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Wichtige Features von Mac OS X 10.6 auf einen Blick
Das schöne am Leben eines freien Journalisten ist seine Unabhängigkeit. Ok, die kann manchmal auch ziemlich nerven, aber gerade an solchen Tagen wie dem heutigen danke ich allen, die daran beteiligt sind und waren, dass ich niemands Angestellter bin.
Ich schreibe diese Zeilen nämlich in einem großen Münchner Biergarten, der vis-á-vis des Apple-Deutschland-Büros liegt. Die Mac-Leute haben heute einer ausgewählten Schar von IT-Journalisten ihre sechste Version des Betriebssystems mit dem X drin vorgestellt. Und obwohl es kein “Major Release” ist (was man schon am äußerst günstigen Preis von 29 Euro sieht), sind die neuen Feature recht beachtlich. Vor allem deshalb, weil Snow Leopard die verkaufte Basis ans Apple-Rechnern wohl deutlich erhöhen dürfte. Und dann entpuppt sich der günstige Preis als kluger Schachzug.
Schachzug #1: Ab sofort sind die Macs ein gutes Stück Business-tauglicher, da Snow Leopard Microsoft Exchange unterstützt. Die Apple-Rechner verlassen endlich ihre einsame Insel und wenden sich der großen , weiten Welt zu. Hallo, Windows! Damit lässt sich der eigene Exchange-Account in Apple Mail integrieren, und dann empfängt man nicht nur Windows-Mails, sondern hat auch Zugriff auf gemeinsame Adressdaten und firmenübergreifende Termine. Damit steht der Meeting-Planung mit mehreren Leuten nichts mehr im Wege.
Ach ja: Man muss in Apple Mail keine Verbindung mithilfe irgendwelcher Parametern mit dem Exchange-Server herstellen. Einfach nur neues Konto erstellen, Exchange-Mailadresse und Kennwort eingeben – fertig. Den Server findet der Mac nämlich von ganz alleine.
Schachzug #2: Zum ersten Mal werden nur noch die Intel-CPU-Macs unterstützt. Das bedeutet natürlich für alle G4- und G5-Anwender: entweder einen neuen Apple-Rechner kaufen oder auf Snow Leopard verzichten. Und gerade mit den neuen Features “Exchange” und “64 Bit” ist das für Business- und Power-User eine schwerwiegende Entscheidung.
Aber auch unter der Haube hat Apple ganz schön gewerkelt. Das betrifft vor allem den vollständigen Umstieg von 32 auf 64 Bit. Abgesehen vom physikalischen Adressraum, der jetzt 16 Milliarden Gigabyte umfasst, starten und laufen 64-Bit-Anwendungen deutlich schneller. Und Apple hat natürlich all seine Programm bereits angepasst. Da kann man nur drauf hoffen, dass die anderen Software-Anbieter das auch bald tun. Nicht, dass der schöne Mac mit Snow Leopard unnötig ausgebremst wird.
Zwei weitere technische Neuerungen betreffen vor allem Software-Entwickler: Zum einen sorgt Grand Central Dispatch dafür, dass die aktuellen und zukünftigen Multicore-Prozessoren möglichst optimal ausgereizt werden. Und zum anderen wird mit Snow Leopard die Programmierschnittstelle OpenCL unterstützt. OpenCL erlaubt es, Hochleistungsgrafik-CPUs für allgemeine, rechenintensive Anwendungen zu nutzen. Also auch Apps, die gar nichts mit 3D-Berechnungen zu tun haben.
Darüber hinaus sind weitere Dinge erwähnenswert, die auf den ersten Blick nicht unbedingt der Rede sind: So soll die Installation in der halben Zeit erfolgen (im Vergleich zu Mac OS X 10.5) und sieben Gigabyte weniger Speicherplatz beanspruchen. Zudem wird vor der Installation von Snow Leopard ein Kompatibilitätscheck durchgeführt, der veraltete Software und Treiber identifizieren soll. Dann weiß man zumindest schon mal, was nach dem Update wohl nicht funktioniert. Und falls die Installation crashen sollte, wird ein Wiederherstellungspunkt gesetzt und die Installation wird genau an der Stelle vorgesetzt, an dem sich der Mac verabschiedet hatte.
Ansonsten wurde das Copy&Paste innerhalb von PDF-Dokumenten verbessert, Safari 4 eingebaut (das laut Apple den Acid3-Test mit 100% besteht) und Quicktime komplett überarbeitet. Das Videotool von Apple präsentiert sich in neuem Gewand und mit einer rudimentären Videoschnittfunktion, die sehr an diejenige des iPhone 3GS erinnert. Und mit der Sharing-Funktion von Quicktime X lassen sich die getrimmten Videoclips auf Youtube schieben. Oder nach iTunes oder auf den eigenen MobileMe-Server.
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