Technik, Grundlagen, Anbieter und weitere Infos zu HDTV

Fußball und HDTV – eine dauerhafte Kombination?Die Fußball-WM ist seit knapp einem Monat Geschichte, die Klinsmänner sind nicht Fußballweltmeister geworden, Klinsmann ist nicht mehr Teamchef und alle fragen sich: wie geht es weiter mit dem deutschen Fußball?!

Und: wie geht es weiter mit dem deutschen Fernsehen? Auch diese Frage stellt sich seit der WM immer wieder.

Auf den IFA Preview Days wurde das Thema ganz unterschiedlich diskutiert: So verbuchte Sharp ein deutliches Absatzplus bei LCD-Fernsehern, Philips hingegen hatte zwar erheblich Ausgaben wegen ihres Public-Viewing-Engagements, konnte aber laut eigener Aussage kein echtes Absatzplus erkennen.

Wie also ist es bestellt um die Zukunft des deutschen Digital-TVs? Werfen wir hierzu mal einen Blick hinter die Kulissen der Fernsehtechnik.


Neues Fernsehformat
Mit dem hochaufgelösten High Definition Television (HDTV) soll sich ein neues Übertragungsverfahren durchsetzen, das den Jahrzehnte alten PAL-Standard spätestens 2010 ablösen soll.

Zumindest sagen das ARD und ZDF, deren Fahrpläne bezüglich HD-Ausstrahlungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen 2008 beziehungsweise 2010 vorsehen.

Technische Details
Die Unterschiede zwischen PAL und HDTV könnten unterschiedlicher nicht sein: So beträgt die mögliche Auflösung bei HDTV 1920 x 1080 Bildpunkten, was rund zwei Millionen Pixeln entspricht.

Das sind etwa fünf Mal so viele Bildpunkte wie beim PAL-Signal, das gerade mal auf eine Auflösung von 720 x 576 Pixel kommt. Dies sind umgerechnet 415.000 Bildpunkte.

HDTV bietet gegenüber PAL mehr Details und mehr sichtbare Fläche

Die Folge dieser erhöhten Auflösung der HD-Signale: superscharfe, farbechte und plastische Bilder, die alles bisher Gesehene in den Schatten stellen.

HD-Fernseher von Sharp unterstützen teilweise 1920 x 1080 Erforderliche Bandbreite
HDTV unterscheidet aus Gründen der erforderlichen Bandbreite zwischen zwei Auflösungsmodi: 720 und 1080. 720 entspricht einer senkrechten Auflösung von 720 Bildpunkten, entweder im Vollbildverfahren („progressive“) oder im Zeilensprungverfahren („interlaced“) mit 1280 x 720 Bildpunkten.

1080 hingegen kommt auf 1080 vertikale und 1920 horizontale Bildpunkte, und dies meist im Zeilensprungverfahren. Derzeit kommt bei der Ausstrahlung von HD-Inhalten die 720-Variante zum Einsatz, da die notwendige Bandbreite geringer ist als bei 1080.

Außerdem zeigen Tests mit HD-Content, dass 1080 erst bei einer Monitorgröße ab 60 Zoll besser aussieht als die 720er-Auflösung.

Dolby Digital und 16:9
Für HDTV spricht auch die Audioqualität in Dolby Digital 5.1. Das sorgt neben den hochaufgelösten Bildern für den richtigen Sound. Außerdem unterstützt HDTV im Gegensatz zu PAL das Bildformat 16:9, das deutlich mehr Sichtfläche zur Verfügung stellt.

Premiere-HD mal 3: Sport, Filme und DokusMäßiges HD-Angebot in Deutschland
Premiere ist derzeit der einzige deutschsprachiger TV-Sender, der HDTV regelmäßig ausstrahlt. Ob die 50 Euro pro Monat (12 Monate Laufzeit) für das Komplettpaket inklusive HD gerechtfertigt sind, muss jeder für sich entscheiden.

Denn auf gerade mal drei HD-Kanälen können Sportevents, Spielfilme und Dokumentationen in Höchstauflösung bewundert werden.

Zudem wagen Pro7 und Sat.1 seit Mitte letzten Jahres erste HD-Gehversuche, die sich Simulcast nennen. Hinter diesem Begriff verbirgt sich das simultane Versenden digitaler Inhalte im PAL- und HDTV-Format.

Spaßbremsen HD-Dekoder und Kopierschutz
An der dürftigen Ausstrahlung von HD-Inhalten in Deutschland ist auch die äußerst dürftige Auswahl an HDTV-tauglichen Settop-Boxen Schuld.

Zaubert gute HDTV-Bilder auf Ihren Fernseher: Humax PR-HD1000Neben dem Decoder von Umax bietet noch Pace einen premieretaugliche Dekoder an, der allerdings nach wie vor Probleme macht.

Und Philips hat die Auslieferung ihrer geplanten HD-Box erneut verschoben.

Als echte Spaßbremse könnte sich auch der Kopierschutz erweisen, der für HD-Inhalte vorgesehen ist. Um die Lizenzrechte der HD-Anbieter garantieren zu können, muss jedes HD-taugliche Geräte – ob LCD-TV oder HDTV-Dekoder – mit einer digitalen Schnittstellen ausgestattet sein.

Hierfür kommen entweder HDMI oder DVI in Frage. Beide Anschlüsse unterstützen den Kopierschutz HDCP. Das soll digitale Kopien bzw. Aufnahmen verhindern, vor der sich die Filmbosse von Warner Brothers, Disney & Co so sehr fürchten.

Published by Michael Hülskötter

Ich bin Blogger, IT-Journalist, (Buch-)Autor, Videotrainer, Content Manager - und das alles in einer Person. Ich gehöre seit 1999 der schreibenden Zunft an, und es macht mir immer noch sehr viel Spaß. Lebe seit 1977 in München und habe drei wundervolle Kinder.

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