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Lion, iOS 5 und iCloud: das war die WWDC-Keynote (Teil 3)

Mit iCloud gelangen Bilder, Musik, Dokumente und andere Daten automatisch auf allen verbunden Geräten

Mit iCloud gelangen Bilder, Musik, Dokumente und andere Daten automatisch auf allen verbundenen Geräten

Folge 1 und Teil 2 des großen WWDC-2011-Keynote-Rückblicks sind ja bereits online, daher folgt heute die dritte und letzte Folge meiner Apple-Trilogie. Thema: iCloud.

Zunächst muss ich erst mal loswerden, dass ich doch sehr hoffe, dass Apple allen MobileMe-Mitgliedern in Sachen Jahresbeitrag entsprechend entgegenkommt. Realtime-Update: Wie ich gerade in meinem MobileMe-Account entdeckt habe, hat Apple wegen iCloud sämtliche Konten bis zum 30. Juni 2012 verlängert. Ich bin also schon ganz still…

Der iCloud-Service wird wohl wieder einmal das Thema Cloud Computing in Schwung bringen. Denn was sich Apple da ausgedacht hat (und laut Steve Jobs haben sie das schon ziemlich lange getan), könnte mal wieder eine ganze Technik “revolutionieren”. Vorausgesetzt, es funktioniert dieses Mal besser als seinerzeit bei der Umstellung von .Mac auf MobileMe Mitte 2008. Damals hat sich Apple sogar für die Schwierigkeiten mit dem damals neuen Cloud-Service bei seinen Kunden entschuldigt. Das wollen sie im iCloud-Falle sicherlich um jeden Preis vermeiden.

iCloud setzt sich aus diversen Einzeldiensten zusammen, die allesamt ein Ziel haben sollen: die automatisierte Synchronisation von Bildern, Musikstücken, Dokumenten, Apps, Büchern, Daten, Kontakten, Terminen und E-Mails. Im Einzelnen sieht das wie folgt aus:

Per iCloud gelangen via iTunes gekaufte Musikstücke automatisch auf anderen iCloud-aktivierten Geräten

Per iCloud werden via iTunes gekaufte Musikstücke automatisch auf andere iCloud-aktivierte Geräte übertragen

Musik: Neue Musikstücke, die man über iTunes kauft, landen automatisch auf sämtlichen Geräten, die man für iCloud freigeschaltet hat. Eine manuelle Synchronisation oder inkonsistente Musikbibliotheken sind damit obsolet. Und ältere, bereits gekaufte Songs landen per Mausklick oder Fingertipp auf allen Geräten, auf denen man sie haben will. Dies geschieht mithilfe der Einkaufshistorie. Das klappt übrigens bereits, sofern man iTunes 10.3 auf seinem Rechner installiert hat.

Und was ist mit der selbst erstellten, also gerippten Musik auf seinem Computer? Nun, hierfür bietet Apple einen Zusatzdienst an, der sich iTunes Match nennt, der 25 Dollar pro Jahr kosten soll (der Euro-Preis steht noch nicht fest) und der eine Datenbank mit 18 Millionen Musikstücken bietet, mit deren Hilfe man seine Musikbibliothek aktualisieren kann, egal, wie groß diese ist. Die Match-Stücke liegen dann im 256-KBit-Format vor. Coole Sache, oder?!

Bilder: Mit dem Fotostream stehen die letzten 1.000 geschossenen Bilder in der Cloud zur Verfügung – egal, ob die Fotos mit dem iPhone oder iPad 2 geschossen wurden (dies funktioniert allerdings nur per Wifi). Da die Schnappschüsse aber auch auf dem Mac in iPhoto landen, stellt diese 1.000-Bilder-Begrenzung kaum eine Begrenzung dar, da man sich aus dem Fotostream ohnehin nur die schönsten Fotos aussucht. Und auf Appe TV stehen die Bilder via Fotostream ebenfalls zur Verfügung.

Dank der iCloud-Docs-Funktion beginnt man auf dem Mac mit einem Brief, der sich dann nahtlos auf dem iPad zu Ende schreiben lässt

Dank der iCloud-Docs-Funktion beginnt man auf dem Mac mit einem Brief, der sich dann nahtlos auf dem iPad zu Ende schreiben lässt

Dokumente: Ich hab ja eine Zeit lang mit Google Docs gearbeitet, aber eine mobile Anbindung an die Cloud kann ich dort bis heute nicht finden. Anders bei iCloud: man schreibt beispielsweise auf dem iPad mit Pages einen Brief und speichert diesen. Im selben Moment wird via iCloud eine Kopie des Dokuments auf dem iPhone und dem Mac abgelegt. Will man dann unterwegs den Brief weiterschreiben, ist das übergangslos möglich. Ist es das, was man “Seamless Computing” nennt?

