MeeGo-Smartphone in Wort, Ton und Bild

Letzte Woche hatte ich es angekündigt und heute ist es soweit: Steve „Chippy“ Paine hat auf carrypad.com einen ausführlichen Beitrag zum ersten MeeGo-Smartphone auf Moorestown-Basis veröffentlicht, den ich hier kurz aufgreifen und die Highlight besprechen möchte. Am Ende von Steves Beitrag gibt es übrigens ein 16-minütiges Video, das das Ganze multimedial zusammenfasst.

Vorab sei ganz klar gesagt, dass es sich bei dem Aava-MeeGo-Moorestown-Smartphone lediglich um einen Prototypen handelt, der mit Beta-Hardware- und Pre-Alpha-Software daher kommt. Es ist also kein Gerät, das so auf den Markt kommen wird, wie Steve es in seinen Ausführungen und im Video vorstellt. Aber es gibt einen guten ersten Eindruck, wie Intel-basierte Smartphones in Zukunft aussehen könnten. Und das ist vor allem für Hard- und Software-Entwickler ein wichtiger Hinweis, wohin die Reise gehen wird.

Schön an dem Beitrag finde ich den Einstieg, der davon spricht, wie klein ein „PC“ sein kann. Genau, kein Smartphone, sondern ein mobiler Rechner, den man in seiner Hand hält und mit dem man sogar telefonieren kann. Das Aava-Phone ist mit allem ausgestattet, was man von solch einem Gadget erwarten kann: Touchsceen, diverse Sensoren, diverse Anschlüsse, Kamera und vieles mehr. Und ein Prozessor, der alles in den Schatten stellt, was bisher in Smartphones verbaut wurde. So zeigte der Javascript-Test mit Sunspider, dass das Aava-Phone im Vergleich zu einem Android-Smartphone mit Android 1.6 und Snapdragon-CPU etwa fünfmal schneller ist! Wir reden also tatsächlich von einem echten mobilen Rechner.

Aber auch die MeeGo-Bedieneroberfläche hat großes Potenzial und wird uns sicherlich noch viel Spaß bereiten. Ok, und jetzt guckt ihr euch die Sache am besten selbst an.

Preview: Erstes Intel-Smartphone mit MeeGo

Als unser lieber Kollege Steve „Chippy“ Paine auf dem Tweetup in München anwesend war, hatte er zwar eine ganze Menge an neuesten Gadgets dabei, aber das folgende leider noch nicht: das Atom-Prozessor, also mit einem speziellen ein weiteres Highlight, der bisher hauptsächlich in Netbboks verbaut wird. Und MeeGo ist ein Linux-Derivat für mobile Geräte und stellt einen „Zusammenschluss“ aus Intels Moblin und Nokias Maemo dar.

Der Grund, warum Steve das Aava-Smartphone letzte Woche nicht im Gepäck hatte, ist recht trivial: Es kam erst heute bei ihm an. Und da er aus „terminlichen Gründen“ wohl erst morgen dazu kommen wird, sich das Teil genauer mit seiner Kamera anzusehen, heißt für alle MeeGo-Smartphone-Intel-Fans: ausharren und Vorfreude aufbauen. Zum Glück gibt es ja heute schon ein weiteres Highlight, das uns die Warterei ein wenig verkürzen wird.

Ach ja: Das Aava-MeeGo-Smartphone befindet sich in einem sehr frühen Zustand, sodass man wohl keine Wunderdinge von dem Gadget erwarten darf. Aber die Wifi-Verbindung scheint zu funktionieren, und der Webbrowser läuft auch. Das garantiert zumindest ein paar erste Einblicke, wie so ein MeeGo-Smartphone der Zukunft aussehen wird. Na, da bin ich echt gespannt…

Pre-Alpha-Version von MeeGo für Tablets im Video

Gerade macht auf Youtube ein Video die Runde, das für ziemlich viel Begeisterung sorgt: In gut drei Minuten wird eine sehr frühe Version von MeeGo 1.1 gezeigt, die speziell für Tablet-PCs optimiert worden ist. Der Videoclip zeigt sehr anschaulich die optisch gelungene Bedieneroberfläche von MeeGo 1.1. So werden wie schon unter MeeGo 1.0 beispielsweise sämtliche offenen und geöffneten Objekte wie Bilder, Webseite und Videos auf der Startseite als Thumbnail angezeigt, was den schnellen Zugriff auf sämtliche Medien erlaubt.

