[MWC2010] Mobiler, nativer Last-fm-Client für Moblin

Am heutigen Mittwoch während des Mobile World Congress im schönen Barcelona hatten wir die Gelegenheit, mit Juan José Sánchez Penas zu reden, der bei igalia den Job eines Business Development Managers bekleidet. Juan hatte zwei Software-Demos am Intel-Stand dabei: ein nativer Last.fm-Client und eine sehr schlanke E-Mail-App.

Beide Anwendungen laufen auf mobilen Geräten wie einem Netbook und sind beide moblin-basiert. Die Last.fm-App sieht ziemlich gut aus und wird wohl auch den Weg in den Moblin-/MeeGo-AppUp Center finden. Was wir anhand der kurzen Demo sehen konnten, wäre die Anwendungen eine echte Bereicherung für den Intel Appstore.

Juan zeigte sich übrigens angesichts des Moblin-MeeGo-Wechsels ziemlich zuversichtlich, dass igalia ihre linux-basierten Apps recht schnell auf die neue Plattform portieren kann.

Mit Eye-Sight-API Gestensteuerung für mobile Geräte

Wie ich ja hier schon gebloggt habe, kommen auf dem Intel-Stand A49 in Halle 7 (App Planet) während des Mobile World Congress diverse Software-Entwickler mit ihren Demos vorbei, die hauptsächlich auf Moblin basieren und auf den vorhandenen Netbooks laufen.

Einer dieser ISVs (Independent Software Vendor) ist Eye Sight: Die Entwickler dort haben eine Schnittstelle programmiert, mit deren Hilfe die eingebaute Webcam zum Kontrollmedium mutiert. Soll heißen, dass man per einfacher Handbewegung nahezu jedes mobile Gerät steuern kann. So zeigte uns Amnon Shenfeld von Eye Sight, wie man per Wischbewegung durch eine Bilderdatenbank blättern kann. Wir wissen ja nicht erst seit der Wii, wie intuitiv und simpel das ist.

Da es sich dabei um eine API handelt, die möglichst viele Entwickler in ihre Anwendungen einbauen sollen, werden wir wohl in Zukunft viele Menschen sehen, die ihrem Netbook oder Smartphone zuwinken. Und ganz bestimmt wird die Eye-Sight-Technik bald auch auf MeeGo laufen.

Und weil wir es noch ein wenig genauer wissen wollten, haben wir Amnon vor unsere Kamera gelockt und ihn mit drei schlauen Fragen konfrontiert, die er sehr unterhaltsam beantworten konnte. Und einen kleinen Einblick in die Eye-Sight-Technik gewährte er uns ebenfalls.

Mit Fluendo DVD-Player mobil Videofilme ansehen

Tag zwei des Mobile World Congress brachte mich auf dem Intel-Stand A49 in Halle 7 (App Planet) mit Katia Martí zusammen, die sich bei Fluendo um die externe Kommunikation und das Marketing kümmert. Katia hatte den Fluendo DVD-Player für Moblin und ein externes DVD-Laufwerk dabei, das sie an ihr Netbook anschloss und dann damit einen DVD-Film ablaufen ließ.

Wer sich jetzt fragt, warum man eine DVD-Software für Mini-Laptops braucht, sollte sich den Fluendo DVD-Player genauer ansehen, den uns Katia kurz gezeigt hat. Er bietet alle Merkmale eines „richtigen“ DVD-Programms und ist gleichzeitig ein perfekter Reisebegleiter für Filmfreaks. Natürlich wollten wir von Katia hören, wie sie die von Intel und Nokia gemeinsam angekündigte Linux-Distribution MeeGo einschätzt und die Chancen, die sich daraus für ihr Unternehmen ergeben. Na dann: Film ab!

Interaktives und soziales Fernsehen der Zukunft mit Fuugo

Die Software steht zwar nicht auf unserer Vorab-Demo-Liste, interessant ist sie aber allemal: Fuugo, eine interaktive und äußerst soziale Fernseh-Software, die unter Moblin läuft und die für den Einsatz auf Netbooks, Smartphones und anderen mobilen Geräten konzipiert wurde.

