Vorheriger Beitrag: Farbmanagement mit Color Control Panel 1.0
Windows Vista installieren – So klappt es (garantiert)
Ich habe es ja versprochen – auch wenn es mir derzeit den letzten Nerv raubt und mich von wichtigeren Dingen abhält, beispielsweise die Spiele von Angola und Togo in der Wiederholung anzuschauen. Die Rede ist von der Windows Vista-Installation. Hier in ein paar Tipps, um einige fiese Stolpersteine zu umgehen.
1. Systemvorbereitung: Haltet euch nicht ewig damit auf, eure Daten zu sichern, Wiederherstellungspunkte zu setzen oder ähnlich panische Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Erwartet ihr einen Hurrican oder installiert ihr eine Software? Eben…
Wichtig ist lediglich, dass ihr Vista auf einer Kiste installiert, die ohnehin “nur” Testzwecken dient. Notfalls legt ihr eine neue Partition an (Minimum 5 Gig, Dateisystem NTFS). Weitere sinnvolle Vorbereitungen hat diese Seite zusammengefasst. Auch MS hat den ein oder anderen sinnvollen Tipp. Wichtig ist auf jeden Fall, jede unnötige Anwendung zu beenden – dazu zählt auch der Virenscanner. Die Internetverbindung solltet ihr aber nicht canceln.
Schiebt demgegenüber aber eure persönlichen Dateien vom Ordner Eigene Dateien auf eine andere Partition, wenn ihr darauf ohne Umwege Zugriff haben wollt. Ist wichtig, wenn XP und Vista auf unterschiedlichen Partitionen liegen: Vista denkt in diesem Fall, die Daten wären einem anderen User zugeordnet und verweigert den Zugang. Das zum Thema neue User-Rechte.
Noch was nettes: Vista bietet ein astreines Dual-Boot-System. Wenn ihr XP nicht überschreibt, habt ihr beide Systeme im Zugriff!
2. Download: Startet den Download nur, wenn ihr tatsächlich eine extrem schnelle Verbindung habt. MS bietet zwar einen Download-Manager an, der abgebrochene Downloads wieder aufnimmt, bei einem 56k-Modem blockiert ihr trotzdem über Monate hinweg eure Telefonleitung. Eltern und Ehepartner wären begeistert…
Nach der Anmeldung erscheint ein Key. Den müsst ihr nicht notieren, weil MS eine Bestätigungs-Mail schickt, die ebenfalls den Key enthält. Die solltet ihr dann allerdings ausdrucken, da ihr während der Installation unter Umständen euer Postfach nicht abfragen könnt.

3. Das böse ISO-File
Applaus, Applaus, wenn der Download geglückt ist. Aber jetzt habt ihr ein ISO-File in Mammut-Größe und klickt euch vielleicht einen Wolf, ohne dass das böse Ding irgendwas macht. Also solltet ihr die Strategie ändern und das File auf eine DVD (nicht auf 7 CDs, tut das nicht…) brennen. Und bitte: Vergesst den Mist mit ISO-Buster und Files extrahieren und so. Man kann ein ISO-File zwar sezieren, das ist in diesem Fall aber absolut unnötig. Wichtiger ist, dass ihr das Ding richtig brennt, ansonsten versaut ihr zwar eure Rohlinge, aber es tut sich weiterhin gar nichts.
4. Installations-DVD brennen
Ich gestehe, ich habe es anfangs mit Nero versucht. Das war unerträglich, da Nero (OEM) oberlehrerhaft darauf hinweist, ISO-DVDs nur bis zu 2 Gig Größe schreiben zu wollen. Wer gleich zur Freeware CD Burner XP Pro (ohnehin sehr empfehlenswert!) greift, spart sich ein paar Fehlversuche. Hier sind 2 Einstellungen wichtig. Erstens: Ändert in der Statusleiste die Voreinstellung Joliet auf ISO Level 1. Zweitens: Wählt zum Brennen File/Write Disc from ISO-File. Und nehmt eine niedrige Brenngeschwindigkeit. Dann passt alles.
5. DVD einlesen
Und nu geht’s los. Druckt die Mail dem Product-Key aus und schiebt dann die DVD ein. Wenn das Setup sofort startet: Prima! Alles richtig gemacht. Einfach den Anweisungen folgen. Falls nicht, nehmt ihr einen Umweg: Stellt sicher, dass das Laufwerk beim Booten abgegriffen wird und startet den PC neu. Die Frage, ob von dem DVD-Laufwerk gestartet werden soll, bejaht ihr verständlicherweise. Dann ist nur noch etwas Geduld nötig, falls der Bildschirm über mehrere Minuten schwarz bleibt. Das Setup kommt schon, vertraut mir. Danach einfach den Installationsanweisungen folgen.
