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Kaufberatung Navigationssysteme Teil 1
Letztens bin ich von einem Bekannten gefragt worden, welches Navigationssystem er sich kaufen soll. Nach längerer Recherche bin ich zum Ergebnis gekommen, dass die Entscheidung von vielen Faktoren abhängt. Schon allein die Wahl des Systems (Festeinbau, PNA, Handy oder PDA) will gut bedacht werden. Hier also der erste Teil der ultimativen Navi-Kaufberatung des IT-techBLOG.
An erster Stelle stehen folgende Fragen:
- Wozu wird das Navi genau benötigt?
- Welche Art von Navi soll es sein?
Fangen wir mit dem ersten Punkt an. Klingt trivial, ist es aber nicht. Vor allem weil sich die Antwort auf den Kaufpreis auswirkt. Benötigt man das Navigationsgerät lediglich um ab und zu den Weg zu einer Adresse zu finden, kann man beruhigt zu einem preiswerten Einsteigergerät greifen.
Will man das Navi hingegen professionell nutzen, beispielsweise weil es der Beruf mit sich bringt, dass man häufig in fremden Städten unterwegs ist wird es schon kniffliger. Hier empfehle ich Geräte mit einem großen Bildschirm, TMC-Stauumfahrung, einer einfachen Eingabe der Zielorte und einer guten Zielorte-Verwaltung. Es könnte ja sein, dass man ein Ziel mehrmals anfahren muss.
Punkt zwei hat es ebenfalls in sich. Im wesentlichen haben Autofahrer die Wahl zwischen vier Systemen:
1. Ein Einbau-Navi vom Autohersteller
Dieses muss beim Kauf des Wagens mitbestellt werden. Ein nachträglicher Einbau ist in der Regel kaum möglich. Der Vorteil solcher Systeme ist, dass sie neben den GPS-Satelliten auch die Geschwindigkeit und Lenkbewegungen des Autos für die Positionsbestimmung benutzen. Ein Vorteil, beispielsweise in engen Strassenschluchten und langen Tunnels, wo rein GPS-basierte Systeme unter Umständen die Orientierung verlieren können.Ein weiterer Vorteil ist, dass solche Navis besser in das Armaturenbrett integriert sind. Das ist nicht nur optisch ein Plus. Einbau-Navis sind nämlich auch bei Langfingern nicht so beliebt wie die TomToms dieser Welt, die man in der Regel nach dem Einschlagen der Seitenscheibe einfach mal so mitnehmen kann.
Der Nachteil ist hingegen der Preis. So kostet beispielsweise das günstigste Navi mit farbiger Kartendarstellung für den VW Golf zur Zeit satte 2.723,66 Euro. Selbst wenn man da die Kosten für das enthaltene Radiopaket mit 10 Lautsprechern und CD-Wechsler heraus rechnet, bleibt immer noch ein Aufpreis von gut 1.400 Euro für das Navi alleine. Dafür bekommt man locker fünf Stand-Alone-Navis der Einsteigerklasse oder drei Geräte der Spitzenklasse.
Noch ein weiterer Nachteil im Vergleich zu den unten aufgeführten Navi-Systemen: Da es fest eingebaut ist, lässt es sich logischerweise nicht in einem anderen Auto verwenden.
2. Stand-Alone-Navi oder kurz PNA (Personal Navigation Assistant)
Seit die ersten PNAs – manchmal auch Portis genannt – von TomTom auf den Markt kamen, haben sie einen Siegeszug ihresgleichen hingelegt. Mittlerweile gibt es solche Geräte von einer Reihe von Herstellern.
PNAs haben drei herausragende Vorteile:
a) Sie sind ausgesprochen günstig. Die Preise beginnen bei deutlich unter 200 Euro. Wer mehr Ausstattung haben will, legt selbst für Spitzenmodelle kaum mehr als 500 Euro auf den Ladentisch. Im Vergleich zu den Lösungen der Autohersteller sind das Peanuts. Die Preisunterschiede bei den PNAs resultieren dabei vor allem durch größere Monitore, Zusatzfeatures wie TMC-Unterstützung oder MP3-Player und das beiliegende Kartenmaterial. Was die Navigation selbst betrifft, können selbst günstige Geräte überzeugen. Mehr dazu in einem späteren Posting.
b) Die Geräte sind ähnlich wie die Festeinbau-Geräte der Hersteller nach dem Kauf sofort einsatzbereit. Es muss keine Software installiert werden wie bei den anderen Lösungen (siehe weiter unten) und auch das Kartenmaterial steht sofort zur Verfügung. Wichtig auch für Benutzer, die keinen Computer besitzen beziehungsweise Betriebssysteme wie Mac OS X oder Linux nutzen.
c) Die Geräte sind portabel, können also auch mal mit dem Zweitwagen genutzt werden. Zumindest die kleineren Geräte können ausserdem auch zu Fuß genutzt werden, etwa um in einer fremden Stadt um die Sehenswürdigkeiten aufzusuchen.
