Tschüss .Mac, hallo MobileMe!


Endlich hat sich Apple seines Web-Dienstes .Mac angenommen und uns ein dickes Update beschert. Nach dem schon im Vorfeld der WWDC erste Gerüchte über eine Umbenennung in MobileMe oder .Me kursierten, war spätestens gestern Abend klar, dass das gute alte .Mac ausgedient hat.

Die guten Nachrichten vorweg: Der Preis bleibt gleich, 79 Euro im Jahr. Ausserdem gibt es jetzt doppelt so viel Speicherkapazität, nämlich 20 statt 10 GByte.

Wesentliche Neuerungen sind natürlich das neue Web-Interface und die deutlich erweiterte Synchronisation von Mails, Terminen und Adressen, jetzt nicht nur zwischen Macs, sondern auch zwischen PCs (via Outlook) und dem iPhone. Garniert wird das ganze durch einen Pushservice, der augenblicklich neue E-Mails und aktualisierte Termine bzw. Adressen auf die jeweiligen Geräte verteilt.

Das ganze darf man durchaus als Generalangriff auf RIMs Blackberry und die zugehörige Server-Software, sowie auf Microsofts Windows Mobile und den Exchange-Server verstehen. Denn Push-Dienste gab es bislang – zumindest im deutschsprachigen Raum – nur mit diesen Geräten bzw. Softwarelösungen. Deshalb wohl auch das Motto “MobileMe – Exchange for the rest of us.”

Monileme-Verkaufsbox.Mac-Abonnenten werden sich nun fragen, was mit den Funktionen jenseits der Synchronisation passiert. Aber gemach, MobileMe bietet auch nach wie vor die iDisk und die Foto-Gallerie. Nicht ganz klar ist, ob es noch den Website-Builder geben wird. Zumindest war darüber weder auf der gestrigen Veranstaltung, noch in der offiziellen Pressemitteilung etwas zu erfahren.

Ein Verlust wäre es nicht, denn die in .Mac angebotenen Templates und Funktionen waren schon immer vergleichsweise bescheiden. Klar ist jedenfalls, dass es auch in MobileMe Webspace geben wird, wahrscheinlich optimiert für den Zugang über iWeb. Wie es mit einem FTP-Zugang aussieht, steht zwar noch in den Sternen, er sollte aber möglich sein. Da es aber nach wie vor die iDisk gibt, wird man zumindest darüber auf den Webspace zugreifen können.

Ebenfalls nicht klar ist, ob es zum einen noch die Bookmark-Synchronisierung geben wird und zum anderen, ob die .mac-Mail-Adressen bestehen bleiben. Zu beiden Fragen findet sich bislang nichts im offiziellen Infomaterial. Jedenfalls ist es schwer vorstellbar, dass der Bookmarkdienst verschwinden sollte.

Auch über die .Mac-Groups finden sich bislang keine Informationen. Sollten diese verschwinden, würde Apple endgültig die Chance vertun, zu einer großen Nummer im Social-Networking zu werden. Denn das Potential war da um Microsofts Sharepoint und Webdiensten wie Mixxt oder in Teilbereichen Xing Konkurrenz zu machen. Dazu wäre es allerdings notwendig gewesen auch Anwendern die nicht .Mac-Abonennten sind den Zugriff zu erlauben.

Wie soll man also den Wechsel von .Mac zu MobileMe bewerten? Ok, der Namenswechsel und die damit eventuell verbundenen Implikationen mit den Mail-Adressen sind zunächst einmal lästig. Auf der anderen Seite ist es vom Marketing-Standpunkt sicherlich eine gute Idee den Namen zu ändern, denn er beschreibt jetzt genau was drin ist. Nämlich Dienste, die die Daten mobil machen.

Vom Funktionsumfang und der Bedienbarkeit her ist MobileMe ofeensichtlich ein großer Schritt nach vorne, wobei besonders iPhone-Nutzer davon profitieren sollten. MobileMe soll laut einer Info-Mail, die an alle .Mac-Abonennten versandt wurde Anfang Juli online gehen.


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