Das gilt auch für die Integration von Social-Media-Diensten wie Facebook, Twitter und anderen Services, die automatisch auf der Startseite angezeigt werden. Und so wie es sich für ein touchscreen-basiertes UI gehört, kann man mit dem Finger durch Tweets, Fotos, Facebook-Einträge und andere Medien scrollen. Und für eine Pre-Alpha sieht das schon ziemlich gut und flüssig aus.

Schick ist auch der Bereich „MySlate“, in dem sämtliche offenen und kürzlich geschlossenen Anwendungen gelistet werden, genauso wie die mit dem Tablet verbundenen Geräte.

Neben diesem aufwändigen UI von MeeGo 1.1 gibt es auch einen schlichteren Bereich, in dem sämtliche Anwendungen als Icon dargestellt werden, die per Fingertipp gestartet werden können. Für die offenen Apps hält MeeGo 1.1 für Tablets eine Taskbar bereit, die wie unter Mac OS verschwindet und erst dann erscheint, wenn man in eine laufenden App verzweigt. So sieht man die Fotoapp, mit der sich Bilder manipulieren lassen. Multitouch unter MeeGo 1.1 macht schon einen ziemlich guten Eindruck.

Nett ist auch eine Art Multitasking, das MeeGo 1.1 zu unterstützen scheint. Damit kann man recht schnell zwischen zwei offenen Apps hin- und herschalten. Anwendungen lassen sich aber auch genauso einfach schließen, indem man auf das Kreuz in der rechten oberen Ecke tippt. Was man auch gut sehen kann: MeeGo 1.1 spielt in Verbindung mit Tablets HD-Videos ab, und das sieht recht gut aus. Vermutlich handelt es sich dabei um 720p-Clips, welche Hardware zugrunde liegt, ist allerdings nicht klar. Aber das Gesehene macht wirklich Lust auf mehr.

Woran die Entwickler von MeeGo 1.1 für Tablets auch gedacht haben, ist eine Integration des Intel-Stores, die sich Intel AppUp Center nennt und mit deren Hilfe neue Apps ganz im iPhone- und iPad-Stil auf dem MeeGo-Tablet landen. Im Gegensatz zum Apple App Store lassen sich auf MeeGo-Tablets bereits installierte Anwendungen direkt aus dem AppUp Center starten.

Aber nicht nur ich finde diese doch sehr frühe Version von MeeGo für Tablet sehr gelungen, davon zeugen die vielen, vielen Kommentare, die sich teilweise sehr euphorisch zum Video äußern. Auswahl gefällig?!

It’s like the iphone’s iso4 but better!

Really looking forward to this!

This is the tablet.. not the handset. But it is extremely fast and smooth thanks to Intel’s knowledge about proccesors.

I’m an Android fan, but this looks really great. And really smoothly for an alpha-version! I hope u’ll release a payable tablet under 300€!

Kicks the iPad in the balls in terms of features and innovation.

Will this blow away the iPad?!? 

Freakin Amazing! I can’t wait man.. this is what innovation looks like.

This looks far more appealing. I was wondering where to go next after my HD2 – this has pretty much sold Meego for me.

Great and amazing even it is alpha.

Apple are years behind with their old fashioned tablet OS.

If Nokia and Intel do this correctly, iPad is in trouble! P.S. I never liked the iPad anyways, MeeGo looks very promising. All the best Nokia and Intel.

We have an iPad killer on our hands!

This is epic. A true leap in technology. wow Nokia and Intel plan on having this in cars phones and tablets in 2011. Things are a changing. Changing for the good.

So, ihr iPad-Besitzer, was sagt ihr nun?!

My Kalenderwoche 24: App-Portierung, Tweetup und iPad als Businesstool

Mal wieder ist eine Woche ins Land gegangen, und wieder ist eine ganze Menge passiert. Daher folgt erneut an dieser Stelle die beliebte Rubrik „My Kalenderwoche“.

