Serie: Wir installieren mein neues PowerBook Teil 7

Das wichtigste Peripheriegerät ist auch am Mac die Maus. Aber welche nehmen? In meinem Fundus habe ich zur Auswahl die Apple Mighty Mouse, eine alte Apple ProMaus, eine herkömmliche optische Noname-Maus, Macally Bluetooth MouseJr und eine Microsoft Notebook Optical Mouse 3000. Raten Sie, für welche ich mich entschieden habe!

Ok, es mag eine profane Frage sein, welche Maus die beste ist. Schließlich gibt es passable Mäuse schon ab 9 Euro. Bedenkt man allerdings, dass man bei fast jedem Arbeitsschritt am Computer auch zur Maus greift, sieht die Sache anders aus. Es lohnt sich über die grundlegenden Vor- und Nachteile der verschiedenen Modelle nachzudenken.

Für dauerhaftes professionelles Arbeiten ist mir das eingebaute Trackpad meines PowerBooks zu wenig. Mit einer richtigen Maus geht es einfach besser. Ausserdem stört mich, dass das Trackpad lediglich eine Eintasten-Maus emuliert. Ich will zwei Tasten und möglichst auch ein Scrollrad.

Schon unter OS/9 war eine Zweitasten-Maus die bessere Wahl. Mit jeder Microsoft-Maus wurden entsprechende Treiber mitgeliefert. Das war auch notwendig, denn OS/9 selbst unterstützte die rechte Maustaste nicht.

Anders seit OS X. Hier ist die Unterstützung der rechten Maustaste und des Scrollrades im System integriert. Das bedeutet, jede Microsoft-kompatible USB-Standard-Maus lässt sich anschließen und funktioniert vom Fleck weg.

Noch ein Punkt: Die neue Maus soll eine optische Maus sein. Die Zeiten der schmutzempfindlichen, gummiummantelten Maus-Kugeln ist endgültig vorbei. Was sich diesbezüglich noch in meiner Kiste mit EDV-Kram befand, flog gnadenlos auf den Müll.

Optische Noname Maus
Fangen wir mit der Noname-Maus an. Obwohl sie mir vom Design und der Farbgebung her sehr gut gefällt (ich habe sie ausschließlich deshalb gekauft ;-), ein Bild von ihr habe ich aber leider nicht) konnte mich die Verarbeitungsqualität und Haptik auf Dauer nicht überzeugen.

Wenn ich das Ding schon zig mal am Tag in die Hand nehmen muss, dann soll es sich wenigstens gut anfühlen. Ein weiterer Nachteil vieler Billigmäuse: Der optische Sensor kommt mit bestimmten Tischoberflächen, bzw. Mustern nicht besonders gut klar. Die Folge ist verzögertes Ansprechen und ein Springen des Mauszeigers. Nix für den Profi!

Apple ProMaus
Der Vorgänger der Mighty Mouse. Geniales Design, hervorragende Verarbeitungsqualität und einfach nur Kult. Ich liebe dieses durchsichtige Gehäuse mit dem darunter liegenden satten Weiß. Wie Milch mit einer klaren Eisschicht. Aber leider auch nix für mich, denn es gibt nur eine Maustaste. Für mich ist das kaum eine Arbeitserleichterung, da kann ich ja gleich beim Trackpad des PowerBooks bleiben. Jetzt hat diese Maus einen Ehrenplatz in meinem Büro und dient lediglich als Ausstellungsstück.

Macally Bluetooth MouseJr
Ich gehöre zu den Menschen, die ihren Notebook ständig mit sich herumschleppen. Ich arbeite mal in meinem Homeoffice, dann wieder bei meinem Arbeitgeber, auf Messen und beim Kunden. Da dachte ich, dass eine kleine kabellose Notebook-Bluetooth-Maus optimal wäre. Weit gefehlt.

Die Macally Bluetooth MausJr an sich ist in Ordnung. Das Bluetooth-Prinzip stört mich. Zum Beispiel ist dadurch die Maus recht schwer geraten. Schließlich stecken zwei AA-Batterien bzw. Akkus drin um die Funkverbindung zu gewährleisten.

In der Praxis erwies sich die Macally Bluetooth-Maus als Batteriefresser. Alle paar Tage verlangte sich nach frisch geladenen Akkus. Bedingt wurde das auch da durch, dass sie keinen Ein/Aus-Schalter besitzt. Steckt man die Maus in die Notebook-Tasche, kann es passieren, dass eine der Maustasten gedrückt wird. In der Folge versucht die Maus immer wieder eine Funkverbindung herzustellen und ruckzuck ist die Batterie leer.

