Wackelschutz: Werbetrick oder Profi-Funktion?

BenQ DC C 630Vorsicht, wenn eine neue Kamera mit einem Bildstabilisator angepriesen wird. Das gilt besonders, wenn das angebotene Modell auch noch verdächtig preiswert ist wie die BenQ DC C630 für rund 160 Euro.

Wackelschutz, AntiShake, Anti-Erschütterung, Shake Reduction – alle Begriffe meinen das gleiche: Die Kamera schützt vor verwackelten Bildern. Entscheidend ist jedoch die Technik, die dahinter steckt.

Bei Sonys Alpha und der Pentax K100D beispielsweise ist ein optischer Bildstabilisator eingebaut. Der Sensor ist beweglich gehalten, so dass er die Kamerabewegung ausgleichen kann. Dabei hat der Fotograf alle Freiheiten, die ISO-Zahlen, Belichtung und Blende so einzustellen, wie er es will. Ähnliche Vorzüge bietet Panasonics Optical Image Stabilizer. Hier verhindert ein Kreiselsensor im Objektiv unscharfe Fotos.

Ein elektronischer Bildstabilisator funktioniert anders: Die Kamera-Automatik erhöht die Lichtempfindlichkeit und löst gleichzeitig der Blitz aus oder verringert die Belichtungszeit. Dadurch lässt sich ein Verwackeln natürlich reduzieren. Jedoch schränkt die Automatik den Fotografen ein und meist quittiert die Kamera die höhere ISO-Zahl mit einem stärkeren Bildrauschen.

Prinzipiell ist gegen einen elektronische Bildstabilisierung nichts einzuwenden. Um bewegte Motive einzufangen, sind diese Einstellungen üblich. Ärgerlich ist aber, wenn Hersteller in Werbeangeboten nicht deutlich machen, dass es sich eben nicht um einen viel teureren, optischen Bildstabilisator handelt.

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