An erster Stelle sollen dieses Mal nicht meine Blogposts stehen, die ich letzte Woche verfasst habe, sondern ein Hinweis auf eine Veranstaltung, die ich gerade in Zusammenarbeit mit Intel vorbereite. Es handelt sich dabei um ein sehr spannendes Tweetup, das am Dienstag, 29. Juni 2010, in München stattfindet. Mehr Infos dazu findet ihr in einem separaten Blogbeitrag.

Blogseitig stand (und steht) eine Serie im Vordergrund, mit der ich vor allem all diejenigen erreichen und mit Infos versorgen will, die eine iPhone- oder iPad-App geschrieben haben und die mit dem Gedanken spielen, ihre Anwendung zwecks zusätzlicher Einnahmemodelle auf weitere Plattformen zu portieren.

Im Fall meiner Miniserie sind es Netbooks (Teil 1, Teil 2 und Teil 3 stehen schon online, weitere Teile werden folgen.). Zum dritten Teil hat sich übrigens Jens Weller bei mir gemeldet. Jens ist Software-Entwickler im Bereich Windows, Linux und Web und hatte den sehr guten Tipp für mich, beim Portieren von Anwendungen die Entwicklungsumgebung Qt mal ein wenig genauer anzusehen. Das werde ich doch glatt tun.

Weitere Blogposts, die ich letzte Woche verfasst habe, beschäftigen sich mit der Parallelisierung von meego-basierten Anwendungen und einem Onlineartikel, den der Kollege Joachim Kroll von elektroniknet.de mit dem Titel „Softwarefirma Intel“ verfasst hat. Interessante Aspekte, die er da anlässlich der Intel Software Konferenz 2010 aufstellt. Allerdings musste ich mit meinem Beitrag ein wenig darauf regagieren, woraufhin er ebenfalls reagiert hat.

Ach ja: Am letzten Dienstag ergab es sich aufgrund eines kleinen Serverproblems, dass mein iPad für eine weitere Businessanwendung zum Einsatz kam. Ich musste nämlich per iPad, SSL und Terminaltool auf unseren Webserber zugreifen, da sich mein Macbook zu diesem Zeitpunkt im Büro befand und ich den Server sofort neu starten wollte. Also hab ich mir für 79 Cent ein SSL-Tool besorgt, den Server rebootet und einen Beitrag dazu verfasst. Und wie man per VNC auf Musikserver und andere entfernte Geräte zugreift, lernt man in diesem Beitrag auch.

Am Mittwoch, den 16.6. habe ich übrigens per Zufall entdeckt, dass die Bahn endlich die Option bietet, Onlinetickets nicht mehr nur ausgedruckt, sondern auch per MMS auf dem Handy mitzunehmen, um es als gültiges Ticket nutzen zu können. Und da ich heute meine Fahrkarte für Freitag gebucht habe (an diesem Tag fahre ich auf den Samsung Dev Day nach Frankfurt/Main), musste ich dieses Feature natürlich gleich mal ausprobieren. Nachdem ich mehrere Anläufe gebraucht habe, diese Funktion freizuschalten, gelang es mir trotzdem nicht, eine MMS-Version des Zugtickets anzufordern. Tja, die Bahn mal wieder… Oder vielleicht doch ich?!

Asus integriert Intel AppUp Center auf ihren Netbooks

Das Thema machte auf dem letztjährigen IDF (Intel Developer Forum) erstmals die Runde: Neben Intel werden Netbook-Hersteller wie Asus, Samsung und Dell ihre eigenen App Stores auf ihre Geräte bringen. Und nun macht Asus Ernst damit und hat auf der gerade stattfindenden Computex seinen Asus App Store für Windows-Software angekündigt. Damit soll es Netbook-Anwendern in Zukunft ermöglicht werden, spezielle Programme auf ihr Gadget zu laden, die an den Formfaktor der Mininotebooks angepasst wurden.

Wie man anhand der ersten Bilder gut erkennen kann, orientiert sich Asus in Sachen Optik sehr stark am Intel AppUp Center – und das ist auch gut so. Das wird den Kunden von Asus helfen, sich sofort zurechtzufinden, wenn sie schon mal auf dem Intel App Store unterwegs waren.