Zudem ist die Bluetooth-Verbindung, zumindest zwischen dieser Maus und meinem PowerBook recht wackelig. Sie bricht immer wieder für kurze Augenblicke ab, was zu einem springenden Mauszeiger führt. Gestört hat mich auch die kurze Verzögerung bis die Maus anspricht, wenn der PowerBook aus dem Ruhezustand geweckt wurde.

Für mich heißt das: Bluetooth-Technik ist ok, aber nicht unbedingt für die Maus. Allerdings sagen mir Kollegen, sie könnten die beschriebenen Probleme nicht bestätigen. Wenn Sie auf kabellos stehen, dann sollten Sie es ausprobieren oder eine echte Funkmaus nutzen. Beispielsweise eines der Modelle von Logitech mit RF-Drahtlosanbindung.

Microsoft Notebook Optical Mouse 3000
Ende letzten Jahres war ich auf einer Presseveranstaltung von Microsoft rund um Keyboards und Mäuse. Ich führte dort ein längeres Gespräch mit einem der Verantwortlichen Maus-Designer von Microsoft USA. Natürlich lamentierte ich dort ein wenig herum wegen der speziellen Bedürfnisse der Mac-User. Vor allem was das Design betrifft. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich das Aussehen der meisten Microsoft-Mäuse als wenig Mac-mäßig empfinde.

Er präsentierte mir daraufhin seine neuesten Kreationen und siehe da, Microsoft hat wunderbare Mac-OS-Treiber für die aktuellen High-end- und Notebook-Mäuse. Was natürlich nichts am Design ändert ;-).

Besonders angetan hat es mir die kompakte Notebook Optical Mouse 3000. Sie besitzt zwei Tasten, ein Scrollrad, welches als weitere Taste dient wenn man es niederdrückt und mit dem man auch vertikal scrollen kann, in dem man es nach links bzw. rechts drückt. Das ist eine Funktion, die ich besonders in Programmen wie QuarkXpress und Adobe InDesign nicht mehr missen möchte. Als weiteres Zuckerl gibt es an der Seite eine weitere kleine Taste für Sonderfunktionen. Standardmäßig aktiviert man damit die Zoomfunktion von Mac OS X.

Als Mac-Fan stört mich an allen Microsoft-Produkten die verwirrende Zahl der Optionen. Man kann alles und jedes einstellen, modifizieren und ändern. Das führt zu überfrachteten und verwirrenden Dialogboxen. Im Falle der Notebook-Maus will ich ein Auge zudrücken.

Der Treiber bietet zig Optionen die einzelnen Tasten zu belegen und sonst iregendwelche wichtigen und unwichtigen Einstellungen vorzunehmen. Das geniale aber ist, dass man die Einstellungen individuell je nach dem gerade laufenden Programm vornehmen kann. Für mich eine willkommene Option für komplexere Programme wie die schon erwähnten Quark XPress und Adobe InDesign. So könnte man die Scrollrad-Taste beispielsweise mit der Funktion „Dreifachklick“ belegen um in Quark mit einem Klick den kompletten Text eines Textrahmens zu markieren.

Sie sehen, die kleine Microsoft Maus gehört bei mir zur ersten Wahl. Doch zunächst sehen wir uns noch die Apple-Alternative an.

Apple Mighty Mouse
Das ist eindeutig die Notebook Optical Mouse 3000 für Mac-Anwender. Nomen est omen sozusagen. Als sie im letzten Jahr vorgestellt wurde habe ich sie mir gleich besorgt und lange Zeit auch genutzt. Jetzt überlege ich gerade, ob ich sie wieder einsetzen soll oder doch lieber zur oben beschriebenen Microsoft-Maus für meine Powerbook greifen werde.

An erster Stelle wäre das Design zu nennen: iBook-weiß, glatt und ein echter Handschmeichler. Aber auch funktionell hat sie etwas zu bieten. Es ist die erste Apple-Maus, die eine rechte Maustaste hat, obwohl sie de fakto nur eine Taste besitzt. Wie das geht? Ganz einfach: Ein Sensor stellt fest, ob der Druck auf der linken oder der rechten Seite erfolgt ist. Irre oder? Vermutlich umgeht Apple auf diese Weise Lizenzen für Microsoft. Im Endeffekt ist es aber egal, es funktioniert wunderbar.

