Review: iPhone Developer Conference 2010 – Teil 2 [Upd]

Wie ich gestern versprochen habe, folgt heute der zweite Teil meiner ganz persönlichen iPhone-Dev-Con-Rückschau 2010. Und für alle, die noch mehr wollen, folgen morgen zwei Videos, die ich in Köln gedreht habe. Eines handelt vom Verhältnis iOS-Entwickler vs. Windows Phone 7, und das andere ist ein Interview mit Florian Bender. Na, dann mal los!

Update: Das Interview mit Frank Prengel von Microsoft zu Windows Phone 7 ist online und zum Anschauen bereit.

Bevor ich aber mit dem Tag-2-Fazit beginne, will ich es nicht versäumen, kurz auf die Preisverleihung im Rahmen der „Besten deutschen iPhone-App 2010“ einzugehen. Die Zeromonie war sehr schlicht gehalten und uferte auch nicht zur heimlichen Oscar-Verleihung aus, was ich als sehr angenehm empfunden habe. Und nochmal ein großes Lob an dieser Stelle für die Jungs rund um Florian Bender, die in einer Wochenendaktion sämtliche Einspieler der jeweils bestplatzierten Apps selbst produziert haben. Tolle Arbeit! Ach ja: Die Gewinner sind allesamt auf der zugehörigen ipdc10-Seite nachzulesen, und Erik Franz, Chefredakteur der mac-developer, hat schon mal das erste Gewinnervideo gedreht und online gestellt.

Ok, dann geht’s zurück zum zweiten Tag auf der iPhone Developer Conference 2010. Dort hatte ich wieder die Ehre und Aufgabe, einen der beiden Business-Tracks zu moderieren. Rückblickend war die Track genau mein Ding, und das wegen zweier Themenschwerpunkte:

Den Anfang machte Ingo Dellwig, der mit seinem Vergleich „iPhone vs. iPad“ Grundsätzliches zu erzählen hatte. Für mich war nicht so richtig viel Neues dabei, allerdings war die Session gut besucht, ergo von vielen als interessant eingestuft. Und mein Lieblingszitat von Ingos Vortrag ist ein besonders schönes:

Das iPad ist nicht wirklich Auto-Navigeräte-tauglich. Als digitale Weinkarte hingegen schon.

Den nächsten Versuch, das Phänomen iPad etwas genauer zu beleuchten, unternahm dann Benno Bartels von insertEFFECT, der sich den DOs und DONTs des iPad-UI-Designs widmete. Auch Benno hatte ein paar schöne Statements parat:

Die unendlichen Anwendungsmöglichkeiten des iPad: als Kochbuch, als E-Book-Reader, als Musikinstrument, als Klolektüre, als sonst was

Netbooks produzieren Content, den man mit dem iPad konsumiert und mit dem iPhone kommuniziert

Tablet-Apps folgen bestimmten Regeln: einfache Bedienbarkeit, schnelles Verstehen, Mehrwert vs. Webseiten und Ausnutzen der vorhandenen Technik

Gute Usability zeichnet sich auch dadurch aus, dass es eine gewisse „Wurstfinger-Kompatibilität“ bietet.

UI-Tipp: Reale Gegebenheiten in die App implementieren (eBooks), was man allerdings nicht übertreiben sollte (Blättern).

Mit Axure lassen sich für iPhone und iPad recht einfach und schnell UI-Dummys bauen. http://www.axure.com/

Benno wurde dann von Steffen Trenkle von der denkwerk GmbH abgelöst, der die Frage beantworten wollte, ob das iPad als Lebensretter einer ganzen Branche taugt. Und zwar der Verlagsbranche, die seit Jahren händeringend nach neuen Konzepten und Trends forscht, diese regelmäßig verschläft und am Ende sind dann wieder die anderen schuld! Ok, so weit ging Steffen nicht, aber was seine Vision von Anspruch und Wirklichkeit in Sachen iPad-Verlags-Apps offenbarte, ist es vielleicht doch mal wieder so.

Nach der Mittagspause ging es programmatisch um den Blick über den Tellerrand hinaus (sic!), und das im teils besten Sinne. Den Anfang damit machte Felix Heimbrecht von Clamno, der sich des Themas Multiplattform-Apps und mobile Portale genauer annehmen wollte. Allerdings konnte ich während des Vortrags den Verdacht nicht abschütteln, dass es sich hierbei eher um eine Firmenpräsentation handelte. Schade, dabei klang das Thema sehr vielversprechend.

Wie dann der Vortrag von Jens Dissmann von Nokia lief, kann ich leider nicht sagen, da ich in dieser Zeit zwei Videointerviews geführt habe, und zwar mit Frank Prengel von Microsoft und Florian Bender von der veranstaltenden NMG (beide werde ich noch diese Woche online stellen). Allerdings hatte ich das Vergnügen, mit Jens letzte Woche auf dem Ovi Dev Day in München auf einem Podium zu sitzen und eifrig zu diskutieren. Auch hierzu gibt es noch diese Woche eine kleine Rückschau.

De letzte Session des Businesstrack 4 auf der iphone dev con 2010 hielt dann besagter Frank Prengel, der als Technical Evangelist durch die Lande reist und vor allem Software-Entwickler von Microsofts neuestem Baby zu überzeugen sucht. Und ganz ehrlich: angesichts der fortgeschrittenen Uhrzeit von 17:00 war der Raum wirklich gut gefüllt, was man als gesteigertes Interesse an der mobilen Plattform aus Redmond werten kann.

Franks Fazit der gesamten Veranstaltung war gleichzeitig der Einstieg in seinen Vortrag:

Software-Entwickler mobiler Anwendungen sind neuen Technologien wie Windows Phone 7 gegenüber sehr aufgeschlossen

Aber auch Sätze wie „Windows Phone 7 will anders sein statt wieder auf Einheitsbrei zu setzen, selbst mit dem Risiko, dass es nicht jeder mag“ und „Die Kombination aus Silverlight und Windows Phone 7 ist eine echte Liebesgeschichte“ hatten durchaus Unterhaltungscharakter, wenngleich der Informationsgehalt aus Entwicklersicht nicht so berauschend war. Aber wir befanden uns ja auch im Businesstrack und es ging daher eher um das große Ganze. Und die letzte gute Nachricht des Tages in Sachen Windows Phone 7 kam dann von mir selbst:

Zune gibt es zwar nur für Windows, allerdings gibt es für den Mac ein alternatives Tool: http://ow.ly/3iUbU

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