Momentan würde das cloud-basierte Speichern von Dokumenten nur mit den iWorks-Apps funktionieren – also mit Pages, Numbers und Keynote -, aber dank neuer Apple-Tools können Entwickler die passenden Schnittstellen in ihre eigenen Apps einbauen, so dass weitere Anwendungen die iCloud-Docs-Funktionalität nutzen können. Und Backups geschehen in Zukunft ebenfalls via Cloud – und zwar inkrementell, der zu übertragenden Datenmengen zuliebe.

Einkäufe: Wie bei gekaufter Musik, gelangen auch Apps und Bücher automatisch auf sämtlichen Geräten, die iCloud-kompatibel und -aktiviert sind. Und das nachträgliche Übertragen bereits gekaufter Programme und Bücher geschieht ebenfalls per Mausklick oder Fingertipp auf das Wolkesymbol.

Und sonst? Nun, wie bereits unter MobileMe bekannt, lassen sich via iCloud sämtliche Kontakte, Termine und E-Mails synchron halten. Darüber hinaus lassen sich Kalendereinträge mit anderen teilen – man bekommt also gleich noch ein Groupware-Tool dazu. Und kosten wird das Ganze übrigens nix, und das trotz 5 GByte freien Speichers (und zwar ohne die Daten von Fotostream, Apps, Musik und Bücher). Wenn das nix ist…

Mehr Infos rund um iCloud gibt es natürlich auch bei Apple selbst.

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Lion, iOS 5 und iCloud: das war die WWDC-Keynote (Teil 2)

Mit iOS 5 stehen laut Apple über 200 neue Features auf iPhone, iPad und iPod touch zur Verfügung

Mit iOS 5 stehen laut Apple über 200 neue Features auf iPhone, iPad und iPod touch zur Verfügung

Gestern habe ich mit meiner Miniserie zu Steve Jobs’ WWDC-Keynote angefangen. Der erste Teil beschäftigt sich hauptsächlich mit ein paar netten Features, die Apple in sein ab Juli verfügbares Betriebssystem-Update OS X 10.7 “Lion” packen wird. Und heute? Heute geht es vornehmlich um das nächste Mobile-Major-Release von Apple, namentlich iOS 5. Na, denn mal los!

Benachrichtigungen: Der meist genannte Kommentar während der iOS 5-/Notification-Vorstellung lautete “Das sieht ja aus wie bei Android!”. Und fürwahr, die neue Benachrichtigungsfunktion kommt verdammt nah ran an das mobile Google-OS. Na, wie auch immer, ist es ziemlich praktisch, seine sämtlichen Nachrichten, Termine, Anrufe, etc. direkt auf dem Display angezeigt zu bekommen. Und wem das nicht reicht, der kann sich seine Benachrichtigungen per Swipe auf dem Lockscreen ansehen – und Voicemails sogar direkt von dort aus anhören. Das kann Android übrigens nicht!

Mit iMessage hat man alle Nachrichten, Anrufe, Termine, etc. stets im Blick

Mit iMessage hat man alle Nachrichten, Anrufe, Termine, etc. stets im Blick

iMessage: Erst gestern habe ich auf dem eeBusiness-Blog, für das ich regelmäßig schreibe, den Versuch Apples gelobt, mit iMessage Unified Messaging ein wenig näher an den Massenmarkt heranzubringen. Also werde ich das hier auch tun, wenngleich dieser Versuch (noch) nicht zu Ende gedacht ist. Zwar lassen sich One2One- und One2Many-Chats führen, dieselben mit Videos und Bildern garnieren, Kontaktdaten austauschen, etc., aber eine Integration von Social-Media-Diensten findet leider nicht statt. Dabei wäre das eine echte Killer-App auf iPhone und iPad. Schön ist allerdings die Tatsache, dass ich meine Unterhaltungen mit anderen auf dem iPhone starten und übergangslos auf dem iPad fortsetzen kann.

Newsstand: Dieser “Zeitschriften-Ständer” ähnelt sehr der iBooks-App und erlaubt das übersichtliche Verwalten und Abonnieren von Zeitungen und Zeitschriften. Na, ob die Verlagsbranche dieses Mal die Möglichkeiten von “Paid Content” über den Newsstand-Kanal versteht und wahrnimmt?!

Reminders: Ich habe auf meinem iPhone eine App, die nennt sich Zenbe Lists. Die Macher dieser mobilen Anwendung werden am Montag während Steves Keynote sicherlich dicke Tränen verdrückt haben, als sie Reminders entdeckten. Denn damit ist ihre eigene App obsolet und Apple hat einen Fan weniger. Ansonsten bleibt festzuhalten, dass es das Listen- und ToDo-Tool unter iOS 5 in je einer iPad- und iPhone-Variante geben wird und das es unter anderem Benachrichtigungen aufs Display schicken kann.

