Dr. Florian Jurecka (Dassault Systemes) über Digital Twins in der Simulation

[Videochat] Dr. Florian Jurecka (Dassault Systèmes) über Digital Twins zu Simulationszwecken

Dieses Videointerview habe ich mit Dr. Florian Jurecka auf der Hannover-Messe 2018 zum Thema Digital Twins in der Simulation geführt. Darin erklärt er, was Dassault Systèmes unter dem Begriff „Digital Twin“ versteht, was die Simulationssoftware von Dassault Systèmes in diesem Kontext leistet und wie sich die Rolle der Simulation gerade verändert.

Wie definiert Dassault Systemes den Begriff „Digital Twin“?

Dassault Systemès bezeichnet den Begriff „Digital Twin“ als „3DExperience Twin“, angelehnt an ihre Business Experience Plattform 3DExperience, mit der sich unter anderem Objekte konzipieren und gestalten lassen. Damit kann ein durchgängiges Modell eines digitalen Zwillinge dargestellt werden, also von der frühen Konzeptphase  bis zum fertigen Produkt. Auf diesem Weg lassen sich alle Abschnitte einer Produktentwicklung volldigital abbilden.

Was leistet SIMULIA im Kontext „Digital Twin“?

Mit SIMULIA lässt sich laut Herrn Jurecka ein Digital Twin zum Leben erwecken. Denn mithilfe von Produktsimulationen können die funktionalen Eigenschaften einer kompletten Maschine oder eines einzelnen Werkstücks digital abgebildet werden, und das analog zum realen „Gegenstück“. Damit können physikalische Eigenschaften eines echten Objekts am Computer abgebildet werden und kleinste Abweichungen lassen sich somit mühelos feststellen.

Mithilfe des digitalen Zwillings kann man also strukturmechanische Eigenschaften genauso darstellen wie Charakteristika aus den Bereichen Strömung, Elektromagnetik, etc. Damit lassen sich die zu erwartenden Hardware-Eigenschaften anhand der zuvor definierten Anforderungen genauesten überprüfen und bewerten.

Simulation à la Digital Twin kann aber noch mehr: So lassen sich virtuelle Produkte in einer frühen Phase schrittweise verbessern, sodass spezifische Eigenschaften so schnell wie möglich berücksichtigt werden können. Und das wiederum schont Ressourcen, führt also zu weniger Ausschuss bei der späteren Produktion oder ermöglicht bessere Ergebnisse beim finalen Produkt.

Wie ändert sich die Rolle der Simulation gerade?

Die Rolle der Simulation verändert sich im Produktentwicklungsprozess fortwährend, wird also immer bedeutender und wichtiger. So kommt die Simulation beispielsweise nicht mehr ausschließlich zu Validierungszwecken zum Einsatz, sondern trägt auch einen wichtigen Beitrag zur gesamten Wertschöpfungskette bei. Das hat zum einen damit zu tun, dass Simulationen immer früher eingesetzt werden, und zum anderen im Bereich „Predictive Maintenance“ eine immer wichtigere Rolle spielen. Damit lässt sich künftig noch genauer und früher vorhersagen, wie sich ein Produkt oder Bauteil im realen Einsatz verhalten wird.

Aber auch die Zunahme von Wissen innerhalb eines Unternehmens ist dem Einsatz von Simulation geschuldet. Denn aufgrund der zunehmenden Bandbreite an Simulationstools kann zum Beispiel ein Konstrukteur mit dem passenden digitalen Werkzeug ganz früh in den Entwicklungsprozess eingebunden werden. Und das alles auf Basis von Hochleistungsrechnern, die Simulationsberechnungen immer exakter in immer kürzerer Zeit durchführen können.

