Review: Nokia Ovi Experience Lab zu München

„Experience“ kommt ja nicht von Experiment, sondern von Erfahrung, und doch ließe sich im Falle des Ovi Experience Lab das E-Wort falsch übersetzen, denn Nokia ist – nach eigenem Bekunden – letzte Woche einen neuen Weg gegangen, wie mir heute folgende E-Mail bestätigte:

Vielen Dank noch einmal für [Deine] Unterstützung beim Ovi Experience Lab in […] München. Mit beiden Events sind wir neue Wege gegangen, haben ein Experiment gewagt und können mit Stolz sagen: “Experiment gelungen” – auch dank [Deiner] Unterstützung und Moderation. Hier eine kurze und wie ich finde sehr schöne Zusammenfassung der Events.

Im Nachhinein kann ich nur sagen: Diese Zusammenfassung trifft es ziemlich gut. Natürlich kann ich nicht für Berlin sprechen, aber in München war’s eine wirklich gelungene Veranstaltung, jenseits von den üblichen Wir-sind-die Tollsten-und-das-Erzählen-wir-Euch-jetzt-mal-Events (und ich hab da in diesem Jahr einige vergleichbare Developer Days besucht und selbst veranstaltet). Und das sage ich nicht, weil ich einen kleinen Teil zum Ovi Dev Day Muc beitragen durfte.

Meine anfängliche Skepsis (schräge Location, überschaubare Teilnehmerzahl) wich relativ schnell der Erkenntnis, dass es nicht immer der angesagteste Club sein muss und zum Bersten gefüllte Räume, sondern dass es auf eine gute Diskussionskultur ankommt, die jedem seine Meinung einräumt und die einen regen Gedankenaustausch auf allen Ebenen erlaubt. Und genau das war so wohltuend anders im Zentrum Münchens (lustigerweise in einem Haus, in dem ich drei Jahre gelebt habe).

Dieses „Anders sein“ begann schon mit dem sehr lockeren und an Ehrlichkeit strotzenden Einführungsvortrags von Jens Dissmann, der den Bereich Service Sales & Marketing für Nokia Deutschland verantwortet. Nach den obligatorischen Zahlen (165 Millionen aktive, also zahlende Ovi-Nutzer, 3,2 Mio. gefahrende km dank Ovi Maps, 3.5 Mio Ovi-Download pro Tag) machte sich Jens daran, mit diversen Vorurteilen aufzuräumen, was Nokia und Ovi betrifft. So kann man beispielsweise dank Ovi sehr wohl Geld verdienen und es werden mittlerweile auch schon App-Downloads gezählt.

Darüber hinaus kommen Qt und MeeGo in großen Schritten auf uns zu, was wiederum Entwicklern neue Möglichkeiten bieten wird. Dazu zählen die Allrounder-Fähigkeiten von Qt sowie der Develop-Once-Distribute-Multiple-Ansatz der Entwicklungsumgebung von Nokia. Aber auch Visionäres hatte Jens Dissmann anzubieten, wie das sich verändernde Ovi-Konzept, wie die „neue“ Intelligenz und wie der lernende Autoverkehr.

Nach der verlängerten Mittags- und Networking-Pause ging es dann in die Diskussionsrunde, die ich leiten durfte und die drei Schwerpunkte vorsah: Was macht eine gute App aus, mobile versus native Apps und die Frage, ob sich deutsche App-Entwickler hinter ihren amerikanischen Kollegen verstecken müssen. Es wurde so lebendig und vielfältig diskutiert, dass ich das hier alles gar nicht wiedergeben kann. Zusammenfassend sei nur gesagt:

1. Gute Apps haben entweder einen echten Nutzen oder einen Wiedererkennungswert oder werden auch schon mal gehypet.

2. Es werden in Zukunft ganz viele HTML5-basierte Webapps am Markt erscheinen, da es immer einfacher sein wird, eigene Mobile Apps zu bauen (siehe myappstudio.com).

