iBooks Author ODER Verändert Apple mal wieder eine ganze Branche?

Ich sag’s immer wieder: während andere nur darüber reden, macht es Apple einfach. Dieses Mal geht es um den digitalen Buchmarkt und wie sich dieser mithilfe von Apples nächstdem Streich grundlegend ändern könnte. Die Rede ist hier von iBooks Author, ein Apple-eigenes Tool, mit dem sich digitale Bücher von herausragender Qualität für das iPad erstellen lassen. Sagt zumindest Apple. Und leider behalten sie ja ziemlich oft recht in Cupertino.

Ich lade mir iBooks Author gerade auf meinen Rechner, um das Programm gleich mal auszuprobieren. Falls ihr das auch tun wollt, solltet ihr zumindest Mac OS X 10.7 (Lion) und iTunes 10.5.3 auf eurem Mac installiert haben. Daneben schadet es nicht, wenn Keynote auf eurem Rechner läuft. Nur dann könnt ihr sogenannte Keynote-Widgets in euer digitales Buch packen, die zusätzliche Touch-Gesten auf dem iPad bietet.

Auf den ersten Blick ist iBooks Author sicherlich nicht viel mehr als eine aufgebohrte Variante von Pages, mit dem ja auch ganz nette Layouts möglich sind. Aber natürlich geht iBooks Author einen großen Schritt weiter, denn neben reinem Text lassen sich auch Bilder, Videos und andere Multimedia-Elemente in das eigene digitale Buch integrieren. Darüber hinaus lassen sich Begriffe ins Glossar mit nur einem Fingertipp integrieren, Word- und Pages-Texte importieren, touch-basierte Elemente einbauen und vieles mehr. Und das Ganze ist optimiert und konzipiert für das Finger-Wisch-System des iPads.

Sobald das eigene Buch fertig ist, lässt es sich via iTunes mit dem iPad syncen, damit man überprüfen kann, wie das Ergebnis auf dem Apple-Tablet aussieht. Per Mausklick landet dann das fertige Buch im iBooks Store, wo es entweder verkauft oder kostenlos zum Download angeboten werden kann. Natürlich kann man das Buch auch auf iTunes U veröffentlichen oder es als PDF speichern, damit es Nicht-iPad-Anwender auch lesen können.

Fazit: iBooks Author wird wohl das Verlegen eines eigenes Buch deutlich vereinfachen. Damit wird es wohl in Zukunft Verlagen, Agenten und ähnlichen Menschen und Firmen schwerer fallen, Autoren für sich zu gewinnen. Wenngleich man einräumen muss, dass iBooks Author nicht die Maschinerie ersetzen kann, die sich hinter einem vernünftig geführten Verlag verbirgt. Denn ein guter Fachlektor und eine begabter Grafikerin sind nicht zu unterschätzen. Und zielgerichtete Marketingaktionen auch nicht.

Published by Michael Hülskötter

Ich bin Blogger, IT-Journalist, (Buch-)Autor, Videotrainer, Content Manager - und das alles in einer Person. Ich gehöre seit 1999 der schreibenden Zunft an, und es macht mir immer noch sehr viel Spaß. Lebe seit 1977 in München und habe drei wundervolle Kinder.

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