Test: Mit Turbo.264 Videos beschleunigt konvertieren

Endlich im Test: Turbo.264 von Elgato (Bild: Elgato)Endlich ist es soweit! Heute testen wir wie bereits angekündigt den neuen Hardware-basierten Video-Enkoder von Elgato, genannt Turbo.264. Wollen doch mal sehen, ob Elgato seine vollmundigen Versprechen einhalten kann und mit dem Stick-Konverter eine Zeitersparnis um den Faktor 4 bis 10 tatsächlich erreicht.

Die Voraussetzungen

Wir testen den Turbo.264 mit einem Macbook mit Core Duo Prozessor (2 GHz), 2 GByte Arbeitsspeicher und der aktuellen OS-X-Version 10.4.9.

Als zu konvertierende Videofilme stehen uns vier Dateien mit folgenden Merkmalen zur Verfügung:

  • Video 1: Länge: 12 s — Format: MPEG-2 — Größe: 8,9 MByte
  • Video 2: Länge: 26 s — Format: MPEG-2 — Größe: 15,3 MByte
  • Video 3: Länge: 55 s — Format: MPEG-2 — Größe: 22,2 MByte
  • Video 4: Länge: 8 m — Format: MPEG-2 — Größe: 197,4 MByte

Wie wir bei unseren ersten Tests ohne Turbo.264 feststellen konnten, dauert auf unserer Testplattform das Konvertieren eines mit eyeTV aufgenommenen Videoclips im MPEG-2-Format ins Apple-TV-taugliche MPEG-4-Format auf H.264-Basis vier bis viereinhalb Sekunden pro Aufnahmesekunde. Mal sehen, was der Einsatz von Turbo.264 bringt.

Die Installation
>> Ganz vorsichtig öffne ich den edel anmutenden Karton, der design-mäßig doch sehr an eine iPod-Verpackung erinnert. Zufall?! Sei’s drum…

>> So, jetzt schnell den ganz in Schwarz gehaltenen Turbo.264 ausgepackt und installiert. Die Vorfreude nimmt zu. Praktisch ist die kurze USB-Verlängerung. Damit lässt sich der Turbo.264 gleichzeitig mit einem zweiten USB-Gerät wie einer Maus am Macbook anstöpseln. Mit dem eyeTV Diversity geht das leider nicht, dafür ist der USB-DVB-T-Empfänger von Elgato einfach zu breit. Schade!

>> So, jetzt schnell noch per Drag & Drop die Software installieren, und los geht der Konvertierungsspaß. Nein, so schnell geht’s dann doch nicht. Zunächst kann erst mal die Software registriert werden, was uns allerdings nicht gelingen will, da laut Fehlermeldung keine Verbindung zum Registrierungsserver aufgebaut werden kann. Gut, dann halt ohne.

Das Bedienkonzept
Aufs Bild klicken, um es zu vergrößern... Die Bedieneroberfläche, gerne auch GUI genannt, präsentiert sich äußerst aufgeräumt und spartanisch. Natürlich ganz Mac-mäßig, lassen sich zu konvertierende Filme entweder per Drag & Drop in die Software ziehen oder ganz klassisch als Objekt einfügen. Oder Sie konvertieren Ihre Fernsehaufnahmen direkt aus eyeTV heraus in ein Apple-TV-taugliches Filmchen. Das funktioniert sogar ganz ohne die Turbo.264-Software, da eyeTV natürlich von Hause aus Turbo.264-fähig ist.

Aufs Bild klicken, um es zu vergrößern...Sie klicken also nur auf den kleinen Apple-TV-Button, der in eyeTV 2.4 integriert ist, und los geht die Konvertiererei mithilfe des Turbo.264. Netter Gag am Rande: Wenn Sie mit eyeTV und ohne Turbo.264 Apple-TV-Filme erzeugen, zeigt sich der Fortschrittsbalken im schönsten Grün. Mit Turbo.264 aber leuchtet derselbe Balkon in Rot. Turbo-mäßig eben…

Die Testergebnisse
Der erste kleine Test mit dem 12-Sekünder deutete es bereits an: Ohne Turbo.264 braucht unser Macbook fast eine ganze Minute, bis Apple-TV-mäßiges Videomaterial vorliegt. Und mit Turbo.264-Unterstützung? 20 Sekunden! Das ist schon mal eine Zeitersparnis um den Faktor drei.

Die CPU-Last ohne Turbo.264 während des Konvertierens in ein MPEG-4-VideoAber nicht nur die beschleunigte Konvertierung ist beachtenswert, sondern auch das ressourcen-freundliche Umwandeln spricht für den Turbo.264: Ohne dessen Mithilfe ist die Intel-CPU während der Konvertierung mit rund 80 Prozent stark ausgelastet, was nicht viel Raum für parallele Aktivitäten lässt. Außerdem springt beim Macbook der Lüfter bei solch einer CPU-Beanspruchung recht schnell an, was auf Dauer doch ziemlich nervt.

Mit dem Turbo.264 hingegen pendelt sich die Prozessorlast bei schlappen 20 Prozent ein. Das ist zwar keine wirkliche Überraschung, aber trotzdem ziemlich erfreulich.

Test Nummer zwei mit dem 26-Sekunden-Clip dauerte genau 32 Sekunden, was im Vergleich zum Ohne-Turbo-Konvertieren 76 Sekunden einspart. Faktor: 3,4. Der dritte Videoclip brachte so gesehen keine wirkliche Überraschung: Für die 55 Sekunden MPEG-2-Material brauchte das Macbook mit Turbo-Stick 64 Sekunden, was im Vergleich zu den 256 Sekunden ohne Turbo.264 etwa ein Viertel der Zeit ist.

Was könnte man daraus ableiten? Die Videokonvertierung des Elgato-Beschleunigers skaliert mit zunehmender Dauer. Mal sehen, was der letzte mit 8 Minuten Videomaterial bringt.

Heureka! Nach 34 Minuten 25 Sekunden war der Macbook ohne die Hilfe des Turbo.264 endlich fertig mit dem Konvertieren. Mit dem Turbo.264 hingegen dauerte derselbe Spaß 9 Minuten, was auch einem Verhältnis von etwa 1:4 entspricht.

Fazit: Elgato hat nicht geschwindelt, denn den Faktor vier haben wir mit unserem Macbook auf jeden Fall erreicht. Mal abwarten, welche Ergebnisse andere erzielen werden mit leistungsschwächeren Macs.

Aufs Bild klicken, um es zu vergrößern...Nachtrag: Das ist mal wieder typisch Elgato: Beim erneuten Öffnen der Turbo.264-Software sprang mir gerade ein Fenster mit dem Hinweis entgegen, dass das Update mit der Versionsnummer 1.0.1 erhältlich ist. Kaum haben sie irgendwelche Fehler entdeckt, werden diese auch prompt behoben. Mal sehen, ob das leistungsmäßig etwas bringt…

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