3. Deutsche Entwickler sind kreativ und innovativ genug, um noch viele schöne und nützliche Apps zu publizieren. Allerdings tun sich die Kollegen überm Teich in Sachen Finanzierung und damit Realisierung sehr viel leichter, da nahezu an jeder Ecke ein risikobereiter Investor sitzt, der neue, vielversprechende Projekte unterstützt.

Richtig interessant war dann auch der abschließende Beitrag von Mikko Linnamäki, seines Zeichens CEO und Gründer der Liquid Air Lab GmbH aus Stuttgart. Mikko ist Finne (ohne schwäbischen Akzent) und schon seit Kindesalter Nokia-Fan. Umso erstaunlicher seine Kritik am Mobilfunkriesen, die er zu Anfang ganz klar formulierte. Aber er hatte auch diverse Nettigkeiten im Gepäck: so werden die Radio-Apps seiner Firma hautpsächlich von Apple- und Nokia-Anwendern geladen, und das rund 40.000 Mal am Tag. Man sollte laut Mikko als Entwickler also ganz ernsthaft über iOS und Symbian/MeeGo als bevorzugte Plattformen nachdenken. Und wer das alles nicht glaubt, sollte sich dieses Video einverleiben, das die Radioapp-Downloads in Echtzeit zeigt (ab Minute 2:00).

Fazit: Das Ovi Experience Lab zu München war eine echte „Experience“ und Erfahrung und lehrte mich, dass es auf die Größe zum Glück nicht immer ankommt, sondern vor allem auf das Engagement des Auditoriums und eine ehrliche Einschätzung seitens des Veranstalters. Und an beidem hat es auf dem Nokia Developer Day nicht gemangelt. Mehr davon, bitte!

Sorry, Helmut HvA ODER wie ein Tab zum Stolperstein wird

Irgendwie tut er mir leid, der Helmut HvA! Schließlich ist er mit der Entwicklung seines WeTab schon mehr als drei Jahre beschäftigt, hat sich seitdem sicherlich viele tausend große und kleine Gedanken zu seinem Tablet-PC gemacht und bestimmt auch schon die ein oder andere schlaflose Nacht hinter sich. Und jetzt das!

Da kommt doch einfach so ein Blogger daher, entpuppt sich als instinktsicher und mit detektivischem Spürsinn ausgestattet und entlarvt den WeTab-Chef ganz unverholen als Betrüger, der sich aus Gründen der Ankurbelung schleppender WeTab-Verkaufszahlen zu einer Amazon-Rezension hinreißen lässt, die ihm weitere schlaflose Nächte einbringen dürfte. Warum macht der Mann so etwas?

Klar ist: Helmut kann eigentlich nichts dafür, schließlich ist er Software-Entwickler. Und das meine ich gar nicht zynisch, denn diese Spezies Mensch kann vieles, nur eines meistens nicht: sich selbst vermarkten. Klar, Herr HvA beherrscht die Klaviatur der Selbstvermarktung bis zu einem gewisssen Grad ganz gut, aber aus PR-Sicht ist er ein absoluter Diletant (sorry, Helmut!).

So saß ich Anfang September in Berlin bei einem schönen Bier und mit Helmut und anderen Gadget-Verrückten, und natürlich war das WeTab der Star des Abends. Und was sagt er auf meine Frage, warum er und sein Team die Facebook-Anhänger nicht mehr so ernst nehmen und die Schlammschlachten auf der zugehörigen FB-Seite völlig unkontrolliert geschehen lassen? „Das ist Teil unserer Strategie!“. Aha…

Tja, und nun bekommt er die Rechnung dafür präsentiert. Denn hätte er das Social-Media-Forum geschickter für seine Zwecke genutzt und die Community besser in den kompletten Prozess eingebunden, wären auch die ganzen negativen Statements und Berichte rund um sein unfertiges Produkt aka WeTab nicht so hochgekocht.

