Rechenpower zu Forschungszwecken haben.

Dazu gehört beispielsweise das Gauss Supercomputing Center, das einen Verbund der drei großen Universitätsrechenzentren darstellt. Dazu gehören das Jülicher Supercomputing Center, das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) in München-Garching und das HPC-Zentrum Stuttgart. Und eines davon, nämlich das LRZ, ist einer der größten RZ-Kunden Lenovos, wo gerade der größte Supercomputer Deutschlands entsteht, nämlich der SuperMUC-NG.

Daneben sind deutsche Supercomputer zahlreich in der Top-500-Liste der weltweit schnellsten Rechner vertreten. Alleine Lenovo trägt zu insgesamt 117 Systemen bei, die zu den leistungsfähigsten ihrer Art zählen, womit das Unternehmen die Top-500 in dieser Kategorie anführt.

Darum ist der HPC-Markt so interessant für Lenovo

High-Performance Computing mit seinen unterschiedlichen Ausprägungen stellt ganz bestimmte Anforderungen an Rechnersysteme, die vor allem von den HPC-Anwendern eingefordert werden. Folge: Neue Anwendungen rufen neue, innovative Lösungsansätze hervor, wovon gerne Unternehmen wie Lenovo profitieren, das sie selbst Teil dieser Innovationsmaschinerie sind. Wichtig dabei ist, dass die Entwicklerteams von Lenovo sehr stark mit ihren Kunden vernetzt sind, um so schnellst- und bestmöglich auf deren Anforderungen reagieren zu können.

Als ein „Nebeneffekt“ dieser HPC-Entwicklungen kann die Transformation solcher neuen Lösungen in den RZ-Massenmarkt betrachtet werden. Dazu gehören beispielsweise wassergekühlte Systeme, die Stück für Stück in den herkömmlichen Rechenzentren zum Einsatz kommen werden, nachdem sie sich im HPC-Umfeld bewährt haben.

Hiesige HPC-Schwerpunkte: Energieeffizienz und Warmwasserkühlung

Vor allem die hohen Ansprüche deutscher RZ-Betreiber an die Energieeffizienz eines solchen Systems treibt hierzulande ganz entscheidend zu den aktuellen Entwicklungen bei. Dies hat zwei wesentliche Gründe: Einerseits sind die Strompreise in Deutschland höher als in anderen Ländern, und zum anderen spielen bei uns die Themen Nachhaltigkeit und Verantwortung gegenüber der Umwelt eine größere Rolle als anderswo. Dies führt beispielsweise zu heißwassergekühlten Rechenzentren, wie sie in Garching bei München seit Jahren zu bewundern sind.

Ein weiterer hiesiger Aspekt, der ebenfalls mit dem Thema Energieeffizienz zu tun hat, betrifft die klassische TCO-Betrachtung. So fließen in die Gesamtkalkulation eines deutschen Rechenzentrums nicht nur die Anschaffungskosten für Hardware und Software ein, sondern auch die Energiekosten für Strom und Wasser. Was Lenovo speziell in Deutschland gegenüber anderen Anbietern einen großen Vorteil verschafft, da deren HPC-Systeme verstärkt mit Heißwasserkühlsystemen betrieben werden sollen.

Aus diesem und anderen Gründen hat Lenovo pünktlich zur ISC18 eine neue Technik vorgestellt, die sich Lenovo Neptun nennt und die das Kühlen von großen Rechenzentren mithilfe von Heißwasser ermöglichen soll – und das sehr viel energieeffizienter als andere vergleichbare Lösungsansätze.

Das komplette Videointerview mit Antigoni Chrysostomou

Disclaimer: Diesen Video-Blogbeitrag habe ich im Auftrag von Lenovo verfasst. Bei der Ausgestaltung hatte ich freie Hand.