MWC’09: MID-Compal-Apps im Überblick

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Was man so hört, war heute am ersten Tag des Mobile World Congress in Barcelona die Hölle los. Und das trotz diverser Absagen. Aber gut, es waren auch ein paar echte Highlights dabei:

>> Microsoft hat das lang ersehnte Window Mobile 6.5 vorgestellt, das Apple und iPhone gehörigen Druck machen soll. Ausgewählte Partner für erste passende Smartphones sind HTC, LG und Orange. Außerdem gibt’s dazu: MyPhone, der internetbasierte Sync-Service (à la MobileMe), und Windows Marketplace, ganz im Sinne von iTunes App Store.

>> Nokia präsentierte ebenfalls ganz Apple-like seinInternetangebot Ovi Store, der im iTunes-Store-Sinne Inhalte und Anwendungen für Nokia-Handys und -Smartphones bereitstellen soll.

>> LG Electronics kleckert nicht, sondern klotzt mächtig ran, und das in Zeiten der Krise. Bravo!

Der Prototyp eines Compal-MID, den Intel auf dem MWC 2009 in Barcelona zeigtAnsonsten zeigt Intel in Halle 8, Stand B109, zahlreiche Prototypen einer neuen Geräteklasse, die MIDs (Mobile Internet Device), die dem Apple iPhone, aber auch den Eee-PCs dieser Welt das Leben schwer machen sollen.

Allerdings nicht vor 2010, wenn man den Auguren Glauben schenken darf. Genug Zeit also, sich einen der frühen MID-Vertreter ein wenig genauer anzusehen: den Compal-MID.

Das Gerät ist mit einer Slidertastatur ausgestattet und einem Touchscreen-Display mit 12cm-Diagonale. An Verbindungsmöglichkeiten stehen Bluetooth, WLAN, UMTS und GPS zur Verfügung. Unter der Haube werkelt neben dem Atom-Prozessor eine moblin-basierte Linux-Distribution, die als besonders ressourcenschonend gilt. Was wirklich ganz interessant an dem Gerät ist, sind die vorhandenen Anwendungen.

So findet man in der Abteilung „Kommunikation“ einen angepassten Firefox-Webbrowser, der flott die Seiten lädt, durch die man per Fingerberührung im iPhone-Stil scrollen kann. Was leider (noch) nicht geht ist ein Zoom-In per Doppeltipp. Dafür handelt es sich bei der Moblin-Firefox-Version um eine flash- und java-taugliche Variante …

AxelTV soll eine Vorahnung vermitteln, wie Fernsehen auf einem MID aussehen könnte. Innerhalb eines ansprechenden User Interfaces kann man zwischen mehreren Pseudoprogrammen hin- und herschalten. Hat Potenzial.

Fring ist ein ziemlich bekanntes Instant-Messaging-Tool, das unter iPhone-Jüngern sehr beliebt ist. Daher hatte ich keine Probleme, mich sofort einzuloggen und das Programm zum Chatten und Telefonieren zu benutzen.

Mit Pidgin verhält es sich wie mit Fring: Man kann virtuell plaudern, und das via AIM, Bonjour (!), Gadu-Gadu (?), Google Talk, ICQ, MSN und anderen Protokollen. Also, ich war mit meinem iChat-Account sofort drin (nachdem ich dann doch noch das richtige Kennwort eingetippt hatte). Erster Eindruck: nettes Tool.

Skype auf einem MID ist natürlich auch nicht ohne. Was aber gleich beim Einstieg ein wenig unglücklich gelöst ist: Die Login-Schrift ist derart klein ausgefallen, dass man im Grunde blind seine Account-Daten eintippen muss. Gelang mir allerdings auf Anhieb, und schwups war ich drin. Sieht aus wie Skype, fühlt sich an wie Skype. An der Auflösung müssen sie aber echt noch schrauben …

Unter „Multimedia“ versammeln sich die üblichen Verdächtigen: ein Musikabspieler, ein Bildbetrachter, ein Videoplayer und eine Kamera, die überraschend gute Bilder macht, und das sogar bei diffusen Lichtverhältnissen. Eine vollständige Jukebox also für alle Gelegenheiten.

Tja, und den Rest, liebe Leute, gibt es morgen hier auf diesem Sender