MP3-Player – mit oder ohne Festplatte?

Apple-iPod-Familie (Foto: Apple)MP3-Player gibt es mit iPods und mit Festplatten. Die Auswahl bei den Flash-Modellen ist größer als bei den Festplatten-Playern. Viele Hersteller, wie Apple mit seinen iPods, Cowon mit den Zen- und MuVO-Modellen oder iRiver und Nike-Sport-Kit bieten beide Varianten. Aber wo liegen die Vor- und Nachteile der beiden Arten?

Flash-Player – klein und unempfindlich
Flash-Player gibt es zumeist mit Kapazitäten von 1, 2, 4, 6 und 8 GByte. Die ganz kleinen Kapazitäten von 512 MByte und weniger sind so gut wie vom Markt verschwunden. Unbestrittener Vorteil der Flash-Player ist, dass sie weit weniger empfindlich sind als Festplattenspieler. Das ist vor allem für Anwender wichtig, die ihren Player auch beim Sport nutzen wollen.

Creative Zen NanoPlus (Foto: Creative Labs)Zwar sind die heutigen Festplatten lange nicht mehr so empfindlich wie sie es noch in den 90ern waren, rhythmische Erschütterungen, wie sie etwa beim Joggen auftreten, mögen die Festplatten-Player trotzdem nicht. Dazu muss man wissen, dass bei Abspielgeräten dieses Typs die Festplatte nicht permanent läuft. Vielmehr wird sie für kurze Zeit eingeschaltet und die benötigten Daten werden in einen Zwischenspeicher geladen. Merkt der Player eine Erschütterung, wird die Festplatte zum Nachladen nicht eingeschaltet.

Irgendwann sind aber die Daten aus dem Zwischenspeicher abgespielt und es kommt zu Aussetzern. Im schlimmsten Fall sogar zu einem Defekt. Das heißt also, dass vor allem Sportler auf Flash-Modelle setzen sollten. Hier sticht besonders der iPod Nano in Verbindung mit dem Nike-Sport-Kit hervor, der aus dem MP3-Player einen Laufcomputer macht. Nicht mehr im aktuellen Programm sind leider die Sony NW-S20-Modelle, die ebenfalls mit Funktionen für Jogger aufwarten konnten.

Ein weiterer Vorteil des Flash-Speichers ist der im Vergleich zur Festplatte geringere Stromverbrauch. Die besten schaffen bis zu 35 Stunden Musikbetrieb mit einer Akku-Ladung. Festplatten-Player kommen in der Praxis kaum über zehn Stunden hinaus. Apropos Akku: Aus Kostengründen verzichten viele Hersteller auf ein mitgeliefertes Ladegerät. Das bedeutet, dass der Player nur per USB-Kabel über den PC geladen werden kann. Wer seinen Player beispielsweise auch im Urlaub nutzen will und seinen Notebook zu Hause lassen möchte, sollte den Aufpreis für das Ladegerät mit einkalkulieren.

Und weil wir schon beim Akku sind noch ein Aspekt: Zum Einsatz kommen die aus Handys und Notebooks bekannten Lithium-Ionen-Akkus. Deren Haltbarkeit ist allerdings begrenzt. Als Faustregel gilt, dass sie bei sachgemäßer Behandlung etwa 300 bis 350 Ladevorgänge halten. Dann hat ihre Leistung soweit nachgelassen, dass sie ausgetauscht werden müssen. Wenn man Pech hat, geht der Akku aber auch schon früher kaputt. Bei praktisch allen MP3-Playern auf dem Markt lässt sich der Akku nicht selbst wechseln. Stattdessen muss das Gerät eingeschickt werden. Die Kosten für den Tausch liegen je nach Hersteller und Modell bei bis zu 90 Euro. Dafür gibt’s je nach Modell fast schon ein neues Gerät!

Festplatten-Player – Platz satt
Creative Labs Zen Vision:M (Foto: Creative Labs) Wer viel Platz für Musik, Fotos und Videos braucht, kommt um ein Festplatten-Modell nicht herum. Die meisten dieser Player bieten Kapazitäten von 20, 30, 40 und 60 GByte. Wem das immer noch nicht reicht, der muss zum Apple iPod greifen. Das Spitzenmodell bietet unerreichte 80 GByte Platz.

Notwendig sind solche riesigen Kapazitäten nicht nur dann, wenn die Musiksammlung umfangreich ist (Fausteregel: Eine Minute Musik braucht zirka 1 MByte Speicherplatz bei einem 128-KBit/s-MP3). Multimedia-Daten wie Fotos, Hörbücher und vor allem Videos fordern ebenfalls ihren Tribut in Form von massivem Speicherbedarf. Tipp: Die meisten MP3-Player lassen sich auch als externes Speichermedium verwenden. So wird aus einem Festplatten-Player mit zig GByte Speicherkapazität auch ein nützliches Backup-Laufwerk mit genug Platz für die wichtigsten Daten.

Published by Michael Hülskötter

Ich bin Blogger, IT-Journalist, (Buch-)Autor, Videotrainer, Content Manager - und das alles in einer Person. Ich gehöre seit 1999 der schreibenden Zunft an, und es macht mir immer noch sehr viel Spaß. Lebe seit 1977 in München und habe drei wundervolle Kinder.

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