Teil 2: Drahtlos-Komponenten für das Wireless LAN

Im ersten Teil unseres WLAN-Kochrezepts beschäftigen wir uns mit der notwendigen Grundausstattung für das eigene Wireless LAN, also WLAN-Router und die passenden Adapter. Im zweiten Teil geht es um weitere WLAN-Komponenten, mit denen sich noch mehr aus dem drahtlosen Netzwerk herausholen lässt.

Drahtlos und zentral von allen WLAN-Clients drucken

Was nervt in vielen WLAN-Umgebungen am meisten? Genau, das Drucken per Kabel auf einem lokalen Drucker, der jedes Mal an den WLAN-Client angeschlossen werden muss, obwohl ein drahtloser Zugriff auf den Tintenstrahler oder Laser nahe liegend wäre. Falls Sie die überflüssige Umstöpselei abschaffen wollen, hilft Ihnen einen Printserver dabei.

Bei der Anschaffung des passenden Printservers sind ein, zwei Dinge zu beachten, die den Kauf des kleinen Geräts zum Erfolg machen. Außerdem existieren Alternativen zum Printserver.

Printserver muss zum Drucker passen: Hersteller wie Hewlett-Packard oder D-Link haben Ihre eigenen Printservermodelle im Programm, die sich zudem nur für bestimmte Druckermodelle des jeweiligen Hersteller eignen. Informieren Sie sich am besten vor dem Kauf, ob zu Ihrem Drucker der passende Printserver angeboten wird.

Laserdrucker sind eigenwillig: Bezüglich des passenden Printservers für Laserdrucker lässt sich nur eins sagen: Augen auf beim Kauf. Denn nicht jeder Printserver kommt mit Postscript-Befehlen zurecht, und ich selbst hatte schon Endlosdruckaufträge von weißen, leeren Blättern, die aus einem Laserdrucker mit angeschlossenem Printserver herausquollen.

Drucker mit WLAN-Printserver: Einfacher als das Herumsuchen nach dem passenden Druckerserver ist die Anschaffung eines Druckers mit eingebautem Printserver. Hewlett-Packard hat solch ein Gerät beispielsweise im Programm mit dem Namen HP Deskjet 460wbt, der rund 350 Euro kostet. Es handelt sich dabei um einen Tintenstrahldrucker, der IEEE 802.11 unterstützt und damit Datenraten von bis zu 54 Mbit/s bietet. Aber auch andere Hersteller wie Epson und Canon haben Drucker mit WLAN-Printerserver im Portfolio.

WLAN-Router mit eingebautem Printserver: Falls Sie ohnehin noch keinen WLAN-Router Ihr Eigen nennen und demnächst zwecks Wireless LAN solch ein Gerät kaufen wollen, können Sie gleich zu einem Access Point greifen, der mit einem integrierten Printerport ausgestattet ist. Der P-335WT von ZyXEL ist solch ein Router, aber auch Netgear bietet mit dem FWG114P eine eingebaute Druckerschnittstelle.

Bei diesen integrierten Printerports handelt es sind meist um einen schlichten USB-Anschluss, mit dem ein Tintenstrahl- oder Laserdrucker verbunden wird und auf den alle WLAN-Clients über den WLAN-Router zugreifen und drucken können. Die Konfiguration des Druckers erfolgt über den WLAN-Router selbst.

Printserver/Drucker auf Bluetooth-Basis: Vor allem Apple-Anwender, die ein PowerBook oder iBook besitzen, wissen Bluetooth als Drahtlosvariante sehr zu schätzen. Ursprünglich wurde Bluetooth für die Funkverbindung für kurze Strecken und geringe Datenvolumina konzipiert, wie es beim Einsatz von Bluetooth-Mäusen und –Tastaturen der Fall ist.

Es existieren aber auch Printserver und Drucker, die mit einer Bluetooth-Schnittstelle ausgestattet sind und mit der sich Drucker und WLAN-Client verbinden lassen.

Für Bluetooth spricht die einfache Vernetzung, da man meist nur beide Geräte miteinander bekannt machen muss, der Rest läuft ohne größere Probleme. Die Nachteile sind einerseits die geringe Reichweite, die geringe Bandbreite und die Tatsache, dass Sie nur einen Drucker mit einem Computer verbinden können. Bluetooth 2.0 soll zumindest das Reichweiten- und Bandbreitenproblem beheben.