Das Videointerview mit Florian Jurecka in voller Länge

Axel Rogaischus von IBM über Blockchain, Digital Twins und Künstliche Intelligenz

[Videochat] Axel Rogaischus (IBM) zu den Top-Themen auf der Hannover-Messe 2018

Mit Axel Rogaischus von IBM Deutschland habe ich dieses Interview zu den Top-Themen auf der Hannover-Messe 2018 geführt. Darin spricht er (aus IBM-Sicht) über die Blockchain-Technik, über digitale Zwillinge und über die Künstliche Intelligenz, soll heißen über IBM Watson AI.

Top-Thema Nummer 1: Blockchain-Technologie

Hierbei geht Herr Rogaischus vor allem auf Blockchain im Business-Umfeld näher ein. Doch was sind die besonderen Herausforderungen, wenn man von Blockchain-Lösungen im kommerziellen Einsatz spricht? Laut Herrn Rogaischus ist das in den allermeisten Fällen nicht die Technik an sich, denn die funktioniert zumeist tadellos, da oft nichts anderes als eine cloud-basierte Datenbanktechnik dahinter steckt.

Ein häufiger Knackpunkt ist eher die Governance bei der Implementierung einer Blockchain-Lösung innerhalb eines Netzwerks. Soll heißen: Wer hat den Blockchain-Hut auf? Wer bestimmt die „Mitspieler“ eines Blockchain-Netzwerks? An diesen und weiteren Entscheidungen scheitern leider nach wie vor viel zu viele Blockchain-Projekte.

Top-Thema Nummer 2: Digital Twins

Mit Digital Twins sind im Allgemeinen digitale Modelle bestehender Anlagen wie einer Fabrik gemeint, mit deren Hilfe exakte Simulationen vorgenommen werden, was zu einer Verbesserung von Prozessen führen kann, zu neuen Erkenntnissen rund um das reale Vorbild des digitalen Zwillings führt und vieles mehr.

Doch was macht ein Digital-Twin-Projekt wie der Port of Rotterdam auf einem Fertigungsevent wie der Hannover-Messe? Nun, interessant an diesem Digital Twin des Rotterdamer Hafens ist laut Herr Rogaischus die Komplexität dieser riesigen Anlage, die alleine im Jahr 2016 rund 29.000 Seeschiffe und 105.000 Binnenschiffe abgefertigt hat.

Und genau solch eine aufwändig zu wartende Anlage ist nun einmal auch eine Fabrik, von denen ebenfalls verstärkt digitale Zwillinge aufgebaut werden. Hiermit lässt sich am Rechner der gesamte Material-, Fertigungs- und Prozessfluss sowie sämtliche Maschinenketten anschaulich darstellen. Und genau diese Komplexität lässt sich mit vorhandener Technik in Form von Digital Twins mühelos abbilden.

Top-Thema Nummer 3: Künstliche Intelligenz

Mit der Künstlichen Intelligenz und deren Sub-Disziplinen wie Machine und Deep Learning werden künftig ganz neue Möglichkeiten geschaffen. Bei IBM hat man hierfür sogar eine eigene Marke geschaffen, die sich IBM Watson AI nennt, also Watson Artificial Intelligence. Mit dieser Technologie will IBM Anwendern helfen, Prozesse zu vereinfachen und zu verbessern, ganz gleich, an welcher Stelle das geschehen soll.

Speziell im Fertigungsumfeld – und damit auch auf der Hannover-Messe – spielt das Thema Predictive Maintenance eine immer wichtigere Rolle. Zu nennen sind hier beispielsweise der Use Case KONE, bei dem der Aufzug- und Rolltreppenhersteller mithilfe von Watson AI seine Außendienstmitarbeiter in die Lage versetzt, die notwendigen Wartungsarbeiten noch besser steuern und planen zu können. Hierfür stehen die notwendigen Informationen und Daten mithilfe von Watson AI bereits im Vorhinein zur Verfügung, mit denen sich Ausfälle von KONE-Anlagen präventiv vorhersagen lassen.

Das Interview mit Axel Rogaischus in voller Länge

Disclaimer: Für diesen Video-Blogpost hat mich IBM Deutschland als Blogger engagiert.