Was sich nicht alles tummelt in den unendlichen Weiten der WLAN-Standards: 11a, 11b, 11g, 11i, 11n, 1x, und so fort.

Das IEEE hat am 20. Januar 2006 den Entwurf für den neuen WLAN-Standard 802.11n verabrschiedetDie aufgezählten Ziffern-Buchstabenkombinationen beziehen sich auf existierende Standards des IEEE-Konsortiums, einem Zusammenschluss von US-Ingenieuren, die stets bestrebt sind, einheitliche Regeln für neue Technologien zu finden, um eine bestmögliche Kompatibilität zu garantieren.

So besagt beispielsweise 802.11g (so der vollständige Name), dass die Daten per Funk auf dem 2,4-GHz-Frequenzband von A nach B wandern, und dies mit theoretisch festgelegten 54 MBit/s. Dass dies in Wahrheit nur 20 bis 25 MBit/s sind, verrät 802.11g natürlich nicht (das ist im Falle von 802.11a übrigens genauso, nur auf einer anderen Frequenz, nämlich 5 GHz).

Ähnlich sieht es mit 802.11n aus. Noch gar nicht auf der Welt, und schon machen sich die einen über ihn lustig, und die anderen tun einfach so, als ob er schon beschlossene Sache wäre.

trendnet_11n_router.jpgDabei sagt 11n nichts anderes aus als 300 MBit/s Höchstgeschwindigkeit und eine deutlich höhere Reichweite von mehreren hundert Metern. Darüber hinaus kommt eine Technik zum Einsatz, die als neuer Wein in alten Schläuchen verkauft wird: MIMO.

Und so könnte die Liste länger und länger werden. Wenn es da nicht etwas gäbe, das noch wichtiger erscheint als alle ratifizierten Standards zusammen: die Pseudo-Standards.

Sie hören beispielsweise auf die Kürzel g+, g++ und andere lustige Bezeichnungen. Das Pluszeichen zeigt, in welche Richtung es geht: mehr als „g“, also schneller und besser als 802.11g.

Das ist erstens gegenüber 11g nicht sehr nett, und zweitens stimmt dies nur bedingt.

Denn was g+ oder g++ oder sonst was nicht sagen: Sämtliche WLAN-Komponenten – also alle Clients und die Access Points – müssen g+ oder g++ oder sonst was unterstützen. Nur dann, und nur dann, funkt’s mit 108 MBit/s oder 125 MBit/s oder sonst was.

Aber: Kompatibel soll es sein. Trotz oder wegen der Pseudo-Standards?!

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Michael Hülskötter

Ich bin Blogger, IT-Journalist, (Buch-)Autor, Videotrainer, Content Manager – und das alles in einer Person. Ich gehöre seit 1999 der schreibenden Zunft an, und es macht mir immer noch sehr viel Spaß. Lebe seit 1977 in München und habe drei wundervolle Kinder.

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