Ich will einen Macbook, aber mit Firewire!


Es ist zwar kaum zu glauben, aber ich arbeite immer noch mit meinem guten alten 1,5 GHz Powerbook. Doch jetzt wird es langsam Zeit für einen Upgrade. Schade nur, dass mir unter den aktuellen Apple-Notebooks nichts so recht zusagt: Das Macbook Air ist mir zu klein und ein wenig zu teuer und auch das neue Macbook Pro liegt preislich über meiner gefühlten Schmerzgrenze. Kein Problem, denn eigentlich habe ich eh ein Auge auf das neue Macbook geworfen.

Was mich zögern lässt, ist neben den ausschließlich verbauten Hochglanz-Displays, vor allem die nicht vorhandene Firewire-Schnittstelle. Meine vier externen Festplatten würden damit obsolet werden.

Aber nicht nur das! Eines der genialsten Mac-Features ist doch der so genannte Target-Mode. Damit lassen sich zwei Macs per Firewire verbinden, wobei der eine wie ein externes Laufwerk auf dem Desktop des anderen gemountet wird. Einfach genial für Datenrettungsaktionen oder beim Umstieg auf einen neuen Mac.

Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass viele professionelle und semiprofessionelle Camcorder nach wie vor auf Firewire setzen. Beispielsweise die beliebte XL-H-Reihe von Canon. Dabei ist doch die Video-Bearbeitung eine Domäne des Macs.

Vor allem gefällt mir Firewire aber deshalb so gut, weil es ähnlich wie SCSI (dessen Nachfolger es werden sollte) ein Bus-System ist. Also quasi eine Leitung, an die man verschiedene Geräte in Kette anschließen kann. Bei Firewire sind es bis zu 63 Stück, die sich an eine einzige Buchse am Rechner anschließen lassen. Deshalb haben gute externe Firewire-Platten immer zwei Firewire-Ports. Will heißen: Im Gegensatz zu USB braucht man bei Firewire weder mehrere Anschlüsse noch einen Hub. Eine Buchse genügt.

Das verrückte dabei ist, dass Firewire eine ureigene Apple-Entwicklung ist, die sich später unter der Bezeichnung IEEE 1394 branchenweit durchgesetzt hat und beispielsweise von Sony unter dem Namen i.Link vermarktet wird. Es ist also kaum nachvollziehbar, dass Apple jetzt diese Schnittstelle einfach so fallen lässt. So sieht das übrigens auch die 1394 Trade Association, das Zentralorgan für alle Belange rund um die IEEE-1394-Schnittstelle. Dort fühlte man sich nicht nur bemüßigt eine Stellungnahme zum Verzicht Apples auf Firewire beim Macbook zu veröffentlichen, Vorgestern hat man auch noch eine Pressemitteilung zu diesem Thema veröffentlicht.

Ein Grund für das Weglassen von Firewire beim Macbook und beim Air mag der begrenzte Platz auf dem Motherboard und der höhere Stromverbrauch von Firewire sein. Manche vermuten sogar, dass es darum geht Anwender, die auf Firewire angewiesen sind, zu den teureren Macbook Pros zu treiben. Wie auch immer, ich jedenfalls überlege mir gerade ernsthaft noch ein altes Macbook Pro zu besorgen. Da stimmt der Preis, es gibt sie mit matten Displays und mit Firewire. Da mag Steve Jobs noch so sehr beteuern, dass alle aktuellen Consumer-Camcorder auf USB 2.0 setzen. Ich will das Profi-Werkzeug!

Tipp: Es gibt eine Petition, die Firewire für Consumer-Macbooks fordert.

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