Die Internet-TV-Farce: HbbTV kommt in der Post PC Ära nicht vor

Mit Hard- und Software wie EyeTV Netstream DTT empfängt man kein HbbTV
Mit Hard- und Software wie EyeTV Netstream DTT empfängt man kein HbbTV

Also, um es gleich vorweg zu schicken: ich mag neue Konzepte, die Mehrwert liefern. Wenn es allerdings nicht zu Ende gedachte Konzepte sind, werde ich schon mal mürrisch. Wie im Falle von HbbTV. Aber der Reihe nach.

Ich nutze schon seit vielen Jahren meinen Mac zum TV gucken. Egal, ob direkt mit Macbook verbunden oder via WLAN-Router und PC-Empfangsgerät, ich will einfach, dass das Fernsehprogramm zu mir kommt, und nicht ich zum Fernseher. Daher steht meine Samsung-Glotze im Keller, wo die Kinder hin und wieder DVD gucken. Ansonsten bleibt die Kiste schwarz, weil aus.

Aber zurück zu HbbTV: Da sich die Fernsehprogramme kürzlich geändert haben (die RTL Fernsehgruppe ist ja im Münchner Empfangsgebiet ausgestiegen, was allerdings kein wirklicher Verlust ist), war mal wieder seit längerem ein Sendersuchlauf angesagt. Tja, und der brachte neben neuen reinen Fernsehsendern wie SAT.1 Gold und DMAX auch sieben Sender, die allesamt den Zusatz „Internet“ im Namen tragen. Ruft man diese aber als DVB-T-Anwender an seinem PC, Mac, iPad oder iPhone auf, erscheint folgendes Bild:

Der HbbTV-Empfang ist ohne das Gerät leider nicht möglich
Der HbbTV-Empfang ist ohne das Gerät leider nicht möglich

Für das Nicht-Erscheinen der neu erkannten Fernsehsender kommen also diverse Gründe in Betracht:

  • Das Empfangsgerät ist nicht internet- bzw. HbbTV-fähig [also, internetfähig ist mein Mac auf jeden Fall]
  • Das Empfangsgerät ist internetfähig, aber nicht mit dem Internet verbunden [doch, das iPhone ist mit dem Internet verbunden]
  • Das Empfangsgerät ist mit dem Internet verbunden, aber noch nicht mit der multithek [wir kommen der Sachen näher]

Für weitere Infos soll ich die Seite multithek.de besuchen, was ich allerdings erst mal verworfen habe. Stattdessen habe ich mich bei Elgato, dem Soft- und Hardware-Anbieter meiner Mac-TV-Lösung, über den Stand der Dinge „HbbTV und EyeTV“ erkundigt. Tja, die Antwort war dann doch einigermaßen überraschend:

Hallo lieber Michael, liebend gern würden wir HbbTV mit unseren Apps für iOS und Android anbieten, aber es gibt aus unserer Sicht keinen Weg, die Oberfläche per Touch bedienbar zu machen. HbbTV ist zwingend auf eine Fernbedienung angewiesen… [Und] mit der Maus auf Elemente klicken [auch] geht nicht, [da ]braucht [man ebenfalls] eine Fernbedienung oder gar Onscreen-Fernbedienung.

Klack! Daher habe ich also keinen HbbTV-Empfang auf meinem Mac oder iGadget, da ohne Fernbedienung nichts zu gehen scheint mit dem interaktiven Fernsehen der Zukunft. Dabei wurde auf den Medientagen 2012 HbbTV-Anwendungen auf Tablet und Smartphone demonstriert. Umgesetzt wurde davon allerdings noch nichts.

Oder doch? Ich habe mich heute per E-Mail an das Institut für Rundfunktechnik (IRT) gewandt, das federführend am PAN-europäischen HbbTV-Projekt beteiligt war. Mal sehen, was die Verantwortlichen des IRT zum Fall „HbbTV spielt auf Post-PC-Ära-Geräten keine Rolle“ sagen. Stay tuned…

Elgatos Mobile-TV-Lösung Tivizen jetzt mit Wifi- und USB-Anbindung

Irgendwie ist es komplett am mir vorübergegangen: Elgatos Antwort auf tizi, der mobilen TV-Lösung von Equinux für iPhone, iPad und den Mac. Die ist einerseits ziemlich lustig, so heißt das kleine DVB-T-Kästchen von Elgato Tivizen, was doch recht nah an Tizi dran ist.

