Wer kennt sie nicht, die Harmony-Serie der Firma Logitech?! Die Idee dahinter ist ganz einfach: Man braucht für alle Geräte mit Infrarot-Auge nur noch eine einzige Fernbedienung, die zentral alle Gadgets des Haushalts steuert, also Fernseher, Verstärker, DVD-Player, Musikserver und vieles mehr.

Und genau diesem Prinzip folgt die Firma ThinkFlood mit ihrem RedEye. Dieses Gadget übernimmt die Identifizierung sämtlicher Geräte im Haushalt anhand einer Datenbank, auf die man drahtlos über den eigenen WLAN-Router via Internet zugreift. Dabei muss man den RedEye-Empfänger nur einmal mit der zugehörigen iPhone-App in das eigene Drahtlosnetzwerk einbinden, und schon ist man mit dem RedEye online.

Der Rest scheint zunächst recht einfach, wenngleich ziemlich zeitaufwändig. Und es gestaltet sich auch nur dann halbwegs simpel, wenn die RedEye-Datenbank das einzubindende Geräte erkennt. Und da hakte es während meines Tests doch ganz erheblich.

Zunächst einmal muss man die Modellnummer des Geräts (Fernseher, Verstärker, etc.) genau kennen. Ok, das sollte man gerade noch so hinkriegen. Bei meinem Samsung-LCD-TV klappte das problemlos (ist ja auch schon ein wenig betagter), mein neuer Denon-Amplifier stellte sich hingegen als ein wenig hartnäckiger heraus. So musste ich den Eintrag und den dazu gehörigen Scan dreimal vornehmen, bis RedEye das Gerät erkannte. Und das auch nicht hundertprozentig richtig. Nun gut.

Ganz duster sah es allerdings mit meinem Musikserver Hifidelio der Firma Hermstedt aus, der zwar eine Zeit lang gut verkauft wurde, mittlerweile aber von der Hifidelio GmbH vertrieben wird. Und da nützt die richtige Modellbezezichnung gar nichts, der RedEye-Empfänger wollte meinen Musikserver partout nicht erkennen.

Das ist zwar dumm, aber auch nicht ganz so tragisch, da der RedEye eine ziemlich gute und schnelle Lernfunktion bietet: So definiert man zunächst ein neues Gerät, legt für dieses schrittweise die passenden Funktionen fest, drückt den richtigen Knopf der Original-Fernbedienung, hält diese währenddessen in Richtung RedEye, und schwupps, kann man das unbekannte Gerät mit dem iPhone oder iPad steuern. Das dauert zwar, ist aber sehr zuverlässig.

Hat man auf diesem oder dem automatischen Weg erst mal alle Multimedia-Gadgets dem RedEye-Empfänger bekannt gemacht, spielt er richtig seine Stärken aus. Dann kann man nämlich so genannte Aktivitäten festlegen (wie bei der Harmony halt), die mit einem Fingertipp respektive durch Starten der iPhone-App eine Reihe von Aktionen durchführen, was beispielsweise dazu führt, dass der Fernseher, die DVB-T-Box und der Verstärker gleichzeitig eingeschaltet und in die richtigen Modi gebracht werden, was TV gucken per Fingertipp ermöglicht. So wird die Vision von Bill Gates zumindest in meinem Wohnzimmer wahr…

Schön sind auch die Erweiterungsmöglichkeiten der RedEye-iPhone-App. So kann man die zu den Aktivitäten gehörenden Remote-Layouts den eigenen Bedürfnissen und Fernbedienungsgewohnheiten anpassen. Das gilt auch für die Geräte, die nicht hundertprozentig erkannt wurden und für die nicht alle Funktionen bereit stehen. Die lassen sich mit der bereits beschriebenen Lernfunktion nämlich nachträglich hinzufügen.

Und sonst? Erwähnenswert ist die Ladestation des RedEye-Empfängers, die Gestensteuerung (die ich noch nicht zum Laufen gebracht habe), die Möglichkeit, verschiedene Zimmer zu definieren und die Funktionsübersicht, mit der sich alle Geräte auch manuell bedienen lassen. Und das mit meinem Hifidelio krieg ich auch noch hin…

Ach ja: Die eLink Distributions AG vertreibt die Fernbedienung ganz exklusiv für Thinkflood in Deutschland.

Kategorien: AppleMobile

Michael Hülskötter

Ich bin vornehmlich Techblogger, der IT-Firmen hilft, ihre Produkte und Lösungen am Markt mithilfe aussagekräftiger Texte und Videobeiträge zu präsentieren. Ich schreibe seit 1999 und blogge seit 2006, und das immer noch mit sehr viel Spaß.