Twitter: Das ist nur logisch und konsequent: Mit iOS 5 wird der Social-Media-Dienst Twitter auf iPhone und iPad standardmäßig zur Verfügung stehen. Hierzu muss man lediglich innerhalb der OS-Einstellungen seine Twitter-Daten eintragen, und los geht’s. Und nicht nur das: Neben der bekannten Twitter-App, mit der man all seine Tweets in die Welt pusten kann, erfahren die iOS-Apps Kamera, Safari, Youtube und Maps ebenfalls eine Twitter-Anbindung. Ein geiles Bild geschossen, das sofort via Twitter allen Followern gezeigt werden soll? Geht. Eine schicke Webseite gefunden und alle per Twitter  daran teilhaben lassen? Geht auch. Und den aktuellen Aufenthaltsort per Google Maps via Direktnachricht bekannt geben? Klar.

Mit den neuen Foto-Editier-Funktionen von iOS 5 sagen Apps wie Hipstamatic leise "Servus"

Mit den neuen Foto-Editier-Funktionen von iOS 5 sagen Apps wie Hipstamatic leise "Servus"

Neue Kamera-und Bildbearbeitungs-Features: Was für Zenbe Lists gilt, trifft auf Kamera-Apps wie Camera+ und all die anderen genauso zu: sie werden obsolet. Denn Apple bohrt mit dem Erscheinen von iOS 5 seine Kamera-und Foto-Tools gewaltig auf, was viele Software-Entwickler sicherlich nicht gutheißen werden.

Zu den wesentlichen Features gehören: Autofokus und automatische Helligkeit, Gitternetz für besser komponierte Aufnahmen, Zoom per “Pinching”, Verbesserung des Bildes (automatisch/manuell, rote Augen entfernen, etc.), Beschneiden und Drehen, etc. Und bei Windows Phone 7 hat Apple ebenfalls ein wenig abgekupfert: für den spontanen Schnappschuss gibt es auf dem Lockscreen einen Auslöseknopf, mit dem man sofort ein Bild schießen kann. Und einen Hardware-Auslöser in Form der Lautstärketaste gibt es mit iOS 5 auch.

Safari: Und schon wieder das Thema “Copycat”! Neben bereits bekannten Features wie “Tabbed Browsing” und Safari Reader für das Lesen einzelner Internet-Artikel ohne das ganze Gesumse drumherum, hat sich Apple auch einen Offline-Reader für seine mobile Variante von Safari “ausgedacht”. Neu?! Nö, nicht wirklich. Fragt mal die Jungs und Mädels von Instapaper und Instapaper, was sie davon halten. Obwohl, der Kopf hinter Instapaper Read it Later.

Mac-unabhängiges Aktivieren, Speichern und Updaten: Klar, dass Apple schon seit Jahr und Tag das kabellose Arbeiten propagiert und konsequent durchzieht, ist nichts Neues. Aber dass man in Zukunft für das Aktivieren der mobilen Apple-Geräte und das Speichern seiner Daten gar keinen Rechner mehr braucht, überrascht schon ein wenig. Obwohl: für das Lion-Update braucht man schon noch einen Apple-Rechner, auf dem der Mac App Store installiert ist. Sorry, Apple, doch nicht ganz mac-los, euer Konzept. Ansonsten kommen sogar die künftigen iOS-Updates durch den Äther auf das Geräte geflogen, und das per “Delta Update”. Es kommt also nur noch aufs iPhone oder iPad, was sich ändert. Das reduziert die Updates auf ein paar Megabyte – oder so.

Mit Airplay gelangt der iPad-Inhalt via Apple TV drahtlos auf den HD-Fernseher

Mit Airplay gelangt der iPad-Inhalt via Apple TV drahtlos auf den HD-Fernseher

Und sonst?! Nun, Mail erfährt ein paar Neuerungen wie das Formatieren von Text oder das cloud-basierte Verwalten eines einzigen Mail-Accounts auf allen mobilen Apple-Geräten (obwohl, dass geht mit MobileMe auch schon). Und der Kalender kann endlich ein komplettes Jahr anzeigen, zumindest auf dem iPad. Schick ist auch die Möglichkeit, mit iOS 5 und Apple TV den Bildschirminhalt eines iPad auf den Fernseher zu übertragen – für Diashows, Präsentationen, Filme und vieles mehr.

Aber am Allercoolsten ist das Features, das ich mir für den Schluss aufgehoben haben: drahtloses Synchronisieren! Ok, jetzt werden alle Zune-Anwender die Augenbrauen hochziehen und sagen “Wieso, das können wir doch schon lange!”. Mag sein, aber es ist einfach eine der Funktionen, auf die ich schon so lange warte. Danke, Apple!

So, und damit die ganze Sache komplett wird, werde ich morgen über all die Dinge bloggen, die sich hinter dem künftigen Apple-Dienst iCloud verbergen. Denn dann ergeben viele der gerade vorgestellten Dinge erst einen Sinn. Und wer bis dahin sich die Zeit ein wenig vertreiben will, dem sei findet’s eher gar nicht so schlimm.

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