Review: App-Entwickler-Konferenz 2010 der Telekom

Um es vorweg zu sagen: Ich war erst gegen ein Uhr in Bonn, habe natürlich nicht alle Sessions und Keynotes verfolgt bzw. besucht, und doch beschlich mich während der App-Entwickler-Konferenz das Gefühl: gewollt, und nicht gekonnt?!

Was das bedeuten soll? Nun, die Telekom hatte zum plattformübergreifenden Event aufgerufen, auf dem sich jede/r Interessierte zum Thema Softwware-Entwicklung für iPhone, Android, Nokia und Windows Phone 7 informieren konnte. So weit, so gut. Doch anstatt dafür zu ein homogenes Event-Programm zu entwickeln, kam dabei ein in sich nicht stimmiges Konzept heraus, das sich offensichtlich an Neulinge und Profis gleichermaßen richten wollte (und sollte?). Und das bei vier so komplexen Themen. Das kann eigentlich nicht gut gehen.

Dass solch ein Konzept aufgehen kann, haben allerdings die Macher der MobileTech Conference Anfang September bewiesen: dort war auch die komplette Mobile-Branche vor Ort, aber ich hatte nie das Gefühl, dass sich dort irgend jemand über- oder unterfordert gefühlt hat. Und ganz ehrlich: ich habe dort mehr zufriedene Gesichter gesehen als in Bonn vor zwei Tagen.

Das lag sicherlich an Kleinigkeiten, aber die machen oft den Unterschied aus. So war das Telekom-Event zwar sehr üppig und sehr gut organisiert, aber trotzdem beschlich mich immer wieder das Gefühl, dass es an der ein oder anderen Stelle etwas klemmte. Ob das der riesige Saal war, in dem die Ausstellung stattfand und gleichzeitig die Keynote-Sessions sowie die „Workshops“ von Microsoft und Nokia (Qt) oder der recht umständliche Weg zu den anderen Workshop-Räumen (die nur über einen Auszug zu erreichen waren) – es war stets mit viel Unruhe und Umständlichkeiten verbunden.

Zu den Workshops selbst kann ich nur sagen: 30 Minuten sind für einen fundierten Überblick einfach zu wenig. Da hilft es auch nicht, wenn die Sessions jeweils zweimal angeboten wurden, um allen die Möglichkeit zu geben, einen bestimmten Workshop besuchen zu können, den man beim ersten Mal verpasst hat. Zudem war das Niveau der einzelnen Session meines Erachtens zu heterogen: Da erzählte Oliver Scheer von Microsoft etwas zu Windows Phone 7, was mehr als rudimentär war und den ein oder anderen Anwesenden möglicherweise etwas gelangweilt hat.

Auf de anderen Seite war der Workshop von Tammo Freese derart technisch, dass sicherlich der ein oder andere verschreckt ins Wachkoma gefallen ist. Soviel Technik auf 30 Minuten verteilt ist dann doch des Guten zuviel. Dabei hatte ich noch das Glück, dass Tammo seinen zweiten Vortrag im Vergleich zum ersten deutlich eingedampft hatte. 30 Minuten sind einfach schnell rum.

Und die Telekom, was hatte die mit der ganzen Sache zu tun? Nun, bis auf einen kurzen Hinweis ganz am Anfang der Veranstaltung und ihren kleinen, aber gut zu übersehehenden Developer-Garden-Stand schien das Unternehmen mit der Veranstaltung gar nichts zu tun zu haben. Vornehme Zurückhaltung auf dem eigenen Event mag ja durchaus angebracht sein, aber nichtsdestotrotz hätte eine Session zu den Programmierschnittstellen der Telekom ganz bestimmt niemandem weh getan. Warum verschenkt ihr solch eine Gelegenheit, liebe Telekom?

Für mich hat sich der Aufwand – 12 Fahrt für ein paar Stunden Konferenz – aber trotzdem gelohnt. Denn neben vielen interessanten Gesprächen mit diversen Leuten hab ich fleißig getwittert und sogar ein Video gedreht, was angesichts der nicht optimalen Umgebung gar nicht so einfach war. Das Interview ist dann aber doch sehr interessant geworden und handelt von der Spieleentwicklung für Windows-Phone-7-Devices. Also, ansehen kann nicht schaden.