Palm: Es wächst zusammen, was zusammen gehört

Palm-LogoNach der Vorstellung des, sagen wir mal… etwas lauen Palm Foleo, sorgt Palm wieder für Schlagzeilen. Gut möglich, dass es sogar Gute sind. Laut cnet und NYT hat die Private Equity Firma Elevation Partners einen 25 Prozent Anteil im Wert von ca. 325 Mio. US-Dollar von Palm übernommen. Nun sind ja Finanz-Nachrichten eher eine langweilige Sache. Sieht man aber genauer hin, dann wird es manchmal interessant. In diesem Fall sogar sehr!

Zunächst einmal ist Elevation Partners unter anderem von unserem liebsten Weltverbesserer und U2-Sänger Bono mitgegründet worden. In diesem Zusammenhang ist aber ein anderer Aspekt wichtiger:

Wir wissen, dass Palm ziemlich unter Druck ist. Auf dem Handheld-Markt wird Palm von Windows-Mobile bedrängt. Bei den Smartphones von RIM, Nokia und wohl demnächst auch von Apple mit dem iPhone. Dazu kommt, dass in letzter Zeit kaum wirklich gute Produkte aus der Palm-Entwicklungsabteilung kamen. Das letzte war – zumindest in meinen Augen – der Tungsten T3.

Das soll jetzt alles anders werden und die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Alleine aufgrund der beteiligten Personen. Einer der Partner bei Elevation Partners und wohl die treibende Kraft hinter dem Deal ist Fred Anderson. Bis vor nicht allzu langer Zeit Finanzchef von Apple. Er soll in den Aufsichtsrat von Palm. Als Vorstand hat man niemand anders als Jon Rubinstein verpflichtet.

Vermutlich war er sogar an der Vorbereitung des Deals beteiligt, denn er dürfte Fred Anderson sehr gut kennen. Schließlich war Rubinstein bis Ende 2005 bei Apple sehr erfolgreich verantwortlich für Hardware wie den iMac, vor allem aber für den iPod. Das bedeutet, dass demnächst zwei Manager die Geschicke von Palm bestimmen, die wissen, wie man coole und erfolgreiche Produkte macht.

Damit schließt sich ein Kreis und es wächst zusammen, was zusammen gehört. Denn Palm hatte schon immer gewisse Bindungen zu Apple. So wurden beispielsweise die ersten, erfolgreichen Jahre von Palm durch Verflechtungen mit Apple geprägt. Auf der einen Seite gab es die Palm Handschriftenerkennung Graffiti als (bessere) Alternative für den Newton. Später wechselten dann, nachdem die Newton-Abteilung bei Apple aufgelöst wurde, viele Apple-Mitarbeiter zu Palm und machten den Handheld-Hersteller und seine Produkte erst richtig erfolgreich, unter anderem mit dem PalmPilot III.

Bonus-Wissen: Aus der aufgelösten Newton-Abteilung ging auch eine unscheinbare Firma mit dem Namen Pixo hervor, die ein Betriebssystem für MP3-Player entwickelte. Die Grundlage für das spätere iPod-Betriebssystem.

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