Review: MeeGo im Netbook-Praxiseinsatz, Teil 2

Gestern habe ich MeeGo 1.0 auf meinem Toshiba-Netbook zum ersten Mal laufen lassen, und zwar per Live-Image vom USB-Stick. Und am Ende des zugehörigen Beitrags habe ich versprochen, einen zweiten Teil mit weiteren Eindrücken zum mobilen Linux-Derivat zu veröffentlichen. Was hiermit geschieht.

Die Bedieneroberfläche gliedert sich in zehn Bereiche. Das sind “Myzone”, “Zone”, “Applications”, “Status”, “People”, “”Internet”, “Media”, “Devices”, “Bluetooth” und “Network”. Myzone und Zone habe ich gestern ja schon besprochen, hier also die restlichen acht.

Applications: Dieser Bereich ist zweigeteilt: Zum einen lassen sich bevorzugte Apps dort platzieren (“Favorite applications”), zum anderen finden man, nach Kategorien sortiert, sämtliche Anwendungen, die auf dem Netbook installiert sind. Dazu gehören Tools, Spiele, Internet-Apps, Multimedia, Office-Anwendungen und System-Tools. Wem das nicht reicht, der findet unter “System Tools” den Software-Katalog “Garage”, in dem sich weitere Apps befinden. Okay, derzeit sieht es noch etwas mau damit aus, aber das wird sich bestimmt in den nächsten Wochen und Monaten ändern.

Status: Das ist ein Teil des Social-Media-Hubs von MeeGo. Hier kann man seinen Twitter- und Last.fm-Account eintragen und somit stets auf dem neuesten Stand bleiben, was sich da draußen gerade so tut. Natürlich lassen sich über “Status” auch eigene Tweets absetzen, retweeten und auf Tweets antworten. Schade ist nur, dass Facebook und andere soziale Dienste (noch) nicht unterstützt werden.

People: Hinter dem etwas irritierenden Begriff “People” befindet sich Empathy, ein Messenger- und VoIP-Tool, das es erlaubt, sämtliche Chat-Kanäle einzurichten und so mit anderen via Internet zu plaudern. Da kommt dann sogar Facebook ins Spiel, aber auch AIM, Google Talk, ICQ, MSN, Yahoo und andere Dienste. Also kann man mit MeegGo nicht nur chatten, sondern sogar Internettelefonate führen. Allerdings gelang es mir nicht, alle Chat-Apps zum Laufen zu bringen. Dazu gehörten Facebook (sic!) und AIM. Google Talk ließ sich einrichten und nutzen, und zwar über das MeeGo-eigene Messenger-Tool, das sich über die People-Seite starten lässt.

Internet: Diese sehr schlicht gehaltene Seite bietet dreierlei: Eine Such- und Adresszeile, in die entweder ein Suchbegriff oder eine Internetadresse eingetippt werden kann. Nach dem Abschicken der Suchabfrage wird Google Chrome geöffnet und entweder die Webseite direkt aufgerufen oder das zugehörige Suchergebnisse angezeigt. Allerdings kommt Chrome schon mal mit dem Suchbegriff nicht klar und fragt stattdessen nach der URL, falls es dafür eine gibt. Neben dieser Suchzeile gibt es zwei weitere Bereiche unter “Internet”, und zwar eine Tabs- und Favorite-Pages-Sektion, in der jeweils offene Tabs oder bevorzugte Webseiten gespeichert werden.

Media: Dahinter verbirgt sich zunächst nur die Bibliothekenansicht der auf dem Netbook gespeicherten Musik. Allerdings kann man per Mausklick auf den Banshee Mediaplayer umschalten, der den kompletten Zugriff auf sämtliche Multimediadaten wie Musik, Videos, Podcasts, Last.fm und Internetradio bietet. Das Tool ist design-technisch zwar keine Meisterleistung, erfüllt aber seine Aufgaben ordentlich. Gut gelöst ist die Verbindung zu Last.fm, mit deren Hilfe man direkten Zugriff auf den eigenen Last.fm-Account bekommt.

Devices: Mithilfe von “Devices” wird der Computer sehr rudimentär abgebildet. Man sieht also, ob und in welchem Ausmaß der Akku geladen und wieviel Platz auf der Festplatte verfügbar ist. Man kann hier aber auch die Lautsprecherlautstärke regulieren, auf die vorhandenen Ordner zugreifen und bekommt sämtliche am Netbook angestöpselten Geräte angezeigt. Und per Mausklick gelangt man sogar in die Systemeinstellungen.

Bluetooth: Warum “Bluetooth” eine eigene Sektion erhalten hat, erschließt sich mir zwar nicht ganz (hätte doch gut unter “Networks” gepasst), aber ich kann es ohnehin nicht nutzen, da der Bluetooth-Stack offensichtlich mein Toshiba-Netbook nicht unterstützt. Na ja, das werde ich schon noch herausfinden.

Networks: Hier lassen sich die vorhandenen Wifi-Verbindungen einrichten und verwalten. Darüber hinaus kann man kabelgebundene und kabellose Netzwerke ab- und wieder einschalten oder komplett in den Offline-Modus wechseln.

Natürlich sollte nicht unerwähnt bleiben, dass sich hinter der Uhrzeit eine weitere Sektion befindet, wo ich Datum und Zeit einstellen, meine Termine und Aufgaben ansehen (die ja auch unter “MyZone” angezeigt werden) sowie direkt in den Kalender beziehungsweise in die ToDo-App wechseln kann.

So, und wem das noch nicht reicht, der bekommt sehr bald einen weiteren Teil meiner MeeGo-Review-Serie geschenkt. Dort werde ich mich mit einzelnen, nützlichen Apps näher beschäftigen.

Michael Hülskötter

http://www.mhuelskoetter.de

Ich bin Blogger, IT-Journalist, (Buch-)Autor, Videotrainer, Content Manager - und das alles in einer Person. Ich gehöre seit 1999 der schreibenden Zunft an, und es macht mir immer noch sehr viel Spaß. Lebe seit 1977 in München und habe drei wundervolle Kinder.

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