Wie Flash-Games und -Apps à la „Machinarium“ auf dem iPad landen

Gestern war ich auf dem Mobile Day, der im Rahmen der Entwicklerkonferenz W-JAX stattfand, die die Software & Support Media alljährlich ausrichtet. Der Mobile Day richtete sich wohl vornehmlich an Java-Entwickler (die ja vorwiegend auf der W-JAX herumspringen), die sich über das Thema Mobile informieren wollten. Anders ist es zumindest nicht zu erklären, warum beispielsweise der Track „Mobile Enterprise-Strategien“ eher eine einführende Gegenüberstellung zum Thema  „Native vs. Web-Apps“ war, und sich weniger mit mobilen Strategien beschäftigte.

So gesehen war ich im Westin Grand Hotel etwas fehl am Platz, allerdings fand ich die Präsentation des Adobe-Mannes ganz aufschlussreich, der in den 60 Minuten, die ihm zur Verfügung standen, eine Menge über das Thema Cross-Plattform-Development erzählt hat. Zum Einsatz kam hierfür das Flex SDK und Flash Builder 4.6 in einer Beta-Version, und was dieses Tool kann, ist schon ziemlich beeindruckend.

Wie ein Flash-Spiel in einer Air-Runtime aussehen kann, zeigt das Point-and-Tipp-Spiel Machenarium, das nur auf dem iPad 2 läuft
Wie ein Flash-Spiel in einer Air-Runtime aussehen kann, zeigt das Point-and-Tipp-Spiel Machenarium, das nur auf dem iPad 2 läuft

Zunächst sollte man über das Flex SDK wissen, dass es eine Reihe wichtiger Hardware-Features unterstützt. Hierzu gehören unter anderem Multitouch, LBS-Funktionen, die eingebaute Kamera, das Mikrofon, die Beschleunigungssensoren, SQLite, die Beschleunigung der GPU und einiges mehr. Damit stehen Flash-Entwicklern nahezu alle Features der adressierten Plattform zur Verfügung.

Der Rest ist ziemlich „einfach“: Man wählt die Ziel-Plattformen aus, auf dem die flash-basierte App laufen soll (das sind derzeit iOS, Android und Blackberry Tablet OS) und entwickelt dann in der Entwicklungsumgebung seiner Wahl die mobile App. Hierfür werden derzeit Xcode für Mac und Eclipse für Mac und Windows unterstützt. (Also doch nicht ganz „seiner Wahl“). Sobald die App fertig ist, macht Flex eine iOS-, Android- oder Blackberry-taugliche Anwendung daraus, die dann in den zugehörigen Appstore übertragen werden kann.

Toll an Flex ist auch die Möglichkeit, seine App direkt auf dem passenden Gerät zu testen. Dies geschieht über eine USB-Verbindung, mit der man die App direkt auf das Smartphone oder Tablet-Device übertragen und dort debuggen kann.

Und was mit Flash, sprich mit der Adobe Air-Runtime möglich ist, zeigt das iPad-Spiel Machinarium auf eindrucksvolle Weise. Dieses Adventure-Game präsentiert sich in bester Point-und-Tipp-Manier , bei dem zahlreiche Rätsel zu lösen sind, das wirklich tolle Grafiken bietet, mit witzigen Gags gespickt ist und nett erzählt wird. Das wäre glatt ein Grund, sich das iPad 2 zu holen, auf dem Machinarium leider nur läuft. Wer einen Vorgeschmack davon erleben will, kann sich eine Demo-Version auf seinen Mac oder PC holen.

Da soll noch einer behaupten, Flash auf dem Smartphone sei tot. Als Standalone-App sicherlich nicht!