Axel Technologies, die für Fuugo verantwortlich zeichnen, lassen ihre potenziellen Anwender auf ihrer Webseite ganz bescheiden wissen, dass Fuugo das Fernsehkonzept ganz neu erfindet, was sich Telefusion nennen soll. Die Ansätze von Fuugo können sich aber auch sehen lassen: Das Fernsehen der Zukunft wird mobiler, interaktiver und sozialer. Fuugo verbindet nämlich Anwender via Chat und erlaubt es ihnen, aktuelle Sendungen oder Sender per Twitter oder Facebook zu empfehlen. Coole Idee!

Wir hatten auf dem Intel-Stand zum Glück die Gelegenheit, mit dem zuständigen Vertriebsmann über Fuugo zu reden und uns die wichtigsten Features zeigen zu lassen. Und natürlich hatte Markus Kaarto auch eine Meinung zu MeeGo, die er uns gerne mitteilte. Und das Ganze haben wir per Videokamera aufgezeichnet und auf Youtube geladen. Na dann …

PopCatcher vergrößert die MP3-Sammlung automatisch

Eine weitere coole mobile App, die während des Mobile World Congress am Intel-Stand auf einem Netbook gezeigt wurde, nennt sich PopCatcher und kommt von der gleichnamigen schwedischen Entwicklerschmiede. PopCatcher ist ein ziemlich cleveres Stück Software, das aus einem Radio-Livestream den Musikteil herausfiltert und als MP3 auf Festplatte oder Flash speichert. Denn PopCatcher erkennt Sprache und Werbung vor und nach dem Musikstück und lässt beides einfach durch den digitalen Rost fallen.

Toll an PopCatcher ist auch dessen Wandlungsfähigkeit: Ob als Stand-alone-Software auf einem Netbook oder als Bestandteil eines Radioempfängers oder MP3-Players mit Radiofunktion – PopCatcher lässt sich auf ganz unterschiedliche Arten einsetzen. Das macht die App zu einem echten Universalgenie.

Wie gut, dass CEO Jakob Berg für ein kurzes Interview zur Verfügung stand und uns drei kleine Fragen beantwortete. Unter seinen Antworten befindet sich auch ein Statement zur gerade vorgestellten Linux-Distribution MeeGo, die Intel und Nokia gemeinsam unter das Entwicklervolk dieser Welt bringen wollen.

Moblin bekommt ein neues Zuhause: MeeGo

Heute, am ersten Tag des Mobile World Congress zu Barcelona, lüfteten Nokia und Intel auf ihrer gemeinsamen Pressekonferenz im hoffnungslos überfüllten Once-Zentrum ihr gemeinsames Geheimnis: Aus Maemo und Moblin wird eine gemeinsame Linux-Plattform mit dem sehr lautmalerischen Namen MeeGo.

Die Idee dahinter ist recht einfach: Anstatt zwei verschiedene Linux-Süppchen für mobile Endgeräte zu kochen, wollen Intel und Nokia lieber etwas Großes auf die Beine stellen, was ja letztlich allen Software-Entwicklern zu Gute kommen könnte. Und um das Ganze möglichst neutral und vor allem opensource-tauglich zu halten, untersteht MeeGo der „Oberaufsicht“ der Linux Foundation.

Die Entwicklungsumgebung von MeeGo ist ebenfalls bekannt: So wird Qt zum Einsatz kommen, das sowohl unter Maemo als auch unter Moblin genutzt wird. Darüber hinaus werden Linux-Entwickler auf Qt Creator zugreifen können, der eine komplette Entwicklungsumgebung zur Verfügung stellt. Dazu gehört ein C++-Editor samt Compiler, ein GUI-basierter Debugger sowie Tools für Codemanagement und eine Online-Hilfe. Und das Beste daran: Qt Creator untersteht den LGPL-Richtlinien und kann damit völlig kostenlos für eigene, kommerzielle Projekte verwendet werden.

Was der Entwicklung von MeeGo-Anwendungen ebenfalls helfen wird, sind zweierlei Dinge: Einerseits gibt es den Qt Creator für Linux, Windows und Mac OS. Damit steht MeeGo nahezu allen C++-Programmierern offen. Und das betrifft sowohl bereits existierende Moblin- und Maemo-Entwickler als auch ganz neue Anwender. Andererseits sollen im Gegensatz zu Moblin oder Maemo nicht nur linux-basierte Anwendungen für Netbooks oder Smartphones geschrieben werden, sondern für alle Hardware-Plattformen, die derzeit auf dem Markt sind – und künftige.

