Heute ist Tag 0 der iPhone-Vertriebszeitrechnung

Heute passiert es also auch in unseren Breitengraden: Das Vertriebsmonopol der Deutschen Telekom in Sachen iPhone hat endlich ein Ende, und mit Vodafone und O2 gehen zwei weitere Anbieter des Apple-Smartphones an den Start.

Damit verknüpft ist natürlich die Hoffnung auf neue Preise für das iPhone und günstigere Tarife für dasselbe. Wenn man allerdings die Tariftabellen der drei Anbieter nebeneinander legt, wird man ganz schnell feststellen, dass ein Wechsel zu einem der neuen Provider kaum monetäre Vorteile bringt.

Hierzu hat sich Holger Schmit vom Netzökonom-Blog mal die Mühe gemacht, die einzelnen Tarife untereinander zu schreiben. Holger liefert auch gleich eine Tabelle mit, worin sich die Tarife unterscheiden. Sein Fazit: Egal, ob O2, Vodafone oder T-Mobile – für das iPhone zahlt man bei vergleichbaren Tarifen pro Monat fast überall dasselbe.

Mal davon abgesehen, haben es die Mobilfunkprovider mal wieder nicht geschafft, wirklich transparente iPhone-Tarife einzuführen. Wenn man sich die vielen Aussnahmen, Online-Rabatte, Frei-SMS bei 24-monatiger Bindung an den Provider, etc. ansieht, kommt man zu dem Schluss, dass diese Transparenz womöglich gar nicht gewünscht ist und dass potenzielle Kunden solange verwirrt werden sollen, bis sie genervt zu einem Tarif greifen, der zwar alles abdeckt, aber letztlich für die eigenen Bedürfnisse zu teuer ist.

Ach ja: Um dem ganzen Tarifwirrwarr noch eins drauf zu setzen, bietet Apple seit heute über ihren Online-Store das iPhone 4 ohne Sim-Lock an (also zur freien Verwendung), für die man sich natürlich noch den passenden Tarif bei einem der bekannten Provider heraussuchen darf. Die Apple-Preise für das iPhone 4 liegen bei 629 Euro (16 GByte) und 739 Euro (32 GByte). Das sind 20 bzw. 30 Euro weniger als bei O2, die das iPhone 4 ebenfalls SIM-Lock-frei verkaufen. Ob das den Mobilfunkprovider wirklich freut?

Es bleibt also festzuhalten, dass wir in Sachen iPhone-Vertriebszeitrechnung den Tag 0 schreiben, und das ist auch gut so. Denn mit dem heutigen Tag wird der Verkauf der Apple-Phones vermutlich sprunghaft ansteigen. So war es zumindest in anderen Ländern, in denen schon seit letztem Jahr kein Vertriebsmonopol mehr existiert. Und aus Apple-Sicht ist das auch ziemlich wichtig, da sie in letzter Zeit unter massiven Verlusten der iPhone-Marktanteile geächzt haben. Bleibt abzuwarten, was es bringt. Für Endkunden, Apple, Software-Entwickler und allen anderen, die davon profitieren.