Was Asus in diesem Zusammenhang angekündigt hat, ist ebenfalls bemerkenswert. So erwähnt die zugehörige Pressemeldung, dass Asus ihren App Store ab 2011 auch auf meego-basierte Netbooks packen will, sobald das Linux-System verfügbar ist. Das wäre natürlich für das Intel-Nokia-OS ein wichtiger Meilenstein, wenn einer Großen der Netbook-Zunft seine Zusagen einhält und MeeGo auf breiter Basis auf ihren Geräten installiert.

Wie beim Intel AppUp Center auch, wird es im Asus App Store kostenfreie und kostenpflichtige Anwendungen geben, die sich direkt auf das Netbook laden lassen und dort automatisch installiert werden. Asus wird seinen App Store laut eigenen Aussagen ab der zweiten Jahreshälfte auf ihren Netbooks vorinstallieren. Also sollte man ab Juli die Augen offen halten, wann die ersten Asus-Netbooks mit dem App Store ausgeliefert werden.

MeeGo ist tatsächlich das Beste von Moblin und Maemo

Nächste Woche findet in Berlin die droidcon 2010 statt, wo ich sowohl vom Barcamp als auch von der Tageskonferenz berichten werde. Die Akkreditierung ist erledigt, das Hotelzimmer gebucht, die Reiseverbindung auch – da kann ja nix mehr schief gehen.

Neben meiner noch relativ frischen Begeisterung für Googles Opensource-OS Android treibt mich auch das Sponsoring von Intel nach Berlin, die neben der Unterstützung auch einen der führenden MeeGo-Spezialisten aus Schweden in die Bundeshauptstadt schicken. Und klar, dass ich live vor Ort sowohl über Jonas Kollbergs Session als auch über die anderen Präsentationen berichten werde.

Jonas beschäftigt sich vor allem mit dem Betriebssystem-Zusammenschluss MeeGo, das das Beste aus zwei Welten in sich vereinen soll, nämlich Nokias Maemo und Intels Moblin. Wenn man sich die Featureliste von MeeGo mal ein wenig genauer ansieht, fällt recht schnell auf, dass dem auch so ist.

Das beginnt schon mit der Bedieneroberfläche, die sich doch sehr stark an Moblin orientiert. Aber auch die Middleware-Elemente deuten darauf hin:

  • Der Verbindungsmanager ConnMan war bereits unter Moblin implementiert, wird aber auch von Nokia seit Mitte letzten Jahres unterstützt.
  • Die Telefonie-APIs basieren auf dem Opensource-Projekt ofono, auf das Intel und Nokia schon seit längerem setzen.
  • Mit BlueZ setzen Nokia und Intel auf einen erprobten Bluetooth-Stack, dessen zugehöriges Projekt Anfang des Jahrtausends von Qualcomm ins Leben gerufen wurde. Auch BlueZ ist Teil von Moblin und Maemo.
  • Bei den Internet Services vertraut MeeGo unter anderem auf die Social-Media-API LibSocialWeb, mit der sich direkt auf Dienste wie flickr, last.fm und Twitter zugreifen lässt. Außerdem können die Daten innerhalb der MeeGo-Anwendung dargestellt werden.
  • Mit GeoClue lassen sich Location Based Services und Apps realisieren. Sowohl Maemo als auch Moblin setzen schon seit längerem auf dieses Opensource-Projekt zur Bestimmung von Positionen, Adressen und mehr. Beispiele hierfür sind MaemoStars, MaemoMapper und andere geo-basierte Anwendungen.
  • In Sachen 2D-Grafik unterstützt MeeGo das Opensource-Projekt Cairo, mit dem sich plattformunabhängig 2D-Elemente zeichnen, rendern und transformieren lassen. Auch Cairo ist schon seit längeren Teil von Maemo und Moblin.
  • Mit GStreamer kommt ein Multimedia-Framework zum Einsatz, das einerseits mit seinen vielfältigen Audio- und Video-Codecs glänzt und gleichzeitig Programmierern eine eigene Entwicklungsumgebung bietet, mit der sich recht einfach neue Multimedia-Plugins schreiben lassen.

Diese Liste ließe sich noch fortführen, aber dann kommt ja keiner mehr zu Jonas‘ Vortrag während der droidcon-Konferenz. Also, schon mal im Kalender vormerken: Berlin, Donnerstag, 27. Mai 2010, 12:45, Jonas Kollberg, Open Source Mobile Platform Meego. Wir sehen uns!

