Warum Steve Jobs und Apple so erfolgreich sind und waren

An solch einem Tag wie dem 6. Oktober 2011 sollte man ein Weilchen innehalten und den Lauf der Welt an sich vorüberziehen lassen. Klar, ich habe Steve Jobs nicht gekannt, aber zumindest hatte ich das Vergnügen, ihn im Januar 2008 auf der Bühne erleben zu dürfen. Der Platz war zwar nicht gut, aber die Aura, die ihn umgab, war bis dort hinten zu spüren, wo ich saß und seinen Worten lauschte. Und klar kenne ich Teile seiner Geschichte und kenne vor allem seinen Auftritt an der Stanford-Universität, den ich heute im Andenken an Mr. Jobs nochmals in voller Länge angesehen habe.

Bemerkenswert an seiner Rede vor einer großen Schar an College-Absolventen sind viele Dinge, aber besonders zitierenswert finde ich vor allem drei Aspekte:

Tue das, was du tust, mit Liebe. Denn nur wenn dein Herz richtig dabei ist, kannst du erfolgreich sein.

Das Schicksal und seine verschlungenen Pfade lassen sich immer nur im Nachhinein richtig deuten. [Und davon hat Jobs so einiges erlebt.]

Höre nicht auf, das Richtige zu tun und niemals satt zu werden. Nur dann findest du das, was du am liebsten tun willst.

Und genauso scheint er gelebt zu haben. Denn all seine Visionen und Entscheidungen hatten mit diesen drei Lebensansätzen zu tun. Und was dabei herauskam in der langen Zeit bei Apple, ist so einmalig, dass man sein Lebenswerk gar nicht hoch genug einschätzen kann.

Mit dem Mac brachte er (gemeinsam mit Steve Wozniak) einen PC auf den Markt, der allen damals vergleichbaren Rechnern deutlich überlegen war. Ach ja: der Denker und Tüftler war Wozniak, die Visionen hatte allerdings Jobs.

Mit Mac OS X kam ein Betriebssystem Anfang 2001 auf den Markt, das sich als so nachhaltig entpuppte, wie es wohl nur Apple entwickeln konnte. In diesem Fall half das Schicksal kräftig mit: denn ohne den Rausschmiss bei Apple im Jahr 1985 hätte Jobs wohl niemals die Firma NeXT gegründet, dessen erfolgreichstes Produkt NeXTStep hieß und aus dem letztlich Mac OS X wurde.

Im selben Jahr (also 2001) brachte Apple ein Gadget auf den Markt, das den Musikmarkt komplett umkrempeln sollte: den iPod. Dieses damals (aus heutiger) Sicht klobige Ding hatte einen 5 GByte fassenden Speicher und bot eine ganz neue Art der Gerätesteuerung. Ich habe dieses Gadget der zweiten Generation immer noch irgendwo im Schrank, und dieser MP3-Player war letztlich auch mein Einstieg in die Apple-Droge.

Mit dem Erscheinen des iPod war natürlich auch ein Stück Software eng verknüpft, das ebenfalls eine ganze Branche auf den Kopf stellte: iTunes. Mit diesem zu jedem Mac gehörende Programm ließ und lässt sich die eigene Musiksammlung prima verwalten und im zugehörigen Store per Kaufbefehl beliebig erweitern. Dies machte natürlich der Musikbranche zunächst heftig zu schaffen, aber am Ende versammelte sie Steve komplett hinter sich, und heute leben alle sehr, sehr gut davon.

Und letztlich ist dieses Ökosystem iTunes der Hauptgrund für den riesigen Erfolg Apples, denn mit solch einem gut funktionierenden Onlineshop lässt sich alles verkaufen, so wie es Apple seit Jahren vormacht und was ständig die Nachfrage an neuen Inhalten anheizt. Und neue Geräteklassen ohne Probleme ermöglicht. Apps fürs iPhone? Via iTunes! Filme und Videos für iPod und Co? Gibt’s in iTunes. Bücher fürs iPad? Geh zu iTunes! Und selbst einen Appstore für herkömmliche Desktop-Anwendungen waren dank des eingeführten Systems in Form des Mac App Store problemlos möglich.

Das ist wohl neben den tollen und funktionierenden Produkten ein wesentlicher Grund für den Erfolg von Steve Jobs und Apple. Und daran wird sich trotz des Ablebens von einem der Gründer so schnell erst mal nichts ändern. Hoffentlich!