Nie wieder in die Stadtbücherei: praktische Buch-App von Skoobe

Ich lese wieder! Seit heute. Nein, ich meine nicht meine tägliche Online-Lektüre auf sueddeutsche.de, sport1.de oder Facebook, sondern ehrliche, gut geschriebene Bellestrik. Ich rede vom schon nicht mehr ganz taufrischen Roman „Von der Einsamkeit der Primzahlen“, der von zwei Seelenverwandten erzählt, deren Leben mehr verwoben ist, als sie zu Anfang ahnen.

Nun ist es aber nicht so, dass ich hierfür in den nächsten Buchladen gegangen bin. Gestern habe ich nämlich vom CTO der Firma Skoobe GmbH aus München eine Nachricht via Xing bekommen, in der er mich auf seine Firma und deren Geschäftsidee hinwies. Zum ersten Mal hatte er mir davon 2010 auf dem Mobile Camp in Dresden erzählt, und mittlerweile ist die virtuelle Leihbücherei online.

Hinter Skoobe steckt ein mobiler Buchverleih, der derzeit mit allen iGadgets von Apple funktioniert (eine Android-App ist in Arbeit). Das Prozedere ist recht simpel: App auf iPhone, iPad oder iPod touch laden, einmal kurz registrieren, Bestätigungs-Mail bestätigen – und los geht’s mit der virtuellen Stadtbücherei. Etwas umständlich erscheint mir allerdings die Notwendigkeit, auf die Webseite zu verzweigen, um eine Mitgliedschaft zu kaufen. Nur so kommt man nämlich an die Flatrate für eBooks heran. Schade, dass das nicht mobile-only funktioniert!

Zu einem Preis von 10 Euro pro Monat kann man das umfangreiche Buchangebot der Skoobe GmbH nutzen, allerdings mit einer kleinen Einschränkung: für die monatliche Gebühr kann man nach dem ersten Monat (für die ersten 10.000 Mitglieder) während der 30 Tage immer nur ein Buch nach dem anderen ausleihen (während des ersten Schnuppermonats sind es fünf Bücher gleichzeitig). Immerhin: sollte man in einen Monat mal kein Buch ausgeliehen haben, kann man im nächsten zwei parallel lesen. Und ab März nächsten Jahres wird die Zahl der gleichzeitig auszuleihenden Bücher auf zwei erhöht. Skoobe ist also etwas für Schnellleser, falls man seine Flatrate so richtig auskosten will.

Die App ist klar und übersichtlich strukturiert und bietet wohl alles, was man von solch einer mobilen Buch-Anwendung erwarten kann. Dazu gehört eine Leseprobe für viele der vorhandenen Werke, ein schon recht reichhaltiges Angebot an Büchern, eine Lesezeichen-, Textzoom- und Nachtlesefunktion sowie die Möglichkeit, die Bücher auch offline zu lesen, falls man beispielsweise im Ausland ist und keine überflüssigen und teuren Roamingkosten auf seiner nächsten Telefonrechnung finden will.

Nett ist auch die Sychronisationsoption, mit der die Lesezeichen und der Lesefortschritt sämtlicher Bücher auf dem Skoobe-Server abgelegt werden können. Damit kann man morgens auf dem iPhone zu lesen beginnen und nachmittags das Buch auf dem iPad fortsetzen. Vorausgesetzt, man hat auf beiden iGadgets die Skoobe-App installiert.

Fazit: Die Idee der virtuellen Leihbücherei ist wirklich ganz toll, und die App leistet für den komfortablen Lesespaß die passenden Zutaten. Warum man allerdings nach dem ersten Probemonat lediglich immer nur ein Buch zur selben Zeit ausleihen kann, erschließt sich mir nicht ganz. Gut für Schnellleser, weniger gut für Genießer. Aber lohnen sollten sich die 10 Euro wohl auf jeden Fall.

 

Published by Michael Hülskötter

Ich bin Blogger, IT-Journalist, (Buch-)Autor, Videotrainer, Content Manager - und das alles in einer Person. Ich gehöre seit 1999 der schreibenden Zunft an, und es macht mir immer noch sehr viel Spaß. Lebe seit 1977 in München und habe drei wundervolle Kinder.

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