Erst gestern habe ich mich darüber echauffiert, dass iPhone-Bestandskunden pro Monat Vertragsrestlaufzeit 15 Euro bezahlen müssen, um den bestehenden iPhone-Vertrag aufzulösen und sich anschließend für weitere 24 Monate an T-Mobile binden zu müssen, um ein gesponsortes iPhone 3G zu bekommen.
Da stellte sich mir natürlich die Frage, warum T-Mobile dies tut und ob man die ohnehin wenigen iPhone-Besitzer in diesem Land endgültig vergraulen will (auf diversen Seiten und Blogs macht genau das heftigst die Runde).
Eine E-Mail an den Pressemann der Mobilfunksparte der Telekom sollte ein wenig für Aufklärung sorgen. Und in der Tat, T-Mobile hat geantwortet, wenn auch nicht alles nachvollziehbar ist. Kostproben gefällig?
Der Prozess der vorzeitigen Vertragsverlängerung um 24 Monate durch Zahlung einer Vorfälligkeitsgebühr pro Monat Vertragsrestlaufzeit ist ein einzigartiges Angebot an die T-Mobile Bestandskunden, die ein iPhone erwerben wollen.
So, so, ein einzigartiges Angebot. Eine Nachfrage bei Vodafone ergab, dass es dort so etwas wie eine Ablösesumme für subventionierte Handys gar nicht gibt. Vodafone würde nach eigenen Angaben weitaus kulanter mit iPhone-Bestandskunden umgehen.
Ok, hierzu muss man fairerweise einräumen, dass dort bei einer vorzeitigen Vertragsverlängerung samt neuem Handy auf die 24 Monate die restliche Laufzeit addiert wird. Aber ganz ehrlich: Wenn ich mich einmal für einen bestimmten Provider entschieden habe, bleibt ich ohnehin dabei.
Für die Kunden, die für die Nutzung des bestehenden iPhone erster Generation einen Neukunden gewinnen können, der einen Complete-Vertrag mit T-Mobile abschließt, können sofort kostenfrei eine Vertragsverlängerung mit subventionierten iPhone durchführen.
So ist das also: Kundenneugewinnung durch iPhone-Zweitverwertung. Leider ist es aber nicht so, dass sich damit der SIM-Lock erledigt. Nein, nein, man muss für das übernommene iPhone natürlich auch einen Complete-Vertrag abschließen. Allerdings gibt es als “Zuckerl” einen Bonus, dessen Höhe den jeweiligen Tarif wiederspiegelt.
Andere Mobilfunkkunden, die sich bspw. vor kurzem das Nokia N95 (eines der leistungsstärksten Handys zur Zeit) inklusive 24 Monats-Vertrag gekauft haben, haben keine andere Möglichkeit ein Upgrade auf das neu gelaunchte Nokia N96 (Nachfolgermodell) zu machen, ohne einen neuen, zusätzlichen Vertrag abzuschließen. Für T-Mobile iPhone-Kunden gibt es aber eine faire Möglichkeit auf das Nachfolgermodell 3G iPhone zu wechseln.
Ich würde mal sagen: Das ist ein Vergleich “Äpfel mit Birnen”. Nur zur Erinnerung: Das N95 hat Nokia Ende September 2006 vorgestellt, den Nachfolger N96 gibt es erst seit Mitte Februar dieses Jahres. Zwischen iPhone und iPhone 3G liegen in Sachen Verkaufsstart gerade mal neun Monate. Außerdem ist das iPhone 3G kein echtes Nachfolgemodell.
Abschließend folgt noch eine lustige Gegenüberstellung der Preise für beide iPhone inklusive Ablösebetrag, woraus sich ergibt, dass das iPhone 3G im Vergleich zum ersten iPhone trotz Ablöse ein echtes Schnäppchen ist.
Komisch ist nur, dass auch hier die Kollegen von Vodafone viel kulanter sind, als es T-Mobile wohl jemals sein wird. So werden bei Vodafone Stars-Kunden, die einen gewissen Umsatz generieren, sehr zuvorkommend behandelt. Das umfasst unter anderem ein 1-Euro-Upgrade für jedes beliebige Handy, und das während des Vertrags, ganz ohne Ablösesumme.
Angesichts dieser Faktenlage von Entrüstung zu sprechen, kann ich nicht nachvollziehen.
Tja, das sehen wir und ganz viele andere iPhone-Besitzer eben ganz anders. Denn Fakt ist: iPhone-Besitzer sollte man kundenorientier behandeln. Schließlich generieren sie Umsatz und sind sogenannte “Early Adapter”, die alleine mit ihrer Meinung andere dazu bringen können, ein Produkt wie das iPhone zu kaufen – oder auch nicht.
Ach ja: Sobald E-Plus und O2 meine E-Mail beantwortet haben, werde ich auch über deren Kulanz mit ihren Kunden berichten.
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