Und dann wäre da noch der, äh… ich nenne ihn mal Mausnippel. Ein kleiner Gumminhuckel, der sich nicht nur, sagen wir mal… erotisch anfühlt, sondern tatsächlich ein Scrollrad ersetzt. Wie bei der Microsoft Notebook Maus kann man damit horizontal und vertikal scrollen. Drückt man drauf, dient er als dritte Maustaste. Das alles funktioniert so wunderbar, dass es die reine Freude ist.

Das gilt allerdings nicht für die vierte Tastenfunktion. Dafür muss die Mighty-Maus mit Daumen und Ringfinger (manche machen es mit dem Mittelfinger) zusammengedrückt werden. In der Standardeinstellung ruft man damit die Expose-Funktion „Alle Fenster“ auf. Fakt ist, dass das eine derartige Handverrenkung und einen relativ hohen Kraftaufwand erfordert, dass man diese Möglichkeit lieber nicht nutzt.

Trotzdem, diese Maus ist genial und die Einstellungsmöglichkeiten für die Belegung der Tasten sind absolut ausreichend. Dazu ein wichtiger Tipp: Im Lieferzustand funktioniert die Maus als Eintasten-Maus. Die Belegung der „rechten“ Taste muss in Systemeinstellungen/Tastatur & Maus auf Sekundäre Taste gestellt werden. Erst dann hat man eine Zweitasten-Maus.

Fazit:
Ich habe mich salomonisch für die Microsoft Notebook Optical Mouse 3000 und für die Apple MightyMaus entschieden. Im Büro, dort wo ich den größten Teil meiner Arbeitszeit verbringe schließe ich die MightyMouse an.

In der Notebooktasche jedoch steckt die kleine Microsoft-Maus. Sie ist für mobiles Arbeiten optimal geeignet, nimmt nicht viel Platz weg und es stört mich nicht so sehr, wenn wenn sie eingeklemmt zwischen mobiler Festplatte, USB-Stick und Schlüsselbund den einen oder anderen Kratzer abbekommt. Die MigtyMouse möchte ich hingegen als Designobjekt pfleglich und schonend behandeln. Der Schreibtisch ist deshalb der optimale Aufenthaltsort für sie.

Zum Schluss noch eine Anmerkung speziell für iBook-Benutzer: Ausgewiesene Notebook-Mäuse, aber auch die meisten Apple-Mäuse haben ein deutlich kürzeres Kabel als Desktopmäuse. Für Rechtshänder kann das unter Umständen zum Problem werden, da die USB-Ports beim iBook auf der linken Gehäuse-Seite untergebracht sind. Deshalb vor dem Kauf checken, ob die Kabellänge ausreichend ist. Am iBook ist mit beispielsweise das Kabel der Microsoft Optical Mouse 3000 einen Tick zu kurz.

Update: Der oben beschriebene „Mausnippel“ der Mighty Mouse ist in wirklichkeit ein winzig kleiner Trackball. Das sieht man aber erst, wenn man genau hinsieht. Sein Nachteil ist, das er sich nicht ohne weiteres reinigen lässt. Obwohl Apple behauptet, dass Abwischen mit einem feuchten Tuch genügt ist jedem ersichtlich, dass das nicht stimmen kann. Einmal eingedrungener Schmutz und Staub lässt sich nicht entfernen. Das führt dazu, dass das Scrollen nicht mehr richtig funktioniert. Um den Mini-Trackball zu reinigen muss man die Maus öffnen, was von Apple aber nicht vorgesehen ist. Schrauben gibt es keine. Ein holländischer Mac-User hat trotzdem eine Lösung gefunden. Achtung: Nur zur Nachahmung empfohlen, wenn man evtl. Schäden an der Maus in Kauf nimmt! Aber ich denke das ist immer noch besser, als die Maus wegzuwerfen.

Published by Michael Hülskötter

Ich bin Blogger, IT-Journalist, (Buch-)Autor, Videotrainer, Content Manager - und das alles in einer Person. Ich gehöre seit 1999 der schreibenden Zunft an, und es macht mir immer noch sehr viel Spaß. Lebe seit 1977 in München und habe drei wundervolle Kinder.

%d Bloggern gefällt das: