Verwirrung um kostenpflichtige Aktivierung von 802.11n

Letzte Woche hat Apple das neue Airport Extreme vorgestellt. Es beherrscht den schnellen WLAN-Standard 802.11n. Dabei wurde bekannt, dass fast alle aktuellen Macs 802.11n-fähig sind. Genauer gesagt alle Intel-Core-2-Duo- und Intel-Xeon-Macs (mit Ausnahme des 17-Zoll-iMac mit 1,83 GHz Intel Core 2 Duo Prozessor). Allerdings muss die 11n-Funktion erst mit Hilfe eines Programms freigeschaltet werden. Dieses soll dem neuen Airport Extreme beiliegen.

Apple AirPort Extrem Rückseite

Preisvergleich Airport Extreme

Wer bei einem 802.11n-fähigten Mac das schnelle WLAN aktivieren möchte und kein Airport Extreme kaufen will, weil er beispielsweise einen 11n-Access-Point eines anderen Herstellers nutzen möchte, soll die „Enabler-Software“ nur gegen Gebühr erhalten. Die Rede ist von knapp fünf US-Dollar.

Laut eines Artikels auf iLounge ist der Grund dafür der so genannte Sarbanes-Oxley-Act. Ein US-Gesetz, welches im Nachgang der großen Bilanzskandale rund um Enron und Worldcom verabschiedet wurde und die Unternehmensberichterstattung regelt.

Was aber hat das mit den 802.11n-Funktionen von Macs zu tun? Ganz einfach. Angeblich, so zitiert der iLaunch-Autor einen Apple-Vertreter, habe Apple die Core-2-Duo-Macs bisher angeboten, ohne auf die 802.11n-Fähigkeiten hinzuweisen. Würde Apple das „eigentlich vorhandene“ Feature später durch eine kostenlose Aktivierung nachreichen, könnten sich daraus aktienrechtliche Probleme ergeben. Durch den Verkauf der Software – als Teil von Airport Extreme oder eben separat für fünf Dollar – würde diese Problematik umgangen werden. Aus dem gleichen Grund füge Apple seinen Produkten auch keine neuen Funktionen im Rahmen von Updates hinzu, sondern beschränke sich auf die Behebung von Fehlern.

Die Sache ist recht mysteriös und könnte auch noch mit etwas anderem zusammen hängen. Denn der 802.11n-Standard ist noch gar nicht verabschiedet. Es gibt zwar einen Entwurf (Draft), von dem man annimmt, dass er zum Standard wird. Tatsächlich aber werden die 802.11n-Spezifikationen erst Mitte dieses Jahres verabschiedet.

Vielleicht möchte Apple also einfach nur Schwierigkeiten mit möglichen Inkompatibilitäten zu 11n-Routern anderer Hersteller besser handhaben können. Denn Apple ist zwar früh dran mit seinen 11n-Produkten, aber bei weitem nicht der erste. 11n-Router, oder was die Hersteller dafür halten, gibt es schon seit letztem Jahr, beispielsweise auch von Belkin, Trendnet, Netgear oder SMC.

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