iPad-Konkurrenz „made in Berlin“: WeTab

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Da dachte ich schon, mich könnte so schnell nichts überraschen, vor allem, wenn es mit Apple zu tun hat. Und dann entdecke ich diesen Blogbeitrag, in dem es recht ausführlich um ein iPad-Konkurrenzgerät aus dem Hause Neofonie geht. Das Berliner Unternehmen hat es sich offensichtlich zum Ziel gemacht, Apple ein wenig vom Kuchen wegnehmen zu wollen, und zwar mit einem tragbaren Tablet-Alternativprodukt, dem WePad WeTab! (ob Cupertino den Namen lustig findet, weiß ich leider nicht, aber ich denke mal, eher nicht).

Update: Das hat sich die Neofonie auch gedacht und aus WePad WeTab gemacht.

Was aber genau steckt hinter dem WePad WeTab?! Nun, zunächst einmal will Neofonie einiges kopieren, aber gleichzeitig vieles besser machen als Apple mit dem iPad. Die Gemeinsamkeiten betreffen vor allem die äußeren Merkmale wie den berührungsempfindlichen Bildschirm, der allerdings im Vergleich zum iPad ein wenig größer ist (11,6 vs. 9,7 Zoll). Zudem löst das iPad mit 1366*768 Bildpunkten auf, was dankenswerter Weise einer „halben“ HD-Auflösung entspricht. Damit hat das WePad WeTab im Vergleich zum iPad ein 16:9-Seitenverhältnis eingebaut, was Hollywood-Streifen ohne schwarze Balken daher kommen lässt.

Ein weiterer und bedeutend wesentlicher Unterschied ist die Plattform, die im WePad WeTab verbaut werden soll: Mit dem Pineview-Prozessor von Intel und der dazu gehörigen Pinetrail-SoC-Architektur kommt in dem Neofonie-Tablet eine echte und auf Standards basierende PC-Plattform zum Einsatz, auf dem Google Android mit all seinen Möglichkeiten laufen wird. Damit handelt es sich beim WePad im Gegensatz zu seinem Apple-Konkurrenten um ein offenes System, das keinerlei Beschränkungen kennt. Das bedeutet natürlich auch, dass Android-Apps aus dem Google Android Marketplace mit ein paar Anpassungen an die Intel-Plattform auch auf dem WePad WeTab laufen sollten. Ok, die sind zwar (noch) nicht ganz so üppig vorhanden wie für das iPad, stellen aber trotzdem einen Mehrwert für ein solch junges Produkt dar.

Neofonie hat mit seinem Tablet-Rechner eine ganz bestimmte Zielgruppe im Visier, nämlich die Verlage. Das sind die mit dem bröckelnden Geschäftsmodell genannt Zeitschrift oder Zeitung, die sich nicht mehr ganz so gut verkaufen lassen (ok, es gibt Ausnahmen). Und genau dieser Klientel möchte Neofonie mit dem WePad WeTab unter die Arme greifen, indem der klassische Print-Leser mithilfe des Tablet-PCs (in diesem Fall stimmt der Begriff übrigens) in die Online-Welt „überführt“ werden soll. Ob es sich dabei möglicherweise um eine Art Abo-Modell im Stile der Mobilfunkverträge handeln wird, muss sich erst zeigen. Die Idee an sich halte ich allerdings für sehr pfiffig.

Vor allem deshalb, da Neofonie für diese Zwecke ein eigenes Backend gebaut hat, mit dem sich Online-Inhalte direkt auf das WePad streamen lassen. Ob die Frühstücks-News, die Lottozahlen am Mittwoch Abend oder die Live-Ergebnisse des samstäglichen Bundesliga-Spieltags – so könnte Kundenbindung entstehen, und das im Komplettpaket. Ob das allerdings gelingen wird, muss man abwarten. Denn wie die Vergangenheit zeigt, kommen Abo-Angebote in dieser Republik nicht so richtig gut an (fragt mal bei Premiere/Sky nach).

Wie auch immer: Falls es Neofonie gelingen sollte, das WePad WeTab in größeren Stückzahlen an Verlage zu veräußern, die wiederum mit geeigneten Abo-Verträgen das Gadget tatsächlich unters Volk bringen, könnte es einen Konkurrenten mehr für das iPad geben – und das inklusive Webcam, Flash-Support und offenem PC-System. Ich bleibe dran!

Ach ja: Es gibt sogar schon eine eigene Facebook-Seite in Sachen WePad WeTab, auf der einer der CEOs recht freizügig seine Fans mit Infos versorgt. Und klar, ein PDF zum WePad WeTab mit den wichtigsten Leistungsmerkmalen gibt es natürlich auch.