Doch zu einer Kommunikationsstrategie gehört mittlerweile auch eine passende Social-Media-Strategie, und die hatte und hat Helmut HvA einfach nicht, und drum sah er sich wohl dazu gezwungen, unter falschen Namen, aber eigenem Profil (und das passiert einem Prädikatisabsolventen der TU Berlin!) eine Super-Duper-WeTab-Lobhudelei zu verfassen. Und sich dabei erwischen zu lassen!

Aber bei aller versuchter Intransparenz zieht Helmut zumindest die Konsequenzen und tritt (vorläufig) von seinem GF-Posten der WeTab GmbH zurück. Das muss man ihm ja lassen: was er macht, macht er richtig. Sorry, Helmut von HvA…

Preview: Qt Developer Days 2010 in München

Gerade habe ich mich zu den Qt Developer Days in München angemeldet. Erstens, weil es quasi vor meiner Haustür liegt, und zweitens, weil ich das Thema Crossplattform-Software-Entwicklung ganz spannend finde. Denn wer will das nicht: einmal eine App schreiben und dann mit möglichst wenig Aufwand auf eine Vielzahl von unterschiedlichen Plattformen portieren.

Das Event findet übrigens vom 11. bis 13. Oktober in Unterschleißheim bei München statt, und es gibt wohl noch einige freie Plätze. Zumindest waren letztes Jahr rund 700 Leute auf den Qt Dev Days, und dieses Ergebnis wollen die Macher der Entwicklertage gerne toppen.

Es wird einiges zu sehen sein: so werden unter anderem mehr als 50 Techsessions rund um Qt 4.7 angeboten, das rechtzeitig fertig wurde, um es in seiner ganzen Bandbreite präsentieren zu können. In diesen Vorträgen geht es um fundamentale Qt-Bereiche wie Multithreading, Qt Webkit, Netzwerk-Funktionen und mehr. Aber auch Workshops, wie sich Hardware und Grafikeinheit mithilfe von Qt beschleunigen lassen, stehen auf dem Programm. Und klar, dass MeeGo auf den Qt Dev Days 2010 vertreten sein wird.

Und wen das alles nicht abschreckt und wer ganz viele Infos rund um Qt abgreifen will, sollte einerseits auf dieser Seite für mehr Infos surfen und sich andererseits möglichst schnell anmelden. Denn bis zum 29. September gilt noch das Early-Bird-Angebot, mit dem man locker mal 200 Euro sparen kann. Wir sehen uns!

IDF10: Übersicht zu den wichtigsten MeeGo-Features

Während des Intel Developer Forum saß ich unter anderem in einer sehr interessanten Techsession zum Thema MeeGo und was das Linux-Betriebssystem für mobile Endgeräte so alles drauf hat. Dabei wurde unter anderem folgende Folie eingeblendet, die ihr euch auf jeden Fall mal ein wenig genauer ansehen solltet.

  • Sie zeigt beispielsweise, dass sich MeeGo für ganz unterschiedliche Geräteklassen eignet. So gibt es jetzt schon eigene UX und Frameworks für Netbooks, Smartphones und Auto-Gadgets. Weitere werden folgen.
  • Für die Datenverbindung zwischen mobilem Endgerät und beispielsweise WLAN -Router ist der erprobte Connection Manager – kurz: connman – vorgesehen. Dieses Tool kam übrigens auch schon im MeeGo-Vorgänger Moblin zum Einsatz und hat sich dort offensichtlich sehr bewährt.
  • Ähnlich wie beim Verbindungsmanager verhält es sich mit dem Telefonstack, der sich ofono nennt und wohl schon unter Moblin ganz gute Dienste geleistet hat. Anders ist die Implementierung unter MeeGo kaum zu erklären.
  • Für MeeGo sprechen aber auch die Integration cloud-basierter Synchronisationsdienste, mit denen sich Kalender- und Termindaten problemlos aktualisieren lassen sollen. Das gilt auch für das Einbinden von Twitter, Facebook und Co., was aus einem MeeGo-basierten Gerät einen echten Social-Media-Hub macht.
  • Schön sind auch die Verbesserungen, die MeeGo erfahren hat. Dazu zählt ein effizienteres Powermanagement, das eingebaute Akkus und Batterien schonen soll sowie die Verkürzung der Boot- und Resume-Zeiten. So kommt MeeGo beispielsweise beim WeTab auf handgestoppte 12 Sekunden, bis es aus dem Ruhezustand wieder erwacht ist.
  • Und ganz neu sind die Frameworks in Sachen Gesten- und Multitouch-Steuerung und Sensorprogrammierung. Das sind natürlich vor allem für die Entwicklung von Smartphone-Apps unabdingbare Features, die ein Betriebssystem auf jeden Fall unterstützen sollte.

