Review: iPhone Developer Conference 2010 – Teil 1 [Upd]

Ja, ich geb’s ja zu, die iPhone Developer Conference 2010 ist schon wieder seit einer guten Woche Geschichte, aber ich hatte letzte Woche einfach so viel zu tun, dass ich nicht dazu gekommen bin, mein ganz persönliches Fazit in Sachen dritte iOS- und Mac-Konferenz niederzuschreiben und zu veröffentlichen. Aber heute, heute folgt diese Rückschau.

Dazu möchte ich gleich mal anmerken, dass dieses Review nur einen Bruchteil dessen wiedergibt, was auf der iPhone Dev Con an zwei Tagen passiert ist. Das soll mich aber nicht davon abhalten, meine persönlichen Highlights kundzutun.

Los ging es eigentlich erst am 1. Dezember, jedoch fand an der Uni zu Köln eine Pre-Conference statt, und zwar an der Fakultät für Physik, an der Professor Doktor André Bresges sein Unwesen treibt (sorry für den Ausdruck, aber ich konnte einfach nicht anders). Herr Bresges ist schon seit Erscheinen des iPhone sehr daran interessiert, die mobilen Endgeräte von Apple in seinen Lehrplan einzubauen und seinen StundentInnen die Möglichkeit zu gewähren, sich stets mit der neuesten Technik auseinander zu setzen. So sah das Pre-Event auch drei Vorträge und eine Art Podiumsdiskussion vor: es ging um Poptalk, um das Thema Campus meets Career und um die Jungs von Coupies, die derzeit für einige Furore im mobilen Couponing-Markt sorgen.

Die Veranstaltung selber war nicht so der Brüller, dafür war das gemütliche Beisammensein im Anschluss im Hardrock Café um so netter. Mit guten Gesprächen und und lecker Essen.

So richtig los ging es dann am nächsten Tag um 9:00 Uhr mit der Auftakt-Keynote von Marc Schlüpmann, der die Geschichte von Apple ein wenig Revue passieren ließ und auch Glaskugel-Leser spielte. Ich sag mal so: für eingefleischte Apple-Fanboys war da nix wesentlich Neues dabei, für alle anderen waren es nette Infos zum „Revoluzzer“ aus Cupertino. Interessant fand ich die Anekdote, dass Apple bereits 1988 wissen wollte, wie der Tablet-PC der Zukunft aussehen wird. Tja, und dann hat’s noch mal 22 Jahre gedauert, bist das iPad das Licht der Welt erblickte.

Mein erstes persönliches Highlight folgte dann um 11:30. Dort nahm sich Ivo Wessel auf sehr unterhaltsame und anschauliche Weise des Themas Core Data und SQLite an. Dabei habe ich gelernt, dass JSON eines Tages XML ablösen soll, dass sich unter iOS komplette Datenbanken schneller komplett aktualisieren lassen als nur einzelne Datensätze und dass man mit In-App-Purchase kostenlose Apps anbieten und trotzdem Geld verdienen kann.

Kurz vor der Pause dann die erste Überraschung: iPad und iPhone haben es tatsächlich schon ins Gesundheitswesen geschafft. Ob das Röntgen-Apps für das iPad sind oder Pilli für das iPhone – die mobilen Endgeräte von Apple scheinen für Ärzte und andere Menschen aus ihrem Alltag nicht mehr wegzudenken sein.

Nach dem Mittagessen hatte ich dann das Vergnügen, einen der Busninesstracks zu moderieren, woraus sich mal ganz neue Themen für mich ergaben. Dazu gehörte beispielsweise die Frage, wie es Apps schaffen können, mithilfe von madvertise in die Top 25 der Appstore-Charts katapultiert zu werden (und das sogar im Wortsinne). Daneben hatte Jana Sievers eine Menge nützlicher Tipps parat, wie es Apps vielleicht auch ohne madvertise ganz nach oben schaffen können.

Dazu zählen die Erkenntnisse, dass die App-Beschreibung nicht ganz so wichtig, dafür die Wahl der Kategorie um so entscheidender ist. Darüber hinaus hat auch die Anzahl der Downloads auf den Erfolg einer App wesentlichen Einfluss. Daher sollte man laut Jana unbedingt über eine kostenlose und eine kostenpflichtige Variante seiner App nachdenken. Das eine beschleunigt nämlich das andere.

Dann hatte Christian Lupp von codedifferent wichtige Nachrichten für alle iOS-Entwickler parat: Apps müssen ge- oder erfunden, konzeptioniert, gestaltet, entwickelt, kommuniziert und gepflegt werden. Und das immer und immer wieder, also iterativ, wie man das von „richtigen“ Softwareprojekten gewohnt ist. Schön fand ich übrigens auch die Erkenntnis, dass Ideenfindung bedeutet, bösartige Probleme zu lösen (frei nach Horst Rittel). Und dies geschieht am einfachsten, indem man das Problem genau beschreibt, was wiederum bedeutet, dass man damit das Problem bereits löst.

Mit der letzten Session des ersten Tages der iPhone Dev Con hielt dann noch wenig internationaler Flair Einzug. Es ging nämlich um die Frage, wie Apps auch auf internationalem Parkett erfolgreich sein können. Dabei sollte man laut Thorsten Rauser nie vergessen, dass eine App grundsätzlich gut sein muss, damit sie auch im Ausland erfolgreich sein kann. Wichtig ist aber auch die richtige Kommunikation: so sollte man unbedingt lokale PR betreiben, entweder klassisch oder in Form von Blogbeiträgen oder sonst wie. Darüber können Youtube-Videos in der jeweiligen Landessprache helfen, den Kaufanzeiz zu erhöhen. Diese Videos sollten aber unbedingt kurz und knackig sein.

So, und da mein iPhone-Dev-Con-Fazit doch ein wenig länger ausfällt, gibt es morgen den zweiten Teil – inklusive der Veranstaltung „Beste iPhone-App 21010“.

Update: Hier könnt ihr den zweiten Teil meiner Rückschau „iPhone Dev Con 2010“ ansehen.

Published by Michael Hülskötter

Ich bin Blogger, IT-Journalist, (Buch-)Autor, Videotrainer, Content Manager - und das alles in einer Person. Ich gehöre seit 1999 der schreibenden Zunft an, und es macht mir immer noch sehr viel Spaß. Lebe seit 1977 in München und habe drei wundervolle Kinder.

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