Frisch vom Apple-Event: Leopards beste Funktionen


Ich komme gerade von einer Apple-Veranstaltung, auf der Leopard in Form einer Demo vorgestellt worden ist. Ich sag mal so: Leopard gesehen zu haben ist dann doch etwas ganz anderes als nur darüber zu schreiben, basierend auf diversen Infos von diversen Webseiten. Zusammenfassend kann ich guten Gewissens sagen: Leopard ist wirklich begeisternd, und auf den ersten Blick gibt es nicht viele Dinge, die mir missfallen haben. Aber der Reihe nach.

Klar, Apple hat die Fenster design-mäßig noch konsistenter gemacht und das aktive Fenster ist jetzt noch besser als solches zu erkennen. Und ja, die Spiegeleffekte des neuen Docks sind hübsch anzuschauen und bestimmt auch schicker als die Aero-Oberfläche von Vista. Und dass sich Programm- und Browserfenster im Dock ebenfalls spiegeln, falls diese der Leiste zu nahe kommen, ist auch nett. Aber deshalb ein neues Betriebssystem installieren? Sicher nicht.

Schneller Zugriff auf wichtige Dokumente: StacksDa ist schon eher die neue Funktion Stacks ein überzeugendes Argument, Leopard auf den Mac zu packen. Denn die Zugriffe mit der Maus auf Daten und Programme lassen sich doch erheblich beschleunigen, und endlich bleibt der Desktop aufgeräumt, da Download-Elemente direkt im Stack-Element „Download“ landen (sic!). Neue Stack-Folder lassen sich per Drag&Drop erstellen, indem man beispielsweise einen kompletten Ordner auf die Dock-Leiste zieht.

Was natürlich einer der Oberknüller ist und die 129 Euro für Leopard schon eher rechtfertigt, ist der neue Finder. Das beginnt bei der verbesserten Darstellung der Icons, die größer und hochaufgelöster erscheinen und endet bei der Integration der Cover-Flow-Technik, die man ja bereits aus iTunes kennt. Damit kann man sehr komfortabel in PDF- und Keynote-Dateien blättern, Videos direkt aus der Voransicht abspielen und Fotos schnell im Vollbild-Modus betrachten. Interessant dabei ist, dass Apple eine Plugin-Architektur vorsieht, mit deren Hilfe Datei-Formate für Cover Flow adaptiert werden können, die standardmäßig von Leopard nicht unterstützt werden. Beispiele hierfür sind Photoshop- und InDesign-Dateien.

Finder, Cover Flow und Quick View – ein tolles GespannSehr praktisch ist auch Quick View, mit dessen Hilfe sämtliche Dateiformate aus dem Finder heraus als Vorschaubild angezeigt werden können. Dabei spielt es keine Rolle, ob man das zugehörige Programm auf dem Mac installiert hat, solange Quick View das Dateiformat unterstützt. Quick View lässt sich per Mausklick auf das Augensymbol aktivieren als auch mit Hilfe der Leertaste. Quick View funktioniert sowohl aus der Listenanzeige als auch aus Cover Flow heraus. Toll ist auch die neue Fähigkeit des Finders, über das gesamte Netzwerk nach Dateien zu suchen und diese dann im Cover-Flow-Modus anzuzeigen. Das geht sogar mit Windows XP und Vista, da beide Systeme SMB-fähig sind.

Daten und Programme zurück in die Zukunft mit Time MachineRichtig begeistert bin ich auch von Time Machine, mit dessen Hilfe ein automatisches Backup des gesamten Systems auf eine interne oder externe Festplatte oder einen Leopard-Server gezogen werden kann. Leider unterstützt Time Machine keine netzwerkbasierten NAS-Geräte wie eine LAN-Platte. Das Erstellen eines Time-Machine-Backups ist denkbar einfach: Platte am Mac anstöpseln, die Frage noch der Datensicherung mit „Ja“ beantworten und auf das Ende des Backup-Prozesses warten.

Den Rest erledigt Leopard selbst: Jede noch so kleine Veränderung wird am Backup inkrementell festgehalten und gleichzeitig für jeden Tag der Datensicherung ein „Snapshot“ erstellt. Daher sollte die externe Festplatte natürlich groß genug sein, um die auflaufenden Datenmengen bewältigen zu können. Die Suche nach einer verloren geglaubten Datei ist denkbar einfach: Nur auf den Vergangenheits-Pfeil klicken, und Time Machine sucht nach der gelöschten Datei, die sich per Restore-Befehl wieder in den aktuellen Datenbestand aufnehmen lässt.

A propos begeistert: Was das neue iChat bietet, ist auch echte Sahne und wurde von mir bisher unterschätzt. Dass man jetzt auch mit Photo-Booth-Effekten während der Videochat-Session rumspielen und sich vergnügen kann, find ich eher bedeutungslos. Schicker ist schon eher die Möglichkeit, seinen eigenen Hintergrund mit einem entsprechenden Objekt wie einem JPEG oder einem Video zu versehen. Das ist zum Beispiel für Videocaster toll, die ab sofort den Hintergrund ihrer Wahl integrieren können, ohne viel Geld für Stellwände o.ä. ausgeben zu müssen. Aber gemach: Das Rendern des eigenen Portraits in einen aufwändigen Hintergrund ist äußerst rechenintensiv. Ein Core 2 Duo hilft dabei sicherlich.

Aber auch das neu integrierte Application Sharing ist eine sinnvolle Erweiterung, wenngleich das Feature an sich nicht wirklich neu ist. Damit kann man ganze Fotosession während des Chat abhalten, oder sein neuestes Video vorführen oder eine Präsentation gemeinsam betrachten. Richtig toll ist aber das Remote Management, das aus der iChat-Session heraus gestartet werden kann. Gerade für kleinere Support-Firmen ist das eine kostengünstige Möglichkeit, auf den Rechner ihres Kunden zuzugreifen und den Fehler zu beheben. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, welches Apple-OS auf der Gegenstelle installiert ist. Das funktioniert auch mit Tiger-Macs.

Für jede Anwendungsgruppe einen eigenen Desktop: SpacesHübsch ist natürlich auch Spaces, mit dessen Hilfe virtuelle Desktops erstellt werden können, die sich entweder per CRTL+Pfeiltaste oder CRTL+Ziffer aktivieren lassen. Dabei werden auch Multi-Monitore unterstützt. Und die neuen Mail-Funktionen sind ebenfalls eine echte Verbesserung: So lassen sich direkt aus E-Mails heraus Adressangaben in das Adressbuch übernehmen. Das funktioniert auch mit Terminen, die in iCal kopiert werden können. Praktisch ist auch die neue Funktion Notes, mit der man Offline-Mails an sich selbst schreibt. Daraus lassen sich dann Todo-Listen erstellen, die automatisch mit iCal synchronisiert werden.

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