Ach ja, dieser “Umweg” ist auch dann nötig, wenn ihr Vista auf eine spezielle Partition schieben wollt.
6. Installation beginnen
Bei bestehender Internet-Verbindung könnt ihr nach Vista-Aufforderung sofort die Updates einspielen. Spricht nichts dagegen. Dann müsst ihr den Key eingeben und die EULA bestätigen. Sollte ebenfalls niemanden vor intellektuelle Probleme stellen. Wichtig: Bei Installationsart unbedingt Benutzerdefiniert wählen – damit ihr nicht auf die Schnelle XP überschreibt! Wählt dann die passende Partition aus und wartet, bis die Daten kopiert werden
7. Laufen lassen
Ab jetzt geht alles automatisch. Sollte zumindest. Allerdings ist Geduld erforderlich. Das Ganze dauert ne gute Stunde. Die Daten werden kopiert (10 min), expandiert (40 min), dann die Funktionen eingespielt und Updates installiert (5 min). Zwischendurch gibt es den ein oder anderen Neustart.
Die ersten Erfahrungsberichte zu Vista (warum ihr beispielsweise keinen Zugriff mehr auf eure Dateien habt, wohin eure Programme verschwunden sind und so fort) folgen in den nächsten Tagen und Wochen. Bis dahin: schöne Spiele & gebt Holland keine Chance…
Keine ähnlichen Beiträge gefunden.
Falls Sie diesen Beitrag kommentieren wollen, können Sie dies jetzt tun oder den RSS-Feed abonnieren, um somit künftige Beiträge in Ihren RSS-Reader geliefert zu bekommen.
Kommentare
[...] Über meine Hardware-Probleme nach Installation und Konfiguration von Windows Vista habe ich ausführlich berichtet. Neuer Zwischenstand: Der Netzwerkadapter wird erkannt, ein WLAN-Netz gefunden, aber eine Einwahl ist nach wie vor nicht möglich. Und das neue Diagnose-Tool hilft dabei auch nicht weiter. [...]
[...] Ich habe es ja bereits angedeutet: Die Installation auf zwei Partitionen kann durchaus Probleme ergeben – vor allem hinsichtlich fehlender Datei- und Programm-Berechtigungen beim Zugriff auf ehemalige XP-Applikationen. Wer also die Möglichkeit hat, einen Test-PC komplett für die Vista-Installation zu räumen, sollte dies auf jeden Fall tun. Dann müssen zwar die Anwendungen nachträglich installiert werden, aber das ist wahrscheinlich schneller, als mühsam das Problem der fehlenden Berechtigungen zu fixen. Kurzum: Wenn es auf einem Dual-Boot-System (wie bei mir) gar nicht hinhaut, müsst ihr Vista deinstallieren. Solltet ihr vorhaben, dafür einfach nur die komplette Vista-Partition zu löschen, richtet ihr eine kleine Katastrophe an, denn dann verschwindet auch der Bootloader. Zu deutsch: Auch XP auf der frühen Partition lässt sich nicht mehr starten. [...]
[...] Schon an früherer Stelle habe ich darüber sinniert, dass ihr Windows Easy Transfer durchaus nutzen sollte – und zwar am besten vor der Installation. Das gelingt euch problemlos, wenn ihr von der ISO-CD aus startet, die Option Daten und Einstellungen wählt und euch dann für Transfer User Accounts entscheidet. Windows fragt dann die Laufwerke ab und braucht noch ein paar Minuten, um den gesamten Speicherplatz zu ermitteln. Lasst euch nicht entmutigen, falls Vista rund 40 Gigabyte (!!) oder mehr transferieren möchte. Das hat mit den Einstellungen nichts zu tun, sondern mit den Datei-Typen (File-Types). Das Ganze lässt sich auf ein erträgliches Maß reduzieren, wenn ihr beispielsweise Video-Dateien und Musik-Dateien abwählt. Keine Sorge, die lassen sich später wunderbar kopieren und dann selbstverständlich auch abspielen. [...]

[...] Februar 2006 « Windows Vista installieren – So klappt es garantiert (oder auch nicht) – 19.06.2006 | 17:25 | Allgemein, News, Tools, Tipps, Windows Vista [...]