Was andere Firmen über MeeGo sagen

Wenn man sich auf der deutschsprachigen Webseite meego.de genauer umsieht, fällt eine Sektion auf, in der eine Reihe interessanter Aussagen zusammengetragen wurden, die Vertreter von diversen Firmen in Zusammenhang mit MeeGo verlauten haben lassen. Wie diese Liste recht eindrucksvoll belegt, kann sich das Intel-Nokia-Linux-OS für mobile Geräte einer breiten Unterstützung seitens der Branche sicher sein. Besonders bemerkenswert finde ich folgende Aussagen:

Acer sieht in MeeGo die konsequente Fortführung des Moblin-Projekts und weist auf die offene Architektur MeeGos als Antreiber eines kompletten Ecosystems hin.

Asus erachtet MeeGo als zusätzlichen Wachstumsmotor für die gesamte Netbook-Industrie und den damit verbundenen Features, die noch mehr auf die Bedürfnisse mobiler Anwender angepasst sind. Damit meint Asus unter anderem die Bedieneroberfläche von MeeGo, die sich perfekt den kleineren Bildschirmen eines Netbooks oder Smartphones anpasst.

Die BMW-Gruppe sieht MeeGo natürlich für den In-Car-Entertainment-Bereich als wichtigen Baustein der gesamten Automobilindustrie. Hierbei spielt vor allem der Multiplattform-Ansatz von MeeGo eine wichtige Rolle.

Cisco erkennt in MeeGo eine optimale Brücke zwischen den traditionellen mobilen Anwendern und ihren anspruchsvollen Business-Kunden, die vor allem in puncto Sicherheit, Webconferencing und webbasierter Zusammenarbeit besondere Erwartungen an mobile Lösungen stellen.

Die „Erfinder“ des Classmate-PCs, Metasys, sehen in MeeGo die konsequente Weiterentwicklung von Moblin und sind schon ganz aufgeregt ob der vielfältigen Möglichkeiten des mobilen Linux-Derivats.

Auch Novell betrachtet MeeGo als Plattform mit viel Potenzial und als Fortführung eines Linux-Betriebssystems für den Desktop-Markt, was angesichts der Ausrichtung von MeeGo ein wenig überraschend erscheint.

Und dass Wind River ob ihrer engen Verbundenheit mit Intel MeeGo als die künftige Multiplattform für die unterschiedlichsten Märkte und Anwender erachtet, ist kaum verwunderlich.

Intel-Nokia-Linux: MeeGo nimmt Fahrt auf

Kaum hat Intel verkündet, dass sein App Store für Netbooks und künftige weitere mobile Plattformen nach Europa kommt, zieht die Projektgruppe rund um MeeGo nach und kommuniziert ihrerseits, dass Schwung in die Sache kommt. Das heißt vor allem, dass die ersten Images dieses gemeinsamen Linux-für-mobile-Endgerät-Projekts zum Download bereitstehen.

Allerdings sollte man (noch) nicht zu viel davon erwarten, schließlich ist der offizielle Start der MeeGo-Aktivitäten für Mai terminiert. Daher müssen die vorhandenen MeeGo-Images zunächst ohne eine grafische Oberfläche auskommen. Falls ihr also MeeGo schon mal testen wollt, solltet ihr mit den gängigen Terminalbefehlen vertraut sein.

Ach ja: Die aktuell verfügbaren MeeGo-Images eigenen sich für das Nokia N900, für Intel-basierte Netbooks (also mit Atom-Prozessor) und überraschenderweise für die künftige mobile Intel-Plattform mit dem Codenamen Moorestown. Falls ihr MeeGo mal ausprobieren wollt, solltet ihr das Image am besten auf einen USB-Stick packen und von dort laufen lassen. Falls ihr nicht mehr genau wisst, wie das funktioniert: Hier gibt’s eine Anleitung dazu.

