Praxis: Firmware-Update 1.1.3 für das iPhone


Mit der Firmware 1.1.3 kann man auf dem iPhone Webseiten auf dem Homescreen ablegenZugegeben, es ist schon ein paar Tage her, dass ich mir die neueste Firmware mit der Versionsnummer 1.1.3 auf mein iPhone gepackt habe, aber genau aus diesem Grund ist es an der Zeit für eine kleine Nachbetrachtung: Was überzeugt, was nicht und was fehlt noch.

Mein persönliches Highlight sind die so genannten Webclips, mit deren Hilfe ich meine Lieblingswebseiten direkt auf den von Apple als Homescreen bezeichneten Startbildschirm platzieren kann. mackauf.de kicker.de, spiegel.de und Shredderchess haben dort schon ihren Platz gefunden. Die Umsetzung ist trivial: Man klicke auf das Plussymbol innerhalb des Safari-Browsers und berühre “Zum Home-Bildschirm”. Dann lässt sich noch die Beschriftung festlegen – fertig.

Falls das Icon auf dem Startbildschirm weiter oben sitzen soll, berührt man es für zwei, drei Sekunden, und sämtliche Programmsymbole beginnen gar lustig zu tanzen. Jetzt lässt sich das Bildchen innerhalb des Screens verschieben, auf eine neue Seite packen oder im Falle der Webclips sogar löschen. Einmal die Home-Taste gedrückt, und schon findet die Zitterei der Icons ein jähes Ende.

Tipp: Für die beste Darstellung des Webclip-Symbols empfiehlt es sich, den Bereich der Webseite zu vergrößern, der als Icon dargestellt werden soll. Das ist meist das Logo der Seite, kann aber auch ein anderer, markanter Bereich sein.

Mit der neuen Locator-Funktion lässt sich die aktuelle Geo-Position bestimmneEbenfalls ganz nützlich ist die Überarbeitung von Google Maps. Diese auf dem iPhone als “Karten” bezeichnete Funktion ermöglicht das Auffinden eine bestimmten Standorts, berechnet Routen von A nach B und vermittelt sogar ein wenig GPS-Feeling, indem die Strecke per Fingertipp Stück für Stück angezeigt wird. Neu hinzugekommen ist in der Firmware 1.1.3 der Locator, mit dessen Hilfe der eigene Standort bestimmt werden kann. Hierfür klickt man auf das kleine Radarsymbol in der linken unteren Ecke des Tools, und schwupps, weiß man meistens sofort, wo man sich gerade aufhält. Das ist vor allem in einer fremden Stadt ein echter Mehrwert, wenngleich die Bestimmung des aktuellen Standorts nicht ganz zuverlässig arbeitet.

Denn Apple nutzt zwei Techniken zur Berechnung der jeweiligen Geoposition: Zum einen werden anhand der im Umkreis liegenden Mobilfunkmasten der Standort des iPhone berechnet. Je nach Entfernung der zur Rate gezogenen Masten tritt ein Streuverlust von bis zu zwei Kilometern auf. Anders sieht es da mit der Berechnungsmethode per Wifi-Adapter aus: Hierfür hat die Firma Skyhook Wireless vor allem in den USA und Kanada sämtliche verfügbaren Hotspots in eine Datenbank aufgenommen, die dem iPhone als Berechnungsgrundlage für die Positionsbestimmung dienen. In Europa ist man noch nicht ganz so weit, aber im Laufe der Zeit soll auch bei uns die Lokalisierung per WLAN verbessert werden. Dann klappt’s auch mit der exakteren Bestimmung des iPhone-Standorts.

Eine weitere, wenngleich für mich eher unwichtige Funktion ist Multi-SMS, also das Verschicken einer Textnachricht an mehrere Empfänger. Wer’s braucht. Blöd ist nur, dass man aus der Liste der multiplen Adressaten keinen “Einzelchat” starten kann, wie das im Single-SMS-Modus funktioniert. Aber immerhin lassen sich weitere Multi-SMS-Nachrichten an einen Multi-Empfängerkreis verschicken. Ach ja, wer mehr als 1.000 SMS-Texte auf dem iPhone speichern will, kann das jetzt auch tun, denn Apple hat still und leise die bisherige Obergrenze aufgehoben.

Und sonst? Ansonsten kann man Videoclips kapitelweise vor- und zurückschalten, mehrere Audiotracks nutzen und auch Untertitel einblenden. Und die Liedertexte, die sich in iTunes den Musikstücken zuordnen lassen, kann ich jetzt im Albummodus per Fingertipp während der Wiedergabe mitlesen. Wie schön.

Mein Fazit: Die neuen Funktionen sind ganz hübsch, aber revolutionär ist was anderes. Ich habe eher – wie viele andere auch – auf das Freischalten der Bluetooth-Funktion gewartet, mir eine Copy-Paste-Funktion herbei gesehnt, eine systemübergreifende Suchfunktion à la Spotlight erwartet, und natürlich eine Aufnahmemöglichkeit erhofft, mit deren Hilfe das iPhone zum Diktiergerät mutiert. Und noch ein paar Dinge mehr. Aber das nächste Update kommt bestimmt…


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