Für mehr Reichweite: Bridge und Repeater

Falls die Reichweite Ihres Wireless LAN nicht Ihren Vorstellungen entspricht, können Sie zu einem zusätzlichen Access Point greifen, der als Bridge oder Repeater fungiert. Hierfür reicht ein preisgünstiges WLAN-Gerät völlig aus, das die gewünschte Funktion bietet.

Im Grunde genommen sind Bridging und Repeating ähnliche Dinge, nur dass beim Repeating das Funksignal während der Übertragung verstärkt wird, eine Bridge hingegen die Daten einfach nur an einen anderen Access Point weiter reicht. Allerdings beherrschen mittlerweile alle gängigen Access Points beide Funktionen, sodass Sie sich um den Unterschied nicht wirklich kümmern müssen.

Know-how: Die Übergabe von Datenpakten innerhalb eines Wireless LAN von Access Point zu Access Point nennt sich Roaming und basiert auf einer Technik, die auf die Bezeichnung Wireless Distribution System (WDS) hört.

WDS bedient sich der MAC-Adresse für die problemlose Kommunikation zweier oder mehrerer WDS-kompatibler Bridges/Repeater. Jeder Netzwerkkomponente ist eine MAC-Adresse zugeordnet, mit der sich jedes WLAN-Gerät eindeutig ansprechen lässt. Damit funktioniert das Roaming innerhalb eines Wireless LAN unabhängig von IP-Adressen, die sich ja ändern können, falls Sie DHCP für die dynamische Vergabe der Adressen verwenden.

Für noch mehr Reichweite: WLAN-Antennen

Ähnlich wie Bridge oder Repeater leisten spezielle WLAN-Antennen gute Dienste, wenn es um eine bessere Reichweite und damit um mehr Tempo beim drahtlosen Datentransfer geht. Allerdings lässt nicht jeder WLAN-Router mit einer externen Antenne ausstatten, da nicht jedes Gerät mit einer SMA-Buchse versehen ist, an der sich die Antenne befestigen lässt.

WLAN-Antennen unterscheiden sich nach dem Antennentyp und dem so genannten Antennengewinn. In Sachen Antennentyp gibt es Indoor- und Outdoormodelle. Indoorantennen sind meist einfache Stabantennen für die Deckenmontage, die rundherum Funksignale aufnehmen und abgeben können.

Daneben bieten Hersteller wie ZyXEL und Netgear für Räume so genannte Sektorantennen, die das Funksignal innerhalb eines bestimmten Sektors verstärken und sich gut für direkte Funkverbindungen eignen. Indoorantennen bieten meist einen Antennengewinn von 4 bis 10 dBi.

Outdoorantennen sind für den Einsatz im Freien konzipiert und sind meist als Sektorantenne verfügbar. Sie überbrücken aufgrund ihrer Bauweise und des großen Antennengewinns von 10 und mehr dBi selbst größere Funkstrecken von mehreren Kilometern. Allerdings muss man dabei aufpassen, dass man nicht mit den existierenden Gesetzen zum allgemeinen Funkverkehr in Konflikt gerät.

Tipp: Neuere WLAN-Router, wie sie Netgear oder SMC anbieten, unterstützen die MIMO-Technik, mit der sich auch ohne zusätzliche Antennen höhere Reichweiten erzielen lassen.

Audio und Video drahtlos streamen: Musikserver

Spezielle Geräte wie der Hifidelio von Hermstedt oder Mediaserver von Netgear oder SMC bieten einen echten Mehrwert für das eigene Wireless LAN. Mit diesen Zusatzgeräten verbinden Sie Mac oder PC und Stereoanlage/Fernseher und können auf diesem Weg Ihre komplette Musik- und Videosammlung drahtlos vom Computer ins Wohnzimmer übertragen.

Aber Vorsicht: Nicht jeder Drahtlosnetzwerk ist für den ruckelfreien Videobetrieb geeignet. Hierfür sollte es sich auf jeden Fall um ein 11g-basiertes WLAN handeln, und der WLAN-Router sollte möglichst Bandbreitenmanagement bzw. Quality of Service unterstützen.

Published by Michael Hülskötter

Ich bin Blogger, IT-Journalist, (Buch-)Autor, Videotrainer, Content Manager - und das alles in einer Person. Ich gehöre seit 1999 der schreibenden Zunft an, und es macht mir immer noch sehr viel Spaß. Lebe seit 1977 in München und habe drei wundervolle Kinder.

%d Bloggern gefällt das: