Nächster Beitrag: Warum musste die Apfel-Taste sterben?
Vorheriger Beitrag: Runderneuerter Mac mini mit Core 2 Duo

Microsoft Silverlight will Flash an den Kragen

Löst Microsoft Silverlight demnächst Adobe Flash ab?Adobe steht gewaltige Konkurrenz ins Haus. Es geht um die Animationstechnologie Flash. Und wer bereitet Adobe solch ein Ungemach? Genau, kein Geringerer als Microsoft.

Die Gegenveranstaltung zu Flash heißt Silverlight und steht derzeit als Release Candidate 1.0 zum kostenlosen Download bereit. Auf der eigens eingerichteten Website silverlight.net lässt sich der Flash-Konkurrent schon mal genauer betrachten – inklusive Showcase, Videos und Whitepapers.

Was Silverlight genau ist, lässt die Kurzbeschreibung auf der Webseite sehr gut erahnen:

Microsoft Silverlight is a cross-browser, cross-platform plug-in for delivering the next generation of .NET based media experiences and rich interactive applications for the Web. Silverlight offers a flexible programming model that supports AJAX, VB, C#, Python, and Ruby, and integrates with existing Web applications. Silverlight supports fast, cost-effective delivery of high-quality video to all major browsers running on the Mac OS or Windows.

Darum geht es also: Silverlight soll wie Flash auf allen Browsern und allen Rechner-Plattformen lauffähig sein und daneben eine Vielzahl von Programmiersprachen wie Ajax, Java Scripting, C#, Ruby und mehr unterstützen. Allein das ist ein wesentlicher Unterschied und auch großer Vorteil gegenüber Flash. Hier sind die Programmierer zu 100 Prozent auf ActionScript 3.0 angewiesen, einer proprietären Programmiersprache von Adobe.

Silverlight ist die Programmierumgebung ziemlich egal. Das liegt vor allem an der Beschreibungssprache XAML, was für “eXtensible Application Markup Language” steht. XAML beschreibt ähnlich wie XML bestimmte Objekte wie Kreise, Dreiecke und Videos, die sich dann mithilfe von WPF (Windows Presentation Foundation) und Programmanweisungen animieren und steuern lassen. WPF kümmert sich dabei um die Ausgabe der 2D-/3D-Objekte.

Silverlight hat aber aus Microsoft-Sicht noch zwei weitere Vorteile: Zum einen lassen sich .NET-Applikationen mühelos in Kombination mit Silverlight elegant realisieren. Zum anderen spielt es keine Rolle, ob ein Silverlight-Projekt von einem Anwendungsentwickler auf Basis von Visual Studio angestoßen wird oder von einem Designer, der mit Hilfe von Expression Blend eigene Silverlight-Oberflächen erstellt. Denn: Visual Studio und Microsoft Expression arbeiten perfekt zusammen (sic!).

Die ersten Silverlight-Demos zeigen bereits, in welche Richtung es gehen wird: Kinotrailer werden unter einer Oberfläche zusammengefasst und lassen sich per Mausklick starten und in bester Qualität ansehen. Und das sogar im Vollbildmodus ohne nennenswerte Ruckler – einen leistungsfähigen Mac vorausgesetzt.

Aber auch .NET-basierte Applikationen sind auf silverlight.net zu bewundern. So lässt sich beispielsweise ein Raum per Maus interaktiv einrichten und abschließend die Sessel, Blumen und Wandgemäle via Internet bestellen. Schöne, neue Silverlight-Welt.

Wie schnell das allerdings gehen wird, ist allein abhängig von den Entwicklern und Designern dieses Planeten. Denn warum sollten sich diese guten Gewissens von Flash verabschieden?! Zudem müssen für einen raschen Erfolg alle Webbrowser mit einem Silverlight-Plugin versehen sein. Ansonsten wird aus dem Flash-Konkurrenten wohl eher ein Rohrkrepierer. Aber immerhin: Das Plugin ist “nur” 4,7 MByte groß…

Update: Als Mac-User muss man mindestens OS X v10.4.8 installiert haben, um in den Genuss von Silverlight zu kommen!

Keine ähnlichen Beiträge gefunden.


Share/Bookmark



Falls Sie diesen Beitrag kommentieren wollen, können Sie dies jetzt tun oder den RSS-Feed abonnieren, um somit künftige Beiträge in Ihren RSS-Reader geliefert zu bekommen.
Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare.

Kommentar hinterlassen

(erforderlich)

(erforderlich)