IDF09: App Store für Netbook, Moblin und Co.

Während Paul Otillinis Keynote-Session war es erstmals Gegenstand des Vortrags, tags drauf vertiefte Renee James das Ganze: Die Rede ist vom Intel Atom Developer Program, das Intel noch in diesem Jahr starten wird. Dieses speziell für Software-Entwickler von mobilen Anwendungen konzipierte Programm soll in zweierlei Weise helfen.

Einerseits geht es um einen App Store, ganz im Geiste von Apple & Co. Zunächst sollen dort spezielle Apps für Netbooks feilgeboten werden, später kommen MIDs und Smartphones dazu (spätestens dann, wenn Moorestown kleinere und kompaktere Geräte ermöglichen wird). Betriebssystem-seitig kommen Windows und Moblin, die Intel-eigene Linux-Distribution, zum Einsatz.

Die Einnahmeregelung orientiert sich am Apple-Modell: 70 Prozent des Verkaufspreises gehen an den Entwickler, der Rest an Intel. Allerdings sind auch flexiblere Abrechnungsmodelle denkbar, wie während eines exklusiven Blogger-Treffens mit den Machern des Intel Atom Developer Programms zu hören war.

Andererseits sieht das Entwicklerprogramm eine weitere Einnahmequelle für Software-Entwickler mobiler Anwendungen vor: So soll es möglich sein, selbst programmierte Anwendungen und Teile davon im Intel App Store anderen Entwicklern zur Verfügung zu stellen. Den Preis legt der Programmierer selbst fest – so sind beispielsweise prozentuale Umsatzmodelle denkbar.

Bis kaufwillige Netbook-Anwender erste Apps kaufen können, wird allerdings noch ein wenig Zeit ins Land gehen. Zunächst muss erst mal das passende Atom Software Developer Kit fertig werden, bis die erste Phase „Developer sells to Developer“ gezündet werden kann. Im Laufe des ersten Halbjahres 2010 wird dann die Anwender-Phase einsetzen. Bis dahin ist möglicherweise auch Moorestown inklusive Moblin 2.1 verfügbar, was interessierten Käufern (und Entwicklern) weitere Optionen eröffnet.

Wichtig für ein erfolgreiches Intel Atom Developer sind natürlich mehrere Voraussetzungen, eine davon ist bereits erfüllt: die Unterstützung wichtiger OEMs und ISVs. Seitens bekannter OEMs konnte sich Intel die Partnerschaft von Acer, Asus und Dell sichern. Seitens bekannter ISVs haben Microsoft und Adobe angekündigt, Moblin zu unterstützen: Zum einen wird Silverlight 3 standardmäßig in Moblin implementiert sein, zum anderen können Entwickler und Anwender von Haus aus Adobe Air nutzen. Zwei schwergewichtige Argumente pro Moblin und pro Netbooks.

Es wird auf jeden Fall spannend, welchen Erfolg das Intel Atom Developer Programm davon tragen wird. Um das Ganze ein wenig zu befeuern, hat Intel den ersten Wettbewerb ausgerufen: So wird zur CES 2010 in Las Vegas die Netbook-App 2009 gekürt. Der mögliche Gewinn kann sich durchaus sehen lassen: eine Reise samt Spesen nach Las Vegas. Daneben gibt es für die ersten 100 Applikationen, die den Intel-SDK-Richtlinien entsprechen, je ein Netbook. Also, Moblin- und Linux-Anwender dieser Welt, worauf wartet ihr noch? Der „Einsendeschluss ist übrigens der 14. Dezember 2009.

Ach ja: Auf dem mobiledevcamp Munich 2009 wird es sicherlich das ein oder andere zu Moblin, Netbooks und dem Intel Atom Developer Programm zu hören und zu sehen geben.

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