Lion, iOS 5 und iCloud: das war die WWDC-Keynote (Teil 1)

"Lion", das ist die interne Bezeichnung des nächsten Apple-Betriebssystems und nennt sich offiziell OS X 10.7
"Lion", das ist die interne Bezeichnung des nächsten Apple-Betriebssystems und nennt sich offiziell OS X 10.7

Mann, war das gestern eine Aufregung in der Twitter-, Blogo- Sonstwo-Sphäre! Alle waren sie ganz aufgeregt wegen der anstehenden WWDC-Keynote vom Meister höchstpersönlich. Und ja, es hatte wie immer etwas Messias-haftes, als Steve Jobs da so ganz alleine im schwarzen Pulli und hellblauer Jeans auf die Bühne kam. Dünn sah er aus! Und nicht wirklich gesund, aber das soll jetzt nicht das Thema sein…

Drei Dinge waren im Vorfeld erwartet worden, über die Mister Jobs reden würde, und (fast) genauso ist es gekommen. Es ging um die bevorstehende OS-Version 10.7, die unter dem Codenamen „Lion“ bekannt ist, um die nächste Mobile-OS-Variante iOS 5 und um den Nachfolgedienst von MobileMe, iCloud. Wobei „Nachfolgedienst“ der Sache nicht ganz gerecht wird. Aber eins nach dem anderen. Heute beginne ich mit OS X 10.7, morgen ist dann iOS 5 dran und am Donnerstag ist dann iCloud-Day. Das würde ansonsten alles viel zu viel auf einmal…

Mehr als 250 neue Features will Apple in OS X 10.7 eingebaut haben. Klar, dass ich hier nicht alle aufzählen werde, aber so ein paar persönliche Highlights habe ich schon ausgemacht:

AirDrop: Auf den diesjährigen M-Days habe ich solch ein App zum ersten Mal höchstpersönlich gesehen: Daten lassen sich einfach durch die Luft verschicken und so mit anderen direkt und auf der Stelle austauschen. Allerdings befand sich in jenem Fall eine ausgeklügelte Servertechnik dahinter. AirDrop nutzt einfach eine Peer-to-Peer-Verbindung zwischen zwei Lion-Macs, die vermutlich auf Bonjour basiert und einen sicheren, automatischen Datenaustausch garantiert. Sehr cool!

Auto Save: Ja doch, andere Firmen bieten das schon länger an, aber trotzdem ist das automatische Sichern – und zwar im Hintergrund – eine prima Sache. Zudem erlaubt die neue Funktion das Duplizieren und Sperren von Dokumenten.

Elektronische OS-Verteilung: Adieu, du lieb gewonnene DVD! Denn Apple hat sich gegen dich entschieden und bietet mit dem Erscheinen von „Lion“ die voll-digitale OS-Installation an. Dies geschieht natürlich über den Apple-eigenen Mac Apps Store und wird bei der allerersten Installation ein wenig dauern, denn 4 GByte saugt man nicht einfach mal so auf den Rechner. Danach wird’s aber easy, da Apple „Delta Updates“ vorsieht, was nichts anderes bedeutet, als dass die nächsten Minor Releases nur ein paar hundert MByte groß sein werden, da man nur noch die Verbesserungen, Fehlerbehebungen und neuen Features aus dem Mac App Store lädt und auf dem Rechner installiert.

Full-Screen-Apps: Klingt erst mal nicht besonders revolutionär, ist aber für den täglichen Einsatz mit den Lieblingsanwendungen bestimmt sehr hilfreich. Zudem bleiben die Full-Screen-Apps auch im Full-Screen-Modus, wenn sie in den Hintergrund verschwinden, und per Swipe-Geste kann man zwischen den einzelnen Apps hin- und herwechseln.

Mail-Client: Der Lion-Mail-Client sieht dem iPad-Mail-Client verdammt ähnlich, und auch die neuen Funktionen wie „Conversations“ kommen dem iOS-Client immer näher. Ist das die in der Vergangenheit angekündigter Verschmelzung von iOS und OS X?! Ist ein wenig dürftig und klang seinerzeit nach mehr!

Mit Mission Control führt Apple Exposé und Spaces zusammen - für noch mehr Übersicht
Mit Mission Control führt Apple Exposé und Spaces zusammen - für noch mehr Übersicht

Mission Control: Diese neue Funktion ist im Grunde nichts anderes als die überfällige Vereinigung von Exposé und Spaces. Mit einer Handbewegung kommen alle offenen Apps, virtuellen Arbeitsbereiche und das Dashboard zum Vorschein, was sich bestimmt positiv auf das effiziente Arbeiten mit dem Mac auswirken wird.

QuickTime Player: Ein paar kleinere Verbesserungen gibt es auch hier, die ganz nützlich scheinen. So lassen sich einzelne Fenster für Webcasts aufzeichnen, Mausklicks werden hervorgehoben und selbst erstellte Videos können direkt auf Vimeo, Flickr und Facebook veröffentlicht werden.

Neustart von Apps und OS X: In beiden Fällen wird exakt der Zustand wieder hergestellt, in dem man eine Anwendung oder das System verlassen hat. Auch das ist sehr praktisch.

Safari: In Apples Webbrowser werden sich auch einige Dinge ändern. Dazu gehören verschiedene neue Gesten, mit denen man zoomen kann. Aber auch Media-Caching für Offline-Inhalte bietet Safari „Lion“, sowie eine Leseliste, mit der sich Webseiten-Inhalte sichern und später offline lesen lassen.

Vereinfachte Windows-2-Mac-Migration: Sehr pfiffig, Mister Jobs! Wenn man von Windows auf einen Mac wechseln will, gelangen alle Dokumente, Kontakte, Termine und E-Mail-Accounts in der richtigen OS-X-Anwendung. Und selbst Bilder, die in Picasa gespeichert werden, gelangen auf diesem Weg wie von Zauberhand in iPhoto.

Und zu guter Letzt: OS X 10.7 „Lion“ gibt es ab Juli 2011 direkt im Mac App Store für schlappe 24 Euro. Das ist der beste Preis, den Apple jemals für ein Update kalkuliert hat! Und morgen geht’s hier weiter mit iOS 5…

Kommentare sind geschlossen.