Praxistest: VGA-Adapter fürs iPad mit einigen Schwächen

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Gestern Nachmittag war es soweit: Nach der Redaktionssitzung mit den mac-developer-Leuten bin ich schnurstracks zum Apple Store in die Rosenstraße gefahren, um in Sachen iPad ein wenig zu shoppen. Ich wollte mir nämlich unbedingt das iPad Case und den VGA-Adapter besorgen. Das Case, um komfortabler schreiben und Videos gucken zu können (und um den Schutz des Tablets willen), und den Adapter für künftige Vorträge und Sessions, die ich auf diversen Events halten werde. Da packe ich mein schickes Apple-Tablet-Gadget aus, verbinde es via Adapter mit dem hoffentlich kompatiblen Projektor und werfe meine Keynote-Präsentation an die (Leind)wand.

Ach ja: Keynote für das iPad braucht man natürlich auch noch (wenngleich es für Präsentationszwecke Tools wie MightyMeeting gibt). Die angepasste App kostet 7,99 Euro und landete via App Store vor ein paar Stunden auf meinem iPad. Und hier kommen meine ersten Eindrücke, was mit der Anwendung und dem VGA-Adapter alles geht – und was nicht. Dazu muss ich einräumen, dass ich das iPad in Ermangelung eines Beamers zu Testszwecken an meinen TFT-Bildschirm angeschlossen habe.

Die Verbindung zwischen iPad und Monitor/Beamer ist kein Hexenwerk: 30-Pol-Stecker des VGA-Adapters mit dem iPad-Connector verbinden, das VGA-Kabel in die Female-Buchse des externen Ausgabegeräts stecken, und schon steht die Verbindung. Allerdings liegt noch kein Signal an. Dies passiert erst beim Aktivieren der passenden Aktion. Hiervon gibt es aktuell derer vier:

  • Präsentation aus Keynote heraus starten: Hierzu tippt man auf das Abspielsymbol in der rechten, oberen Ecke von Keynote fürs iPad. Das aktiviert die Verbindung zum Beamer/Monitor. Allerdings bekommt man auf dem iPad kein Vorschaubild der aktuellen Folie angezeigt, was natürlich grob fahrlässig von Apple ist. Zumindest kann man sich per Fingertipp eine Miniaturvorschau der Folien anzeigen lassen und so ganz schnell zu einer beliebigen Folie springen. Und sehr witzig ist der „Laserpointer“, den man aufruft, indem man mit dem Finger auf eine beliebige Stelle des iPad tippt und diesen dort hält. Das aktiviert einen roten Kreis, mit dem man auf bestimmte Folienbereiche hinweisen kann.
  • Diashow aus Foto-App starten: Diashows auf digitalen Bilderrahmen sind ja schon seit längerem ein großer Renner (meine Mutter besitzt so ein Ding auch schon seit geraumer Zeit und es ist dort ständig im Einsatz). Klar, dass Apple daran gedacht hat und die Diashow-Funktion via VGA-Adapter unterstützt. Aber leider auch nur die. So ist eine Auswahl einzelner Bilder beispielsweise nicht möglich. Das schränkt das Ganze doch erheblich ein. Auch an diesem Punkt sollte Apple nacharbeiten.
  • Videos aus Video- und Youtube-App starten: Das ist vor allem für die Wiedergabe von HD-Videos am hauseigenen LCD-Fernseher toll. Vorausgesetzt, das TV-Gerät verfügt über eine VGA-Buchse und Audioeingänge, an denen sich das iPad anschließen lässt. Am Apple-Tablet wird das Videobild zwar nicht angezeigt, aber zumindest kann man die Lautstärke ändern und innerhalb des Videos navigieren. Und bei den Youtube-Videos sollte man möglichst darauf achten, dass es sich um HD-Inhalte handelt. Ansonsten verkommt der Kinoabend ganz schnell zum Pixelmatsch.
  • Webseiten-Videos abspielen: iPad-kompatible Quicktime-Internetvideos lassen sich ebenfalls flächenfüllend via Beamer oder am LCD-Fernseher darstellen, aber natürlich genauso wenig in echtem HD wie per Video- oder Youtube-App. Mehr kommt am externen Ausgabegerät von der Webseite allerdings nicht an. Falls man also komplette Internetseiten projizieren will, braucht man ein entsprechendes Tool im App Store wie den Web Presenter für 79 Cent, mit dem sich Internetinhalte vollständig vom iPad auf dem Beamer oder Monitor darstellen lassen. Trotzdem sollte Apple dafür sorgen, dass sich Webinhalte auch direkt aus Safari heraus beamen lassen.