Bis MeeGo allerdings zum ersten Mal auf einem passenden Gerät zu sehen sein wird, vergeht wohl noch ein knappes Vierteljahr, zumindest ist der offizielle Start für das zweite Quartal 2010 vorgesehen. Bis dahin sollten aktuelle Maemo- und Moblin-Projekte auf MeeGo portiert werden, was laut der Intel- und Nokia-Zuständigen kein echtes Problem darstellen sollte. Na, wir werden sehen.

Ach ja: Eine der wichtigen Fragen während der Pressekonferenz lautete, wie es angesichts der gemeinsamen, neuen Software-Plattform mit Symbian weitergehen wird. Die passende Antwort von Kai Öistämo, dem zuständigen Nokia-Manager, lautete: „Symbian wird natürlich weiterhin neben MeeGo existieren!“ Das klang ein bisschen wie ein Präsidenten-Dementi auf die Frage, ob der Verein noch zum Trainer steht. Und am nächsten Tag ist er dann entlassen …

Intel auf den M-Days 2010: Netbook-Apps und AppUp Center

Heute Abend beginnt mit dem Mobile Zeitgeist München Mixer unsere „mobile Woche“, die Donnerstag und Freitag ihre Fortsetzung auf den M-Days 2010 findet. Diese „Kongressmesse“ soll heuer noch größer werden als im vorigen Jahr, was sich schon an der vorgesehenen Besucherzahl ausdrückt: Bis zu 1.400 Konferenzteilnehmer werden erwartet, weshalb das Kongressprogramm deutlich ausgedehnt wurde. Außerdem wird es ein Public Forum geben, auf dem weitere Themen zur Sprache kommen. Dieses offene Plenum steht im Gegensatz zum Kongress jedem Messebesucher offen (Tickets hierfür kosten an der Kasse 20 Euro).

Intel wird auf den M-Days vertreten sein, und das in zweierlei Hinsicht: Zum einen zeigt der Chip-Hersteller innerhalb des Ausstellerbereichs seine neuesten Projekte in Sachen Mobile Computing, namentlich das Intel AppUp Center, also den auf der CES 2010 vorgestellten App Store. Dazu gehören natürlich die passenden Informationen rund um das Intel Atom Developer Program (IADP), für das ihr euch anmelden müsst, um eure Anwendungen im Intel AppUp Center einstellen zu können.

Darüber hinaus wird Wolfgang Petersen zu Wort kommen. Wolfgang ist einer der führenden Köpfe rund um IAPD und Intel AppUp bei Intel Deutschland. In seiner 10-minütigen Präsentation innerhalb der Session „Open Mobile: Innovation – from Networks to Apps“ am Freitag ab 10:00 Uhr im Kongressbereich wird er zeigen, dass das Ecosystem Netbooks große Chance für Software-Entwickler bietet. Das hat vor allem mit dem Mehrwert „Mobile Apps“ und der daraus resultierenden Einnahmequelle zu tun.

Es gibt also diverse gute Gründe, auf die M-Days zu kommen. Am Intel-Stand gibt’s nämlich schicke, neue Netbooks mit Pine-Trail-Technik, auf denen Moblin 2.1 zu sehen sein wird, der Intel AppUp Center sowie einige der ersten Netbook-Apps, die dort bereits verfügbar sind. Darüber hinaus sollten interessierte Software-Entwickler die Chance ergreifen, um mit Intel über die Möglichkeiten des Atom Developer Program zu reden und darüber, wie sich mit mobilen Anwendungen für Netbooks Geld verdienen lässt. Die Session von Wolfgang ist sicherlich ebenfalls besuchenswert – falls man einen Konferenzpass sein Eigen nennt.

Und nicht zuletzt ist solch eine Veranstaltung natürlich eine prima Networking-Gelegenheit. Man kann alte Bekannte wiedersehen, neue Leute kennen lernen und möglicherweise auch interessante Projekte auftun.

Ach ja: Auf den M-Days wird der erste Mobile Monday des Jahres stattfinden (und das an einem Donnerstag!). Als Thema steht eine Demo Night im Vordergrund, auf der fünf Startup-Unternehmen innerhalb von fünf Minuten ihre Geschäftsmodelle oder ähnliches vorstellen dürfen. Am Ende gibt es einen Gewinner, dem neben Ruhm und Ehre vier Karten für die Mobile Media Night sowie diverse Erwähnungen auf den MoMo-Postillen winken.