Natürlich sind gerade für Software-Entwickler die vorhandenen Git-Repositories wichtig, die für eigene Zwecke und Projekte zur Verfügung stehen. Unter meego.gitorious.org findet ihr schon einen ganzen Haufen dieser Bibliotheken und Codesammlungen, die natürlich alle kostenlos sind, da es sich ja um ein Open-Source-Projekt handelt. Zu den Repositories gehören unter anderem:

  • MeeGo Multimedia
  • MeeGo Bluetooth
  • MeeGo Cellular
  • MeeGo Developer Tools
  • MeeGo UX (User Experience)
  • MeeGo Applications

Werft einfach mal einen Blick drauf, was man damit schon alles machen kann. Und versäumt es auf keinen Fall, hier und auf der MeeGo-Seite immer wieder vorbeizuschauen. Es wird nämlich in den nächsten Wochen und Monaten noch ein Menge passieren.

Zwei Videobotschaften in Sachen MeeGo

Ich habe ja hier schon das ein oder andere Mal über das künftige Linux-Derivat MeeGo berichtet. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss der Linux-Systeme Maemo von Nokia und Moblin von Intel. Damit wollen beide Unternehmen ihre Kräfte bündeln und ein Betriebssystem für möglichst alle tragbaren und mobilen Gadgets zur Verfügung stellen.

Passend dazu habe ich gerade zwei anschauliche Videos gefunden. Im ersten kommen Doug Fisher und Imad Sousou von Intel sowie Ari Jaaksi  und Quim Gil von Nokia zu Wort. Im zweiten Clip reden Valtteri Hallá von Nokia und nochmals Imad Sousou über ihre Sicht der Dinge in Sachen MeeGo:

  • MeeGo ist das perfekte Bertriebssystem für jede Art von mobilem und tragbaren Endgerät wie Smartphone, Netbook etc.
  • Dank seines Open-Source-Gedankens steht MeeGo allen Entwicklern offen. Es gibt allso keinerlei Barrieren, um sich der MeeGo-Bewegung anzuschließen.
  • MeeGo wird die gemeinsame Schnittstelle für die Programmierung linux-basierter Anwendungen sein. Egal, ob auf oder in Netbooks, Smartphones, Fernsehgeräten, Kühlschränken und sonstigen Geräten – MeeGo unterstützt sie alle und alle verstehen MeeGo.
  • MeeGo wird – wenn es nach Intel und Nokia geht – die offene Software-Plattform für mobile Endgeräte sein. Das eröffnet Software-Entwicklern ganz neue Möglichkeiten, da sie nicht nur für einen Gerätetyp, sondern für eine Vielzahl von unterschiedlichen Devices Anwendungen schreiben können. Das spart Zeit und Geld!
  • Moblin war und ist wichtig hinsichtlich seines ausgefeilten Bedienkonzepts und der neuen Features, die in den Linux-Core eingeflossen sind. Maemo auf der anderen Seite bringt sich mithilfe seiner Qt-Schnittstellen und -Tools wie den Qt Creator in das MeeGo-Projekt ein, was Software-Entwicklern bei der Programmierung neuer Apps helfen wird.
  • Exisiterende Moblin- und Maemo-Anwendungen werden wohl ohne größeren Aufwand auf MeeGo laufen. Hierfür sind einheitliche Schnittstellen zuständig, die wiederum auf Qt basieren und mit Moblin-Features wie der Bedieneroberfläche kombiniert werden.
  • Da es sich bei MeeGo um ein Open-Source-Projekt handelt, das unter der Oberaufsicht der Linux Foundation steht, arbeiten die zuständigen Intel-Nokia-MeeGo-Teams sehr eng mit den Verantwortlichen diverser Projekte wie dem Linux-Kernel und dem oFono Telefonie-Stack zusammen.
  • MeeGo wird es schaffen, Betriebssystem- und Anwendungs-Entwickler zusammenzubringen, was den MeeGo-Markt beschleunigen dürfte. Apple macht es schließlich seit Jahren vor, wie wichtig perfekt aufeinander abgestimmte Software-Komponenten sind.
  • Künftige MeeGo-Entwickler können für eine große Zahl an verkauften Endgeräten ihre Anwendungen schreiben und diese mithilfe geeigneter Verkaufskanäle wie dem Nokia Ovi Store und dem Intel AppUp Center unters Volk bringen. Wenn das nicht nach echten Chancen klingt.