Die Nachteile halten sich in Grenzen: Da wäre zunächst einmal die Optik im Auto. Sie werden entweder mit einem Saugfuß bzw. Klebepunkt an der Windschutzscheibe oder dem Armaturenbrett befestigt. Dazu kommt noch in der Regel ein Kabel zum Zigarettenanzünder für die Stromversorgung. Schön ist anders!
3. Navigation mit dem Handy
Diese Lösung ist vor allem für Anwender geeignet, die nur sehr selten eine Navigation benötigen. Im wesentlichen gibt es hier zwei Varianten: Bei der einen erfolgt die Berechnung der Route beim Provider (Offboard-Navigation) bei der anderen im Handy selbst (Onboard-Navigation).
Vorteil der Offboard-Navigation: Die Anforderungen an das Handy sind gering. Es muss vor allen Dingen Java-fähig sein. Ausserdem sind die vom Provider verwendeten Kartendaten immer aktuell und die Stauumfahrung per TMC ist möglich. Kosten fallen pro berechneter Route an. Bei T-Mobile beispielsweise 99 Cent (T-Mobile-Vertrag Voraussetzung). Nachteil: Funktioniert nur dort, wo es Handy-Empfang (mind. GPRS, besser UMTS) gibt.
Onboard-Navigation hingegen hat diesen Nachteil nicht, ist dafür in der Anschaffung deutlich teurer. Ausserdem wird ein Handy mit Karten-Slot (z.B. SD) benötigt um Software und Kartenmaterial bereitstellen zu können. Im wesentlichen gelten hier die gleichen Vor- und Nachteile wie bei der unten aufgeführten PDA-Lösung.
So verlockend die Handy-Navigation auf den ersten Blick sein mag, es gibt doch ein paar gravierende Nachteile:
a) An erster Stelle steht natürlich, dass man dafür entweder eines der seltenen Handys mit GPS-Empfänger benötigt (Nokia N95, Blackberry 8800) oder ein externes GPS-Modul. Beispielsweise das Nokia LD-3W mit Bluetooth-Anbindung für rund 115 Euro. Eigentlich ist das schon ein Totschlagargument gegen diese Lösung, denn für wenig mehr gibt es ja schon einen brauchbaren PNA.
b) Handys sind nicht besonders navigationstauglich was Bedienung und Darstellung betrifft. Die Eingabe des Zielortes ist eine Qual und der in der Regel kleine Bildschirm erschwert das Verfolgen der Route. Ausserdem ist eine Freisprecheinrichtung notwendig, damit die Richtungsanweisungen verständlich über die Auto-Lautsprecher wiedergegeben werden können.
Alles in allem ist die Handy-Navigation eine durchwachsene Sache. Gerade die Offboard-Lösungen glänzen mit der Tatsache, dass das Kartenmaterial immer aktuell ist und Stauumfahrung per TMC möglich ist. Auf der anderen Seite stehen die Kosten (GPS-Empfänger, Gebühren bei Offboard-Navigation, Software und Karten bei der Onboard-Navigation).
4. Navigation mit dem PDA
Die PDA-Navigation hat ihre große Zeit hinter sich. Im wesentlichen hat sie ihren Nachfolger in Form der PNAs gefunden, die tatsächlich in den meisten Fällen auf einem PDA-Betriebssystem (Windows Mobile) basieren.
Geeignet ist diese Form der Navigation vor allem für Anwender, die schon einen PDA nutzen. Software und Kartenmaterial gibt es sowohl für Palm, als auch für Windows-Mobile. Lediglich eine GPS-Maus, also ein externer GPS-Empfänger wird benötigt, wenn nicht schon ein solcher im PDA eingebaut ist.
Dank enger Verwandtschaft zu den PNAs gibt es hinsichtlich der Routenführungsqualität kaum Abstriche hinzunehmen. Auch die Bildschirmgröße ist zumeist ausreichend. Nachteilig ist vor allem die zumeist nicht optimale Tonwiedergabe über den winzigen Lautsprecher des PDAs.
Fazit: Alles in allem spricht alles für einen PNA. Die Geräte sind günstig, die Navigationsleistung ist gut und die Bedienung ausgereift.
- Kaufberatung Navigationssysteme Teil 2 – Stauumfahrung mit TMC und TMCpro
- Kaufberatung Navigationssysteme Teil 3 – GPS-Chips und Positions-Interpolation
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