Interview: Was passiert auf dem iOS-Hackathon in Berlin?

Ich sitze hier mit Philipp Berner zusammen, einem der Organisatoren des iOS-Hackathons, der diese Woche (7. bis 9.1.) in Berlin stattfindet. Von Philipp lerne ich, wie es zum Namen „Appbackrthon“ kommt, wer oder was Appbackr ist und warum interessierte iOS-Coder und -Designer unbedingt morgen zum Hackathon kommen sollten.

IT-techBlog: Philipp, euer iOS-Hackathon nennt sich Appbackrthon. Wie kommt man auf solch einen Namen?

Philipp Berner: Bei Appbackrthon handelt es sich um einen Fantasienamen. Er kombiniert Hackathon, Apps (da es sich um ein iOS-Development-Event handelt) und den Namen unseres Unternehmens, Appbackr. Wir waren uns einig, dass es sich dabei um einen individuellen und einprägsamen Namen handelt, den wir auch für weitere Events verwenden können.

Was und wer verbirgt sich denn hinter Appbackr?

Berner: Appbackr ist der weltweit erste Wholesale-Marktplatz für mobile Applikationen. Damit ermöglichen wir Entwicklern, ihre Applikationen in großen Stückzahlen zu verkaufen und damit unmittelbar Erlöse zu erzielen. Das ist eine sehr attraktive Form der Finanzierung, da alle Rechte der App beim Entwickler bleiben. Backer haben damit die Möglichkeit, ihre bestehenden Vertriebskanäle mit Applikationen Dritter zu monetarisieren. [Anmerkung: Backer ist eine Art Einzelhändler, der Apps beim Entwickler ins großer Stückzahl kauft und im App Store weiterverkauft].

Ihr seid also eine Art Apple Appstore-Alternative?

Berner: Appbackr baut eine Art App-Großhandel, der auf dem Apple Appstore basiert. Dies erfolgt parallel zum Appstore. Der Endkunde kauft seine Apps also weiterhin im Appstore. Wir bringen Entwickler und Backer zusammen, damit diese voneinander profitieren.

Ihr seid also ein App-Marktplatz, auf dem sich Entwickler und Backer treffen. Wie handeln diese ihre Konditionen aus und was ist eure Rolle dabei?

Berner: Im Moment bieten wir einen festen „Wholesale“-Preis an. Dieser liegt bezüglich einer 99-US-Cent-App bei 45 Cent. Der Entwickler hat bei uns die Möglichkeit, eine Mindestzahl und maximale Anzahl an Apps anzubieten. Das kann zum Beispiel wie folgt aussehen: „Ich will mindesten 10.000 Stück verkaufen, aber nicht mehr als 50.000 Stück“. Der Backer kann dann innerhalb dieses Rahmens entscheiden, wie viele Apps er kaufen möchte. Dabei kümmern wir uns um das gesamte Tracking und um die Abrechnung.

Wie kommen denn Entwickler und Backer zu euch?

Berner: Aktuell arbeiten wir sehr eng mit Entwicklern zusammen. Sowohl im direkten Kontakt als auch über Events. Um Backer zu erreichen, arbeiten wir primär mit soliden Partnern zusammen.

„Events“ ist ein gutes Stichwort. Warum findet in Berlin euer Appbackrthon statt und wen wollt ihr damit erreichen?

Berner: Uns ist es wichtig, von Anfang an auch Feedback außerhalb des Silicon Valley zu bekommen. Berlin ist sicherlich eine der Hubs in Europa für Startups und Entwickler. Die iOS-Szene ist für europäische Verhältnisse sehr stark. Der Hackathon ist also für Hacker (Programmierer) und Painter (Desginer) gedacht. Wir sind nämlich der Meinung, dass diese zwei Typen von Leuten an einem einzigen Wochenende etwas Tolles „bauen“  können. Außerdem denken wir, dass es für beide (Hacker & Designer) eine sehr gute Gelegenheit ist, sich auf einer gemeinsamen Arbeitsebene kennenzulernen.

Wie ist denn bisher die Resonanz und sind noch Plätze frei?

Berner: Wir haben das Event sehr kurzfristig organisiert, und dann noch über Weihnachten. Die Resonanz ist dennoch super! Aktuell haben sich 15 Hacker und 7 Painter angemeldet. Desweiteren konnten wir weitere Sponsoren gewinnen, die es uns ermöglichen, neben der Gesamtsumme von 1.500 US-Dollar weitere tolle Preise an die Teilnehmer weiterzureichen. Die Anmeldung zum Appbackrthon steht bis zum Schluss offen.

Philipp, eine abschließende Frage: Warum sollten iOS-Entwickler und Designer unbedingt zu eurem Appbackrthon kommen?

Berner: Oh, das ist ziemlich einfach: Unser Appbackrthon ist ein sehr cooles Event für alle iOS-Begeisterte, die gerne Neues ausprobieren. Wir bieten die Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen und vergeben tolle Preise. Wann sonst hat man schon mal die Möglichkeit, seine eigenen Ideen mit anderen auszuprobieren und dafür auch noch einen Preis zu ergattern?!

Na dann, viel Spaß – und wir sehen uns! 7. Januar, 20:00 Uhr, Berlin-Mitte..

Über den Interview-Partner
Philipp Berner studierte Informatik in München. Nach seinem Studium  gründete er die Online-Video-Technologiefirma ViCommerce. Seine Passion für Startups und Technologie brachte ihn 2010 ins Silicon Valley, wo er jetzt unter anderem für das Unternehmen Appbackr arbeitet. Philipp wurde für den Wettbewerb „Münchner Businessplan“ nominiert, gewann das „Bay Area Startup-Weekend 2010“ in San Francisco und ist Finalist vom  „Kauffman Labs Programm“ der Kauffman Foundation. Neben seinem Interesse für Technologie und Technik ist er begeisterter Skifahrer und Segler.