Intel unterstützt Software-Entwickler mit 1 Million Dollar

Ok, ihr Software-Entwickler da draußen, jetzt solltet ihr gut aufpassen: Intel hat einen Fonds eingerichtet, mit dessen Hilfe im Laufe der nächsten Monate (sprich: bis Ende des Jahres) insgesamt eine Million US-Dollar ausgeschüttet werden sollen. Damit will der Chip-Hersteller die Entwicklung neuer, mobiler Anwendungen für Netbook und so weiter beschleunigen und ermöglichen. Der Name dieses brandneuen Programms lautet Intel Atom Developer Program Million Dollar Development Fund. Ich nenne das hier mal der Einfachheit halber IADP-MDDF.

Der Fonds steht allen Software-Entwicklern offen – also vom Einzelkämpfer über mittelständische Entwicklerfirmen bis hin zu großen Softwareschmieden. Neben der finanziellen Unterstützung werden die teilnehmenden Entwickler auch mit der notwendige Hardware seitens Intel versorgt, also mit brandneuen Netbooks, damit ihr eure mobilen Anwendungen auch plattformgerecht testen könnt. Ziel des IADP-MDDF sind innovative Apps, die den mobilen Formfaktor eines Netbooks noch stärker berücksichtigen und das mobile Erlebnis mit solch einem Gerät weiter verbessern sollen.

Der IAPD-MDDF setzt sich aus einer Vielzahl von Einzelmaßnahmen zusammen. Die ersten drei stehen bereits fest und während der nächsten Monate zur Verfügung:

Fast Track 2010: Für ganze schnelle Entwickler ist dieses Sub-Programm gedacht. Die Idee dahinter: Die ersten 250 Anwendungen, die zwischen dem 1. und 31. März 2010 bei Intel eingereicht werden und den Validierungsprozess erfolgreich durchlaufen, erhalten eine Art Bonus in Höhe von 500 Dollar (nicht-US-Entwickler bekommen das Geld natürlich in der jeweiligen Landeswährung ausbezahlt). Und klar, dass diese Apps direkt im Intel AppUp Center landen und ab dem ersten Tag Umsatzerlöse erzielen können.

Dollars for Download 2010: Die ersten 100 Anwendungen, die Software-Entwickler vom 1. bis 31. März an Intel schicken und die den Validierungsrichtlinien entsprechen, erhalten für die Dauer von vier Monaten einen Zuschlag, der den Umsatz in dieser Zeit entsprechend erhöht. Das betrifft sogar kostenlose Apps! In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies: Für jede runtergeladene App bekommt der Entwickler 2 Dollar (resp. denselben Betag in seiner Landeswährung) gutgeschrieben, allerdings nicht mehr als 5.000 Dollar für jede kostenlose Anwendung und 25.000 Dollar pro Bezahl-App. Dabei spielt es übrigens keine Rolle, wie viele Netbook-Apps ein Entwickler einreicht. Das betrifft Fast Track 2010 ganz genauso.

Intel Atom Developer Challenge: Intels Entwicklerwettbewerb geht in die nächste Runde und lockt mit einer Reihe attraktiver Preise. Am 9. März gibt es hier auf diesem Sender mehr Informationen dazu.

Ach ja: Wichtige Infos zum Intel Atom Developer Program, zu den Validierungsrichtlinien, zum notwendigen SDK und zum brandneuen Linux-Derivat MeeGo findet ihr per Mausklick auf den jeweiligen Link.

Scott Apeland über Intel AppUp, IADP und MeeGo

Vor ziemlich genau einer Woche fand während des Mobile World Congress ein wirklich toller Techtalk mit Steve „Chippy“ Paine, Sascha Pallenberg und Scott Apeland von Intel statt. Während dieses lockeren und informativen Gesprächs gab es vor allem für Entwickler mobiler Anwendungen für Netbook & Konsorten eine Menge nützlicher Einblicke, die Scott freizügig gewährte. Zu meinen Glanzlichtern zählen unterer anderem folgende Erkenntnisse:

