Apple TV, LogoZeit für das Fazit und das abschließende Urteil: Wir finden das Apple TV toll. Aber das liegt auch daran, daß wir Apple-Fans sind und dieses kleine Kästchen einfach Spaß macht. Trotzdem muß man die Frage stellen, ob sich der Kauf eines Apple TV lohnt. Und da sieht es für manchen potentiellen Interessenten bitter aus.

An erster Stelle wäre zu nennen, daß das Apple TV nur sehr wenige Videoformate darstellen kann. Es handelt sich um diejenigen, die auch das aktuelle iTunes 7.1 beherrscht. Also H.264 und MPEG-4. WMV, AVI und vor allem DivX: Fehlanzeige! Einzige Abhilfe: Selbst rippen bzw. konvertieren. Dafür benötigt man beispielsweise Quicktime 7 Pro für 30,49 Euro oder ein anderes geeignetes Programm.

Apple TV, Aufbau

Wir konnten es zwar nicht selbst ausprobieren, aber es gibt Berichte, wonach es Probleme gibt, wenn Videos zwar das richtige Format haben, aber die von Apple für das Apple TV definierte Qualität übersteigen. Es kann also passieren, daß ein HD-Video via iTunes auf einem Mac problemlos läuft, nicht jedoch auf dem Apple TV.

Weiterer Nachteil: Es gibt keine Aufnahmefunktion und keinen integrierten DVD-Player. Das würde die Erstellung von Content für das Apple TV wesentlich vereinfachen. Zumal es ja so gut wie keinen HD-Content im iTunes-Store zu kaufen gibt.

Im deutschen Store gibt es bis dato nicht einmal herkömmliche Filme oder Fernsehserien zu kaufen, wie es bei den Amerikanern der Fall ist. Und wenn es sie gäbe, hat man noch ein Problem: Direkt vom Apple TV aus gibt es keine Möglichkeit auf den iTunes-Store zuzugreifen. Man muss immer den Umweg über einen Mac bzw. PC gehen.

Apple TV, Musikvideo

Immerhin gibt es Hinweise darauf, dass es vielleicht in Zukunft eine Aufnahme-Funktion geben könnte.

Ein weiteres Problem ist die Größe der aktuell verbauten Festplatte. 40 GByte minus Betriebssystem sind ein wenig knapp. Alles in allem bleiben kaum 33 GByte übrig. Viel zu wenig für eine ordentliche Musiksammlung, geschweige denn für Videos. Und das in Zeiten, da sich iPods mit 80 GByte wie geschnitten Brot verkaufen.

Update: Das Problem hat sich mittlerweile erledigt

Relativiert wird der Nachteil durch die Tatsache, dass das Streaming von einem Mac (und vermutlich auch PC) wirklich reibungslos funktioniert. Apple empfiehlt 802.11g oder besser 802.11n. Wir haben es mit 802.11b ausprobiert und hatten weder bei Musik noch bei niedrig auflösenden Videos irgendwelche Probleme. Zugegebenermaßen hatten wir volle Signalstärke. Wie es bei schwächerem Empfang aussieht, muß noch ausprobiert werden.

Zum Schluß noch das Ärgernis mit dem nicht beigelegten HDMI- bzw. und Komponenten-Kabel sowie mit dem fehlenden Ein- und Ausschalter. Ersteres ist ärgerlich weil man zum einen nochmal extra Geld ausgeben muß, zum anderen weil – wenn man es nicht weiß – man eventuell nach dem Kauf und Aufbau des Apple TV nochmals losrennen muß um solch ein Kabel zu besorgen.

Tja und das mit dem Ein- und Ausschalter. Stromfressender Standby-Betrieb von Elektrogeräten ist sowas von out!

Apple TV, Widescreen-Video

Genug gelästert! Man muss das Apple TV in Aktion gesehen haben. Es ist wie mit vielen Produkten von Apple. Die Papierform spricht nicht unbedingt für den Kauf, hat man es aber in Aktion gesehen, will man es unbedingt haben. Ähnlich war das bei der ersten iPod-Generation auch.

Wer also Musik und Videomaterial auf dem Mac hat und dieses Material auf seinem HD-Fernseher spielen will sowie eventuell den Sound über die angeschlossene Anlage wiedergeben möchte, kann beruhigt zugreifen. Dafür ist das Apple TV ideal. Und es funktioniert hervorragend und sehr Apple-like. Die Installation ist ein Kinderspiel, die Bedienung logisch und easy.

Der Preis von 299 Euro erscheint uns nicht wirklich ein Sonderangebot zu sein. Auf der anderen Seite ist die Verarbeitung solide und die Qualität stimmt.

Was uns sonst noch aufgefallen ist:

  • Inhalte des iTunes Music Store wie Musikvideos lassen sich bei einer bestehenden Internetverbindung problemlos abrufen und ansehen.
  • Selbst bei großen Musikbibliotheken und damit endlosen Scrollarien durch die Titel- oder Interpretenliste stehen die einzelnen Songs ohne Verzögerung zur Verfügung und können unmittelbar abgespielt werden.
  • Selsbtverständlich lassen sich auch Fotos via Apple TV auf den Fernseher. Ein Vorteil, der das Einsatzspektrum vergrößert. So macht das Urlaubsfotosgucken richtig Spaß.
  • Toll sind die Screensaver des Apple-TV. Darunter einer, der automatisch Fotos und Plattencover anzeigt.
  • Irgendwie ärgerlich: Das Apple-TV sieht zwar aus wie ein Mac mini, hat aber eine deutlich größere Stellfläche. Immerhin ist der Radius der Eckenrundungen gleich. Dadurch schaut es nicht ganz so schlimm aus, wenn man die beiden Geräte im Wohnzimmer aufeinander stapeln möchte.
  • Es lassen sich auch mehrere Macs mit Apple-TV nutzen, aber immer nur einer zur selben Zeit. Der Wechsel erfolgt über den Menupunkt „Quellen“ des Apple-TV-Menüs.
  • Nervig: Mit der Fernbedienung des Apple-TV können Sie auch Macbook, Macbook Pro und iMac steuern, die sich gerade in Reichweite befinden. Da taucht schon mal ungewollt Frontrow am mobilen oder stationären Mac auf, während Sie das Apple-TV steuern.
  • Internetradio können Sie mit Apple-TV leider nicht empfangen. Sehr schade!

Fortsetzung folgt…

Das lesen Sie in unserer Praxistest-Serie zum Apple TV
Teil 1: Voraussetzungen und Anschlüsse
Teil 2: Erste Inbetriebnahme
Teil 3: Die Bedienung
Teil 4: Die Technik und die Hacks
Teil 5: Fazit und abschließendes Urteil

Kategorien: Apple

Michael Hülskötter

Ich bin Blogger, IT-Journalist, (Buch-)Autor, Videotrainer, Content Manager – und das alles in einer Person. Ich gehöre seit 1999 der schreibenden Zunft an, und es macht mir immer noch sehr viel Spaß. Lebe seit 1977 in München und habe drei wundervolle Kinder.

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