Na ja, andererseits aber auch nicht, denn die zwei Geräte sind im Grunde eins, stammen nämlich vom selben Hersteller, dem koreanischen Unternehmen valups, das das kleine Kästchen baut und auf das Equinux und Elgato einfach nur noch ihr Logo packen. So gesehen ist der Einheitspreis von 150 Euro auch nicht wirklich überraschend.

Aber jetzt hat sich etwas getan in Sachen Einheitsbrei, denn seit Freitag erweitert die Tivizen-App mit der Version 1.2 die Verbindung zwischen iPad/iPhone um eine weitere Möglichkeit, die ziemlich sinnvoll erscheint. Im Gegensatz zur Equinux-Lösung mit „Wifi only“ lässt sich das Elgato-Derivat ab sofort sowohl im drahtlosen als auch im USB-Modus betreiben. Das ist natürlich sehr praktisch, denn wer will schon nur wegen ein bisschen Fernseh gucken mit dem iPad oder iPhone auf seine drahtlose Internetanbindung verzichten…

Ich habe mal ein Testgerät angefordert, um mir das DVB-T-Kästchen genauer anzusehen. Um natürlich darüber zu berichten, wie es sich anfühlt und wie das Fernseherlebnis damit ist.

LCD-Fernseher so groß wie ein Fußballfeld

So kam heute morgen die Message bei mir an, als ich die aktuelle Pressemeldung von Philips zum zweiten Kaffee gelesen hatte: Fernseher so groß wie ein Fußballfeld!

Kann ja gar nicht sein, sag ich zu mir selbst. Und tatsächlich: Philips wollte uns nur mitteilen, dass sie viele schöne Flat-TV-Geräte verteilen, damit Menschen in ganz Deutschland auch Fußball gucken können. Und das in bester Qualität und natürlich mit dem Philips-Logo vor Augen.

„TV-Displays so groß ein Fußballfeld“. Ah, also alle Fernseher zusammen genommen, nebeneinander, untereinander, wie auch immer, ergeben zusammengesetzt ein Fußballfeld.

Fernseher, auf denen man Fußball spielen kann? Wohl kaum. Ok, also noch mal genauer hingesehen:

„Philips […] wird allein für die Fußball-Übertragungen im öffentlichen Raum und in den Stadien TV-Bildschirme und Großbildleinwände in der Größe eines Fußballfeldes bereitstellen. Bereits die Philips Großbildschirme für die offiziellen FIFA Fan Feste in den WM-Städten haben zusammen eine Displayfläche von mehr als 1.100 Quadratmetern. Darüber hinaus liefert Philips mehr als 10.000 TV-Geräte für die Bewirtungsbereiche und Medien-Arbeitsplätze in den Städten. Zusammen genommen ergeben diese Displays eine Fläche von mehr als 8.000 Quadratmetern und haben damit die Dimension eines WM-Spielfeldes.“

Ah, ok, verstanden. Auf Flat-TVs soll man also Fußball gucken, nicht spielen. Und zwar am besten in HDTV-Qualität. Ist bestimmt auch besser so…

Übrigens: Philips erwartet sich von seinem LCD-TV-WM-Engagement schöne Absätze von Fernseherverkäufen. So gesehen ist die Fußball-WM für die Holländer schon jetzt ein echter Erfolg.

Hyundai stellt bei LCD-Fernsehern auf HDMI um

Wie wir vor ein paar Tagen berichteten, kommt von Hyundai ein neuer LCD-Fernseher mit HD-ready-Logo in die Läden. Allerdings haben wir uns – und auch Hyundai – gefragt, warum das TV-Gerät für HDTV keine native HD-Auflösung von 1980 x 1080 Bildpunkten aufweist und der Fernseher obendrein über keine HDMI-Schnittstelle verfügt.

Heute kamen per E-Mail die Antworten von Hyundai:

  • Bei LCD-Fernsehern mit 26 Zoll Bildschirmdiagonale sind uns derzeit keine Hersteller bekannt, die ein entsprechendes Panel mit nativer HD-Auflösung von 1980 x 1080 Pixel anbieten.“
  • „In Sachen fehlender HDMI-Port hat hdtv-online vollkommen recht. Aber die HDTV-kompatiblen TV-Geräte der nächste Generation der Q-Serie (auch die Modelle 320 und 321) werden mit einer HDMI-Schnittstelle ausgestattet sein. Dies werden wir im Zuge der Umstellung auf RohS-konforme Produkte anpassen.“

Know-how: RohS steht für Restriction of Hazardous Substances (zu deutsch: Beschränkung gefährlicher Substanzen) und bezeichnet umgangsprachlich die EG-Richtlinie 2002/95/EG, die bei der Herstellung und Verabeitung von Elektrogeräten bestimmte Substanzen verbietet. Hierzu zählen Blei, Quecksilber, Cadmium, sechswertiges Chrom, Polybromierte Biphenyle (PBB) und Polybromierte Diphenylether (PBDE). In Zukunft werden wohl auch PVC und Phosphor in die Liste der gefährlichen Stoffe aufgenommen.