Watch out: Exklusive IDF-Infos ab nächster Woche

Noch bin ich hier in San Francisco, habe einen Vanilla Latte neben mir stehen und versuche gerade, die Ereignisse und Erlebnisse der letzten fünf Tage zu ordnen, einzusortieren und in einen größeren Kontext zu bringen.

Nur mal schon so viel vorab: Ich habe Dutzende von Bildern geschossen, die zum Teil schon auf Flickr sind. Aber auch diverse Videos sind entstanden, die ich mit meiner Sony aufgezeichnet habe und die ich nächste Woche schneiden und online stellen werde. Daneben wurde ich zum Intel AppCenter interviewt, habe viele Dutzende Tweets abgesetzt und mit interessanten Leuten gesprochen. Und ein bisschen von San Francisco habe ich natürlich auch gesehen.

Und für alle, denen das bis jetzt zu dünn war, folgen hier noch ein paar Stichworte, worüber ich in den nächsten Tage anlässlich IDF und Intel AppUp Elements 2010 schreiben werde:

  • Intel Atom Developer Program heißt ab sofort Intel AppUp Developer Program.
  • Ct Technology nennt sich jetzt Intel Array Building Blocks.
  • Intels Philosophie in Sachen Mobile-Apps-Entwicklung: „Develop once, distribute multiple“.
  • Das neue Dell-Netvertible ist wirklich sehr cool!
  • Netbook-Prozessoren sind ab sofort dual.
  • Konfigurierbare Atom-Prozessoren kommen im nächstes Jahr auf den Markt.
  • Das Fernsehen der Zukunft wird „smart“ sein und ebenfalls auf Atom-CPUs-Basis laufen.
  • und vieles mehr

So, stay tuned. Hier gibt es ab Montag eine Menge zu sehen und zu lesen und zu hören!

Das war die MobileTech Conference 2010

Ich gebe es ja zu: nachdem ich zum ersten Mal von der MobileTech Conference (MTC10) des Software & Support Verlags gehört hatte, war ich doch ein wenig skeptisch, ob ein Format aufgehen kann, das eine Vielzahl unterschiedlichster Plattformen und Entwickler adressiert und sich nicht nur auf eine bestimmte Technik konzentriert.

Ich habe mich getäuscht!

Denn was auf der MTC10 alles zu sehen und zu hören war, hatte nichts mit einer zufällig zusammengewürfelten Konferenz zu ein paar Mobile-Themen zu tun, sondern zeigte, dass sich die Macher des Events eine Menge Gedanken darüber gemacht haben, was die Leute derzeit hören wollen. Und so kam es, wie es bei solch bestens organisierten Veranstaltungen eben kommt: Für eine Premiere war es extrem gut, extrem informativ und extrem netzwerkig, was wohl bei den allermeisten der Anwesenden gleichermaßen gut angekommen ist.