  • Das Intel Atom Developer Program soll Entwicklern dabei helfen, ihre mobilen Apps in das Intel AppUp Center zu transferieren und dort möglichst erfolgreich zu verkaufen.
  • Die Entwicklung des Intel App Stores erforderte ungefähr 100 Tage (und einige Nächte) und es waren rund 75 Leute in das Projekt involviert. Keine schlechte Quote für einen kompletten App Store, oder?!
  • Das zugehörige AppUp-SDK wurden bereits rund 8.000-mal vom Intel-Server abgerufen, was eine wirklich beachtliche Zahl ist. Und das führte innerhalb der ersten 30 Tage nach Veröffentlichung des SDK zu rund 300 Anwendungen, die den Weg zu Intel fanden. Klar, das waren erst mal bereits bestehende Windows-Anwendungen, aber nach und nach kommen auch ganz neue Apps bei Intel an, die den Formfaktor Netbook besser berücksichtigen.
  • Noch in diesem Jahr wird es erste OEM-AppUp Center geben, für die Intel eine Art Framework bereit hält, sodass interessierte Netbook-Hersteller ihren eigenen Netbook-Store auf ihren Geräte vorinstallieren können. Denn nur dann wird der Verkauf von Netbook-Apps auch erfolgreich sein (siehe iPhone).
  • Die installierte Basis an Netbooks macht den Intel AppUp Center so interessant. Derzeit reden wir von rund 50 Millionen verkauften Einheiten, bis Ende des Jahres sollen etwa 100 Millionen Mini-Notebooks den Besitzer gewechselt haben. Das ist für interessierte Entwickler mobiler Anwendungen natürlich eine echte Chance, ganz viele Käufer zu erreichen.
  • Das Gute am kürzlich angekündigten Linux-Derivat MeeGo, das Intel und Nokia gemeinsam verwirklichen wollen, ist dessen Flexibilität: Anstatt für eine Vielzahl von unterschiedlichen Geräten neue Anwendungen entwickeln zu müssen, steht mit MeeGo und der dazu gehörigen Entwicklerumgebung Qt ein einziger Rahmen zur Verfügung, mit dessen Hilfe eine App für mehrere Geräteklassen gleichzeitig programmiert werden kann. Klar, die Besonderheiten des jeweiligen Gadgets müssen berücksichtigt werden, aber die Bibliotheken, Module und andere Teile einer Anwendungen basieren alle auf derselben Basis. Und das spart Entwicklungszeiten und damit richtig Geld.
  • Möglicherweise werden wir noch in diesem Jahr eine Reihe von Events sehen, die sich mit dem Thema MeeGo auseinander setzen. Warum nicht das erste „MeeGo Dev Camp“ zum Thema Open-Source-Entwicklung für mobile Endgeräte? Wäre bestimmt sehr interessant.
  • Mit dem Veröffentlichen der nächsten Version von Moblin, nämlich 2.2, wird Intel den Wechsel zu MeeGo vollziehen. Was das für die vielen Moblin-Entwickler inner- und außerhalb von Intel bedeutet, konnte Scott leider nicht sagen. Da muss man wohl abwarten.
  • Die europäische Version des Intel AppUp Center soll innerhalb der nächsten Wochen gelauncht werden. Wenn das mal nix ist!

So, genug der einleitenden Worte, jetzt sollter ihr euch den dreiteiligen Techtalk am besten in Ruhe ansehen. Die ganze Show dauert rund 26 Minuten. Aber jede einzelne Sekunde ist wirklich sehr informativ und gut investierte Zeit. Also, Film ab!

[MWC2010] Mit Photoflow mobil durch Bilder blättern

Am dritten Tag des Mobile World Congress hatten wir die Gelegenheit, mit dem Vetriebschef von Scalado über das moblin-basierte Fotobetrachtungstool Photoflow zu reden. Wie uns Jim Thomas dabei berichtete, können Anwender mithilfe der Bildersoftware selbst auf einem MID oder Netbook durch hochaufgelöste Fotogalerien blättern, ohne dass dabei lange Wartezeiten anfallen. Und das Dekodieren großer Datenmengen scheint Photoflow auch vor keine größeren Probleme zu stellen.

Das ließ zumindest die Software-Demo erahnen, die wir neben den drei Fragen per Videokamera festhalten und auf Youtube kopieren konnten. Interessant fand ich unter anderem Thomas‘ Aussage bezüglich MeeGo: So soll es es relativ einfach sein, bereits vorhandene Moblin-Apps auf die neue Linux-Distribution zu portieren. Das wird aktive Moblin-Entwickler wohl so richtig freuen.