<WICHTIG> Diese Workshops enthalten Befehle, die bei falscher Anwendung den gesamten Inhalt der Festplatte anstatt des USB-Sticks überschreiben können! Es soll also niemand hinterher sagen, er hätte es nicht gewusst! </WICHTIG>

Das Thema Moblin zählt spätestens seit der Ankündigung Intels, einen AppStore für Netbooks und Co. zu eröffnen, zu den heißen Themen im Web. Daher folgt an dieser Stelle ein kleiner Workshop, wie man einfach mal zu Testzwecken das Linux für mobilen Geräte (MobLin) auf einem USB-Stick installiert. Dies geschieht entweder unter Windows oder Mac OS X. Und für die Linux-Fans haben wir natürlich auch die passenden Schritte parat.

Ach ja: Die aktuellen Moblin-Images gibt es unter moblin.org zum kostenlosen Download. Aktuell sind die Versionen 2.0 (fertig) und 2.1 (Beta).

Mac OS X

Für das byte-weise Kopieren des kompletten Moblin-Image ist lediglich das Terminalprogramm sowie 5 Schritte notwendig:

1. Den USB-Stick einstecken, das Festplatten-Dienstprogramm (Programme -> Dienstprogramme) öffnen und den Stick gegebenenfalls als FAT32-Device formatieren.

2. Das Terminalprogramm (Programme -> Dienstprogramme -> Terminal) starten.

3. In der Kommandozeile den Befehl diskutil list eingeben. Der zeigt sämtliche Laufwerke des Macs an. Wichtig ist die disk-Bezeichnung des USB-Sticks (bei nur einer Festplatte sollte das disk2 sein).

4. Den Befehl diskutil unmountDisk /dev/diskN eingeben, wobei diskN für die Laufwerkbezeichnung des Sticks steht (also z.B. disk2).

5. Der Befehl sudo dd if=/path/to/downloaded.img of=/dev/diskN bs=1024 kopiert das Moblin-Image auf den USB-Stick. Am besten geht man vorher innerhalb des Terminalprogramms mithilfe des Befehls cd [Verzeichnis] in das Verzeichnis, in dem sich das Moblin-Image befindet (z.B. Downloads). Dann entfällt nämlich der Zusatz “/path/to/”. “diskN” ist wieder die Bezeichnung des Sticks. Abschließend muss man das Administrator-Kennwort eingeben.

6. Das Kopieren des Image dauert eine ganze Weile. Sobald das erledigt ist, kehrt das Terminalprogramm zur Befehlszeile zurück und man kann den Stick entfernen. Dann kann man den USB-Stick in einen freien Slot des Netbooks stecken, dasselbe einschalten und vom Stick booten. Und voilà, schon hat man ein lauffähiges Moblin-System auf dem Rechner.

Windows

Unter Windows ist es noch einfacher, da man lediglich das kleine Programm Win32DiskImager auf seinen Rechner lädt und das Tool entpackt. Anschließend startet man W32DiskImager, wählt das Moblin-Image aus, stellt den richtigen Laufwerksbuchstaben des USB-Sticks ein und klickt auf den Write-Schalter, um das Image byte-weise auf den Stick zu kopieren.

Linux

Unter Linux gibt es zwei Wege: einen sicheren und einen nicht ganz ungefährlichen.

Der sichere Weg benötigt das Skript Image Writer, das Python >= 2.4 erfordert. Image Writer erkennt den eingesteckten USB-Stick und kopiert das Moblin-Image auf denselben. Darüber hinaus ist das Skript so schlau und überschreibt nicht versehentlich die Festplatte des Computers. Folgende Befehle auf Shell-Ebene sind erforderlich:

# umount <Bezeichnung des USB-Sticks>
# cd <Verzeichnis, in dem sich das Skript Image Writer befindet>
# chmod a+x ./image-writer
# ./image-writer <Name der Image-Datei>

Der gefährliche Weg umfasst nur eine Zeile: # dd bs=4096 if=<image file> of=<usb drive>. Hierzu sollte man die genaue Bezeichnung des USB-Sticks kennen. Andernfalls besteht die Festplatte hinterher nur noch aus Datenschrott!