Ob dass die Organisation an sich war oder das Catering, die Qualität und Auswahl der Techsessions oder die Location, …  Ja, ich gestehe, ich war und bin ziemlich begeistert und gehe davon aus, dass die MTC11 stattfinden wird. Ob das ins Mainz passiert, darauf würde ich nicht unbedingt wetten, aber die Art und Weise, wie die Konferenz „funktioniert“ hat, schreit geradezu nach einer Fortsetzung. Okay, über die Mobile Night könnte man noch mal nachdenken, denn die hatte eher Demo- und weniger Party-Charakter…

Der Ausstellerbereich konnte sich ebenfalls sehen lassen. Mit von der Partie: Natürlich Microsoft mit Windows Phone 7 und diversen Vorführgeräten sowie Intel, die sich überraschenderweise auf der MTC10 blicken ließen. Was auch bei dem einen oder anderen Entwickler für größeres Erstaunen sorgte, da sich nicht alle erklären konnten, was ein Chiphersteller auf einer Softwarekonferenz macht. Ok, für alle, die es noch nicht wissen sollten: Intel ist auch in Sachen Software unterwegs, und in diesem Fall ging es um Entwicklertools, mit deren Hilfe mobile Apps in den Intel-eigenen App Store (= Intel AppUp Center) gelangen sollen.

Aber natürlich war Thema auch MeeGo, das ja derzeit in aller Munde ist. Und das nicht nur wegen des WeTab, das ja für viele überraschend auf MeeGo setzt und doch nicht auf Ubuntu, wie es lange angekündigt war. Und genau um MeeGo und deren Einsatz auf Tablets, Netbooks und Konsorten ging es in der Session um viertel vor vier, die von Christoph Weinmann und Uli Dumschat abgehalten wurde. Eine Zusammenfassung ihres Vortrags folgt noch auf diesem Sender in Wort und Video. Und wer schon mal sehen will, wie Uli die Anwesenden mit seiner Gitarre verzückte, der sehe sich am besten das zugehörige Video an.

Intel-Off-IFA-Entwickler-Event: Workshop-Agenda steht

Ich hatte es seinerzeit versprochen, und heute ist es soweit: Es gibt weitere Infos rund um das Intel-Entwicklerevent, dass am 4. September im Dunstkreis der IFA 2010 in Berlin stattfindet. Und diese Neuigkeiten können sich sehen lassen, denn die Agenda der geplanten Workshops steht online und das Geheimnis der versprochenen Überraschung wird gelüftet.

Zunächst einmal könnt ihr auf der Agenda nachlesen, welche Themen in Berlin besprochen werden, und das sieht doch ziemlich vielversprechend aus. Es geht unter anderem

  • um den Intel Atom-Prozessor, seine architektonischen Besonderheiten und mit welchen Modellen in Zukunft noch zu rechnen ist,
  • um das Linux-basierte Betriebssystem MeeGo und um das zugehörige SDK. Außerdem werden erste Geräte zu sehen sein, auf denen MeeGo zum Einsatz kommt,
  • um die Entwicklerumgebung Qt und wie sich damit vor allem crossplattform-basierte Apps bauen lassen.

Darüber hinaus werden die anwesenden Intel-Ingenieure noch ein wenig zum Intel Atom Developer Program und zum Intel-eigenen App Store erzählen. Und sagen, wie man damit Geld verdienen kann. Ach ja, ein paar Infos zu den passenden Intel-Tools für Software-Entwickler mobiler Apps wird es natürlich auch geben.

Und die Überraschung?! Nun, unter allen Anwesenden werden diverse Netbooks verlost! Und, ist das nix?! Aber die werden nicht einfach so verschenkt, sondern ihr müsst dafür etwas tun. Was das sein wird, erfahrt ihr beim nächsten Intel-Off-IFA-Entwickler-Event-Update.

Da gibt’s dann auch weitere Infos zum zweiten Teil, der an diesem Tag stattfindet. Neben den Workshop werden nämlich 10-Minuten-Vorträge zu hören sein, die anschließend in ein hoffentlich unterhaltsames und informatives Get-Together münden. Also, es bleibt spannend…

Einladung: Mobile-Apps-Programmierung aus erster Hand

So, jetzt wird’s richtig interessant: Intel lädt Software-Programmierer auf ein Crossplattform-Event ein, das am 4. September in Berlin stattfindet. Das Datum ist natürlich kein Zufall, schließlich findet um diese Zeit die Internationale Funkausstellung auf dem altehrwürdigen Messegelände statt. Und dazu passt die Intel-Veranstaltung ziemlich gut.

Auf dem Event, das übrigens in der sehr coolen Homebase-Lounge direkt am Potsdamer Platz stattfindet, geht es nämlich um tragbare Geräte, also um Netbooks, Smartphones und Co. Und darum, welche Apps auf solchen Gadgets laufen sollten und ob man als Software-Entwickler von Anfang an über Crossplattf0rm-Programmierung nachdenken sollte.

Klar, Crossplattform-Entwicklung ist kein ganz einfaches Thema, aber genau deshalb treffen sich ja Intel- und andere Spezialisten in Berlin, um vor interessierten Software-Entwicklern darüber und mit ihnen zu reden. Es wird aber nicht nur geredet, sondern auch gezeigt, mit welchen Tools sich beispielsweise Software von Plattform A (z.B. iPhone) auf Plattform B (z.B. Netbook) portieren lässt. Denn das Ganze ist ja kein Hexenwerk, und genau das soll am 4. September gezeigt werden.

Mit dabei sind Intel-Ingenieure, die über die notwendigen Tools und das erforderliche Wissen referieren. Außerdem werden Software-Entwickler, die mit dem Thema Crossplattform-Programmierung zu tun haben, in der Homebase Lounge zugegen sein. Denn nichts ist anschaulicher als Beispiele aus der Praxis. Und beim anschließenden Networking (samt Speis‘ und Trank) kann man das Gehörte in Einzelgesprächen weiter vertiefen.

Falls das jetzt alles zu schnell ging, helfen bestimmt die Infos weiter, die auf der Intel-Facebookseite zu finden sind. Dort gibt es alles noch mal genau aufgelistet. Und dort könnt ihr euch auch gleich für dieses wirklich sehr spannende Event anmelden. Und psst: Wer nach Berlin kommt, kann auf eine Überraschung hoffen. Mehr darf ich dazu aber noch nicht verraten….

Review: MeeGo im Netbook-Praxiseinsatz, Teil 2

Gestern habe ich MeeGo 1.0 auf meinem Toshiba-Netbook zum ersten Mal laufen lassen, und zwar per Live-Image vom USB-Stick. Und am Ende des zugehörigen Beitrags habe ich versprochen, einen zweiten Teil mit weiteren Eindrücken zum mobilen Linux-Derivat zu veröffentlichen. Was hiermit geschieht.

Die Bedieneroberfläche gliedert sich in zehn Bereiche. Das sind „Myzone“, „Zone“, „Applications“, „Status“, „People“, „“Internet“, „Media“, „Devices“, „Bluetooth“ und „Network“. Myzone und Zone habe ich gestern ja schon besprochen, hier also die restlichen acht.

Applications: Dieser Bereich ist zweigeteilt: Zum einen lassen sich bevorzugte Apps dort platzieren („Favorite applications“), zum anderen finden man, nach Kategorien sortiert, sämtliche Anwendungen, die auf dem Netbook installiert sind. Dazu gehören Tools, Spiele, Internet-Apps, Multimedia, Office-Anwendungen und System-Tools. Wem das nicht reicht, der findet unter „System Tools“ den Software-Katalog „Garage“, in dem sich weitere Apps befinden. Okay, derzeit sieht es noch etwas mau damit aus, aber das wird sich bestimmt in den nächsten Wochen und Monaten ändern.

Status: Das ist ein Teil des Social-Media-Hubs von MeeGo. Hier kann man seinen Twitter- und Last.fm-Account eintragen und somit stets auf dem neuesten Stand bleiben, was sich da draußen gerade so tut. Natürlich lassen sich über „Status“ auch eigene Tweets absetzen, retweeten und auf Tweets antworten. Schade ist nur, dass Facebook und andere soziale Dienste (noch) nicht unterstützt werden.

People: Hinter dem etwas irritierenden Begriff „People“ befindet sich Empathy, ein Messenger- und VoIP-Tool, das es erlaubt, sämtliche Chat-Kanäle einzurichten und so mit anderen via Internet zu plaudern. Da kommt dann sogar Facebook ins Spiel, aber auch AIM, Google Talk, ICQ, MSN, Yahoo und andere Dienste. Also kann man mit MeegGo nicht nur chatten, sondern sogar Internettelefonate führen. Allerdings gelang es mir nicht, alle Chat-Apps zum Laufen zu bringen. Dazu gehörten Facebook (sic!) und AIM. Google Talk ließ sich einrichten und nutzen, und zwar über das MeeGo-eigene Messenger-Tool, das sich über die People-Seite starten lässt.

„Review: MeeGo im Netbook-Praxiseinsatz, Teil 2“ weiterlesen

Review: MeeGo auf einem Toshiba-Netbook per USB-Stick als Live-Image

Sodala, endlich komme ich dazu, MeeGo 1.0 als Live-Image per USB-Stick auf meinem Toshiba-Netbook laufen zu lassen und ein paar erste Eindrücke mit euch zu teilen. Zu diesem Zweck habe ich natürlich erst mal das aktuelle Image 1.0 auf meinen Mac geladen und dann per einfachem Terminalbefehl auf einen 2-Gigabyte-großen USB-Stick kopiert. Anschließend wird der USB-Stick am Netbook angesteckt und MeeGo per Bootoption von dort gestartet. So einfach ist das.

Allerdings gibt es Hardware-seitig zwei Einschränkungen, die man kennen sollte:

  • Zum einen werden nur diejenigen Prozessoren unterstützt, die mit dem SSE3-Befehlssatz ausgestattet sind. Allerdings betrifft das keine der Atom-CPUs, Netbook-Besitzer sind also „safe“.
  • Zum anderen werden offiziell keine Grafikchips von AMD/ATI, Nvidia und auch nicht der Intel-eigene integrierte Grafikchip GMA500 von MeeGo 1.0 unterstützt. Im Falle von GMA 500 betrifft das sämtliche Netbooks mit dem schon etwas betagten Z-Prozessor. Um herauszufinden, welche Netbooks denn mit MeeGo 1.0 laufen, findet man auf meego.com eine Liste von Netbooks, die erfolgreich getestet wurden. Diese Liste umfasst folgende Modelle: Asus EeePC 901, 1000H, 1005HA, 1008HA, EeePC 1005PE, Eeetop ET1602, Dell mini10v, Inspiron Mini 1012, Acer Aspire One D250, AO532-21S, Revo GN40, Aspire 5740-6025, Lenovo S10, MSI U130, AE1900, HP mini 210-1044, Toshiba NB302.

Was für ein Glück, dass ich seinerzeit „zukunftssicher“gekauft und ein Toshiba-Netbook mit der Modellbezeichnung NB200-110 erworben habe, in dem ein Atom-Prozessor N280 steckt, der mit dem GMA-950-Grafikchip ausgestattet ist. Daher war mein erster MeeGo-Test auch erfolgreich. Sehr überrascht war ich von der Bootzeit, die im Vergleich zu Moblin deutlich verbessert werden konnte. Ich habe zwar nicht handgestoppt, aber es sind vom Einschalten bis zum Erscheinen des MeeGo-GUI nur wenige Sekunden vergangen, und das trotz des USB-Stick-Starts. Respekt!

Die Bedieneroberfläche hat sich im Vergleich zu Moblin auf den ersten Blick nicht verändert: So findet man auf der Startseite „Myzone“, die als Sammelstelle für aktuelle Tweets fungiert und neueste Mails und Termine anzeigt. Natürlich lässt sich Myzone individuell gestalten. Schade, dass man nach wie vor keine Facebook-Meldungen einbinden kann. Das fehlte unter Moblin auch schon.

Mit „Zones“ hat man einen komfortablen Taskmanager, der sämtliche offenen Anwendungen zeigt, die man auch per Mausklick in den Vordergrund holen kann. Dies gelingt übrigens ebenfalls mit der bekannten Tastenkombination <ALT>+<TAB>.

Das war der erste Teil meines MeeGo-Reviews. Der zweite folgt sehr bald. Stay tuned…

Es kommt Schwung ins MeeGo-Projekt: Fedora 14 und MeeGo Handset UX 1.0

Gestern war Annahmeschluss in Sachen Fedora 14. Soll heißen, dass ab sofort keine neuen Features mehr für die nächste Fedora-Version seitens der Community angenommen werden. Aber auch so können sich die geplanten neuen Funktionen sehen lassen. Bemerkenswert ist vor allem die Tatsache, dass Fedora 14 eine angepasste MeeGo-Bedieneroberfläche für Netbooks haben wird. Das klingt doch ganz danach, dass in Sachen MeeGo ein neues Momentum entsteht.

Aber auch sonst sind die geplanten Fedora-14-Features nett anzusehen:

  • D-Compiler samt Standard-Runtime „Tango“
  • Gnome 3.0
  • LZMA-Komprimierung für Live-Images
  • NetBeans 6.9
  • Perl 5.12 und Python 2.7
  • Spice für virtuelle Desktops
  • und viele mehr.

Und falls ihr euch mal MeeGo Netbook UX 1.0 ansehen wollt, dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt dafür. Ach ja: Fedora 14 soll Ende Oktober als Finale Release feststehen.

Neben dieser Ankündigung in Sachen Fedora 14 ist schon seit ein paar Tagen MeeGo Handset UX 1.0 draußen, das auf MeeGo 1.1 basiert, das im Oktober offiziell vorgestellt wird. Das Handset-Framework umfasst schon eine ganze Menge:

  • Statusleiste inklusive Uhr und Anzeigesymbole für Netzwerk, Wifi, Bluetooth, 3G, Benachrichtigungen und Akkustatus
  • Home-Bildschirm
  • Lock-Screen
  • Application Launcher
  • vituelle Tastatur
  • diverse Anwendungen: Telefon, SMS, Webbrowser, Kontakte und Fototool
  • Hardsware-Support für Moorestown-basierte Handhelds und Nokia N900
  • und andere Dinge.

Die komplette Featureliste samt Donwloadlink und weitere nützliche Infos gibt es auf meego.com

Meet:MeeGo in Berlin mit Anregungen in Sachen Mobile Linux

Zugegeben, die Ankündigung kommt ein wenig kurzfristig, aber mich erreichte die Nachricht selber erst vor wenigen Minuten via Twitter: Morgen findet im c-base zu Berlin eine ziemliche coole Veranstaltung in Sachen MeeGo/Maemo statt. Ziel dieses Events (das in einer Event-Reihe ausarten soll und weder von Nokia noch von Intel gesponsort wird): Wie bringe ich Community und Entwickler zusammen, damit sich diese bestmöglich zum Thema MeeGo/Maemo austauschen können. Und das Ganze nennt sich dann „Mobile Freidae“.

Auf dem ersten Mobile Freidae wird unter anderem Uwe Kaminski aka jukey darüber referieren, wie sich MeeGo- resp. Maemo-Fehler suchen, beheben und weitergeben lassen. Das klingt doch ziemlich spannend.

Also, falls ihr morgen Abend noch nix vorhabt und euch das Thema MeeGo/Maemo interessiert, kommt ab 20:00 Uhr im c-base zu Berlin vorbei. Und falls ihr sogar selbst einen Beitrag leisten wollt, solltet ihr ganz schnell via E-Mail mit den Organisatoren des Mobile Freidae Kontakt aufnehmen. Denn je mehr Leute sich in solch ein Community-Event einbringen, desto mehr haben alle davon. Also dann: Auf ins c-base!