Das Ziel der EU-Norm ist unter anderem ein bleifreies Verlöten von elektronischen Bauteilen zu erreichen, aber auch giftige Flammhemmer in Kabeln zu verbieten. Frei von oben genannten Giftstoffen müssen natürlich auch die verwendeten Bauteile und Komponenten sein.

Interessanterweise ist bei uns bereits seit dem 16. März 2005 das Elektro- und Elektronikgerätegesetz gültig, das neben der RoHS auch die EU-Norm WEEE (Reduktion und Entsorgung von Elektronikschrott) in deutsches Recht umsetzen soll. Allerdings läuft die Übergangsfrist für die betroffenen Hersteller und Branchen bis zum 1. Juli 2006, die viele Unternehmen wie beispielsweise Hyundai für sich in Anspruch nehmen.

Saturn erfindet digitales Fernsehen und DVB-T neu

Ich mag sie ja nicht besonders, diese ganzen Geiz-ist-Geil-Angebote. Sie gaukeln immer Megaschnäppchen vor, die sich oft als pure Lockangebote entpuppen. Gerade die bekannten und großen Elektrofachhändler S. und M. bedienen sich dieser Taktik.

Zu diesem Zweck basteln sie gerne ihre häufig gelesenen Flyer und Werbebeileger. Einer dieser Beileger fand ich heute morgen in meiner SZ. Und da konnte ich doch wundersame Dinge zum Digitalen Fernsehen im Allgemeinen und zu DVB-T im Speziellen erfahren:

So ist der portable DVD-Player von Xoro laut Saturn-Flyer mit einem DVT-T-Empfänger ausgestattet (heißt das nicht DVB-T?!). Habe ich was verpasst, oder hat Saturn München tatsächlich einen neuen, eigenen Fernsehstandard entwickelt?

Kleinlich? Mag sein, aber im Kundeninfokasten „Was sind die Vorteile des digitalen Fernsehens“ wurde es erst richtig gut:

Dort ist von Programmen die Rede, die „nur und exklusiv über das digitale Antennensignal übertragen werden“. Ich frage mich, welche Programme das sein sollen. EinsPlus? Phönix? Gibt’s auch ohne DVB-T.

Außerdem sollen Sie als Anwender mit einem tragbaren Fernseher (wie dem XORO HSD 7500) „dieses digitale Signal […] nutzen, wo immer Sie wollen“. Na, da bin ich ja gespannt, wie Leute diese Aussage finden, die nicht in einem der DVB-T-Sendegebiete wohnen.

Und dass eine „ausziehbare oder tragbare Geräteantenne“ für den Empfang „vollkommen ausreichend“ ist, hat mit der Realität auch nicht immer was zu tun. Schlechte Empfangsbedingungen können selbst in den DVB-T-Kerngebieten wie München mit einer einfachen Stabantenne zu Problemen führen.

Am besten fand ich allerdings die Suggestion, dass man „keinen Cent an zusätzlichen Nutzungsgebühren“ zahlen muss. Ob das die Leute bei der GebührenEinzugsZentrale genauso sehen?

LCD-Fernseher für HDTV und DVB-T von Hyundai

Der neue HDTV-kompatible LCD-Fernseher Vvuon Q261 von Hyundai ImageQuest ist jetzt auch als Einsteigermodell mit einer Bildschirmdiagonalen von 26 Zoll (66 cm) für rund 1000 Euro erhältlich.

Auf der Suche nach einem LCD-Fernseher, der nicht zu riesig ist, mit Hyundai ImageQuest Vvuon Q261 klar kommt und Ihren Geldbeutel nicht überstrapaziert? Dann haben wir einen Tipp für Sie: den Hyundai ImageQuest Vvuon Q261, den Sie ab sofort für unter 1000 Euro im Fachhandel käuflich erwerben können.

