Moblin bekommt ein neues Zuhause: MeeGo

Heute, am ersten Tag des Mobile World Congress zu Barcelona, lüfteten Nokia und Intel auf ihrer gemeinsamen Pressekonferenz im hoffnungslos überfüllten Once-Zentrum ihr gemeinsames Geheimnis: Aus Maemo und Moblin wird eine gemeinsame Linux-Plattform mit dem sehr lautmalerischen Namen MeeGo.

Die Idee dahinter ist recht einfach: Anstatt zwei verschiedene Linux-Süppchen für mobile Endgeräte zu kochen, wollen Intel und Nokia lieber etwas Großes auf die Beine stellen, was ja letztlich allen Software-Entwicklern zu Gute kommen könnte. Und um das Ganze möglichst neutral und vor allem opensource-tauglich zu halten, untersteht MeeGo der „Oberaufsicht“ der Linux Foundation.

Die Entwicklungsumgebung von MeeGo ist ebenfalls bekannt: So wird Qt zum Einsatz kommen, das sowohl unter Maemo als auch unter Moblin genutzt wird. Darüber hinaus werden Linux-Entwickler auf Qt Creator zugreifen können, der eine komplette Entwicklungsumgebung zur Verfügung stellt. Dazu gehört ein C++-Editor samt Compiler, ein GUI-basierter Debugger sowie Tools für Codemanagement und eine Online-Hilfe. Und das Beste daran: Qt Creator untersteht den LGPL-Richtlinien und kann damit völlig kostenlos für eigene, kommerzielle Projekte verwendet werden.

Was der Entwicklung von MeeGo-Anwendungen ebenfalls helfen wird, sind zweierlei Dinge: Einerseits gibt es den Qt Creator für Linux, Windows und Mac OS. Damit steht MeeGo nahezu allen C++-Programmierern offen. Und das betrifft sowohl bereits existierende Moblin- und Maemo-Entwickler als auch ganz neue Anwender. Andererseits sollen im Gegensatz zu Moblin oder Maemo nicht nur linux-basierte Anwendungen für Netbooks oder Smartphones geschrieben werden, sondern für alle Hardware-Plattformen, die derzeit auf dem Markt sind – und künftige.

Bis MeeGo allerdings zum ersten Mal auf einem passenden Gerät zu sehen sein wird, vergeht wohl noch ein knappes Vierteljahr, zumindest ist der offizielle Start für das zweite Quartal 2010 vorgesehen. Bis dahin sollten aktuelle Maemo- und Moblin-Projekte auf MeeGo portiert werden, was laut der Intel- und Nokia-Zuständigen kein echtes Problem darstellen sollte. Na, wir werden sehen.

Ach ja: Eine der wichtigen Fragen während der Pressekonferenz lautete, wie es angesichts der gemeinsamen, neuen Software-Plattform mit Symbian weitergehen wird. Die passende Antwort von Kai Öistämo, dem zuständigen Nokia-Manager, lautete: „Symbian wird natürlich weiterhin neben MeeGo existieren!“ Das klang ein bisschen wie ein Präsidenten-Dementi auf die Frage, ob der Verein noch zum Trainer steht. Und am nächsten Tag ist er dann entlassen …