Mac OS X 10.8 steht im Sommer an: so wird „Mountain Lion“ aussehen

Also, entweder bekomme ich gerade nicht alles mit, was Apple so im Köcher hat, oder Cupertino hat es richtig gut geheim gehalten, dass im Sommer 2012 die nächste Version ihres Betriebssystems auf den Markt kommt. Der Codename setzt auf den aktuellen auf und nennt sich „Mountain Lion“, also Berglöwe. Ob das auch ein kleiner versteckter Seitenhieb in Richtung Google ist? Schließlich befindet sich der Hauptsitz des Suchmaschinengigants in… richtig, in Mountain View. Aber das ist nur eine kleine, alberne Randnotiz.

Viel wichtiger sind die geplanten Features, die Apple seinem neunten OS-X-Release spendieren wird. Eines ist schon mal klar: die Mannen rund um Tim Cook gehen den mobilen Weg konsequent weiter und proklamieren damit weiterhin die Post-PC-Ära. Und das ist auch gut so!

Universellere Daten: War ja klar, dass Apple seine eingeschlagene iCloud-Strategie weiter verbessert und mit Mountain Lion endlich das Synchronisieren von Daten zwischen Mac und den mobilen Gadgets erlaubt. Damit werde ich dann endlich ohne größere Tricks meine am iPad erstellen Pages- und Keynote-Dokumente direkt am Macbook weiterbearbeiten können. Das wird dem Mac und iPad als Arbeitswerkzeuge einen weiteren Schub verleihen.

Globale Nachrichten: SMS-Nachrichten mit dem Mac verschicken, das ist noch immer ein Feature, das wirklich fehlt. Mit Message für den Mac (also dem Desktop-Derivat von Nachrichten für iPhone und iPad) wird auch diese Lücke geschlossen. Zudem wird iChat dank Message obsolet. Wozu sollte ich auch zwei Tools für denselben Zweck auf meinem Mac installieren? Ich habe mir übrigens die Beta von Messages für Mac direkt mal gezogen und werde euch berichten, wie es sich anfühlt. Update: Messages benötigt Mac OS X 10.7.3. Da muss ich erst mal ein Update fahren…

Mehr Erinnerungen: Klar, dass das ToDo-Tool „Erinnerungen“ Einzug halten wird in Mountain Lion. Denn die aktuellen Synchronisierungs-Optionen zwischen den mobilen ToDo-Listen und dem Mac sind… nicht existent. Zeit wird’s also, dass Apple die Listen noch mobiler macht.

Sinnvollere Notizen: Was für „Erinnerungen“ gilt, lässt sich auf das Notiztool von iOS mindestens genauso anwenden. Ok, es gibt immerhin eine Sync-Funktion zwischen iOS und dem OS X, aber nur über iTunes, was sehr umständlich ist. Und das Anpassen der Schrifttypen, das Einbetten von Bildern und andere Funktionen sucht man in „Notizen“ bisher auch vergeblich. Aber Mountain Lion wird es richten. Und klar, dass mit iCloud sämtliche Notizen quasi in Echtzeit aktualisiert werden – auf jedem Apple-Gerät.

Eigene Benachrichtigungen: Ich sag’s mal so: tschüss, Growl! Denn mit Mac OS X 10.8 wird das Benachrichtigungstool obsolet, da Apple seine eigene Notifikationsmaschine einbauen wird. Egal also, ob ein neuer Termin ansteht oder ein Update im Mac App Store auf den Download wartet oder eine neue Mail eingetrudelt ist – dem Benachrichtigungscenter von Mountain Lion entgeht nichts – und schaufelt sich dafür sogar ein wenig Platz in der gerade verwendeten Anwendung frei.

Teilhaftiges Safari: Eine Webseite via E-Mail teilen, das kann Safari schon ziemlich lange. Eine gefunden Seite in der Leseliste einfügen, das geht erst seit Mac OS Lion. Aber mit Mountain Lion wird aus Safari ein wahrhaftiger Alles- und Womit-auch-immer-Teiler. Denn mit Mac OS 10.8 lassen sich ganze Webseiten, aber auch nur einzelne Bilder oder Videos per Teilen-Funktion via Messages oder Mail verschicken oder direkt twittern oder Bilder an Flickr übergeben oder ein Video auf Youtube oder Vimeo schieben. Safari als Teilungskünstler, so wie es aussieht. Das alles gilt für Photo Booth übrigens auch.

Noch mehr Twitter: Einzelne Webseiten oder Links direkt aus Safari heraus twittern, das geht schon heute. Mit Mountain Lion nimmt die Twitter-Integration weiter zu, sodass man künftig direkt aus iPhoto, Photo Booth und anderen Anwendungen heraus twittern kann, wenn diese die entsprechende Schnittstelle implementiert haben. Und sollte man auf Twitter erwähnt werden oder eine Direktnachricht bekommen – zack, geht ein Fenster auf, das die Nachricht direkt anzeigt.

Verspielter: Mac OS X 10.8 bekommt eine Gamecenter-Integration spendiert, und das liegt auch ziemlich nahe. Denn spätestens seit dem Erscheinen des Mac App Store kommen mehr und mehr iOS-Spiele auch auf den Mac, sodass es nur konsequent ist, die Spielezentrale von iOS auf den Mac zu packen. Für mehr Spielspaß und einen noch größeren Suchtfaktor.

Projektionstauglich: Airplay-Mirroring (also das „Spiegeln“ von Videoinhalten) kommt mit 10.8 auf dem Mac. Was bislang nur den mobilen Gadgets mit iOS 5 vorbehalten war, soll ab Sommer 2012 auch mit dem Mac funktionieren. Damit lassen sich Videos und andere Bildschirminhalte direkt auf einen Fernseher beamen. Voraussetzung hierfür ist allerdings die Existenz einer Apple-TV-Box.

Geschlossene Install-Gesellschaft: Apple wird mit Mountain Lion ein Sicherheitsfeature einführen, das bestimmt wieder zu vielen Diskussionen führen wird. Seine Name: Gatekeeper. Seine Funktion: das Abschotten des Mac gegenüber Bedrohungen aus dem Web. Konkreter gesagt: mit Gatekeeper lässt sich festlegen, ob Apps in Zukunft nur aus dem Mac App Store stammen dürfen – oder nicht. Damit wird sich Apple sicherlich nicht nur Freunde machen. Zum Glück kann man es selbst bestimmen, woher man seine Software bezieht. Und hey, für so manch einen gutgläubigen Mac-Anwender ist Gatekeeper sicherlich ein echter Segen.

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