Neben seiner HDTV-Kompatibilität bietet der Neue von Hyundai auch gleich einen eingebauten DVB-T-Empfänger. Das ist toll, denn dann müssen Sie sich nicht sofort für HD-Fernsehen entscheiden, sondern erst zur Fußball-WM 2006 in rund sechs Wochen.

Preisvergleich: Hyundai Vvuon Q261

Aber auch für Normal-Fernsehgucker bietet das Gerät einen Analog-Receiver, mit dem Sie ganz gewöhnliches Kabel-TV empfangen können.

Zusammengefasst stellen sich die Merkmale des neuen 26-Zöllers wie folgt dar:

  • Bildschirmdiagonale: 26 Zoll
  • HD-ready mit EICTA-Gütesiegel
  • schwarzes Design, Standfuß in vertikaler Neigung individuell einstellbar
  • optionale Wandhalterung
  • Betrachtungswinkel: horizontal 170°, vertikal 170°
  • Kontrastverhältnis: 1200:1
  • Helligkeit: 500 cd/m²
  • Auflösung: 1366 x 768 Pixel
  • Schaltgeschwindigkeit der Transistoren: schnelle 8 ms
  • digitales, HDCP-fähiges DVI-Interface
  • integrierter DVB-T Tuner
  • Soundsystem: 2 x 10 Watt, SRS TruSurround XT
  • Anschlüsse: Scart, D-Sub, Video & Audio Cinch, S-Video, Antennen-Anschluss
  • IR-Fernbedienung
  • EPG (Electronic Program Guide)
  • Teletext (252 Seiten)
  • Bild-in-Bild-Funktion (PiP)

Zwei Fragen stellen sich allerdings angesichts dieser Liste:

1. Warum unterstützt der LCD-Fernseher keine native HD-Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten? Dies könnte man trotz eines Preises von unter 1000 doch erwarten.

2. Warum setzt Hyundai bei dem Gerät nicht auf die zukunftssichere HDMI-Schnittstelle, sondern nur auf DVI?

Empfehlenswerte HDTV-Receiver fürs digitale Fernsehen

Hallo, liebe hdtv-online-Redaktion,

ich möchte mir einen HDTV-fähigen Sat-Receiver für digitales Fernsehen zulegen und hätte hierzu ein paar Fragen.

Frage: Welchen HDTV-Receiver für eine Sat-Anlage finden Sie am besten?
Antwort: Derzeit sind nur drei HDTV-Receiver am Markt wirklich relevant, da sie von Premiere zertifiziert sind: Philips, Pace und Humax.

Der Philips-Empfänger ist momentan wegen technischer Probleme gar nicht erhältlich. Der Pace macht wohl insgesamt noch halbwegs vernünftig funktioniert und ist daher nicht unbedingt empfehlenswert. Der Humax PR-HD1000 scheint derzeit das einzige Geräte zu sein, das erhältlich ist und 1080p.

Frage: Gibt es HDTV-Receiver, die auch eine Auflösung von Premiere wiedergeben können?
Antwort: HDTV-Receiver können nach unserem Kenntnisstand derzeit nicht 1080p wiedergeben. Dies wird sich vermutlich auch erst mal nicht durchsetzen, da das 1080p-Format eine zu hohe Bandbreite erfordert und Fernsehsender wie Premiere wohl kaum bereit sind, das zu bezahlen.

Frage: Lassen sich die Umschaltzeiten beim Humax PR-HD 1000 durch Firmenupdates verkürzen?
Antwort: Die Umschaltzeiten liegen mittlerweile selbst bei HD-Kanälen bei rund 2 Sekunden, was völlig ok ist.

Frage: Welcher Receiver liefert das beste Bild und Ton?
Antwort: In Sachen Bild und Ton sollte man derzeit wohl auch den Humax favorisieren.

Frage: Welcher Receiver ist denn der zukunftsfähigste?
Antwort: „Zukunftsfähig“ bei solch einer neuen Technik?! Es werden allein im Sommer neue Geräte von Homecast, Kathrein und Technist geben, abgesehen vom Philips, der ja wohl noch kommen wird. So gesehen ist „zukunftsfähig“ sehr relativ…

Frage: Sollte ich mit der Anschaffung eines HDTV-fähigen Receivers noch warten, bis diese technisch ausgereift sind?
Antwort: Tja, warten ist immer so eine Sache: Wenn Sie HDTV unbedingt haben wollen, weil Sie die Fußball-WM 2006 in bester Auflösung sehen nöchten, ist Warten nicht die Alternative. Ansonsten werden die Geräte sicher noch besser.